Letzte Station: Abriss

2. Juli 2012, 18:25
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Die Österreichischen Bundesbahnen blieben bei ihrem Wunsch, den stillgelegten Bahnhof dem Erdboden gleichzumachen

Innsbruck - Bis zum Ende der Sanierungsarbeiten der Brennerstrecke am 30. September steht er noch, der alte Bahnhof in Patsch. Das Denkmalamt hatte sich lange gegen einen Abriss gewehrt. Die Architektur der beiden Gebäude gelte als typisch für die 1867 eröffnete Bahnstrecke.

Doch die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) blieben bei ihrem Wunsch, den stillgelegten Bahnhof abreißen zu lassen, architektonisch wertvoll oder nicht. Es sollte besser der Bahnhof Gries am Brenner erhalten werden. Patsch sei doch sehr abgelegen, der Zug bleibe zudem nur zweimal am Tag für einige Schüler stehen.

Auch Gemeinde dagegen

Doch das Denkmalamt wollte den Bahnhof weiter erhalten. Bis neben den ÖBB auch die Gemeinde gegen das alte Gemäuer mobil machte. Der Bahnhof habe keine eigene Zufahrt und sei wegen seiner Abgelegenheit immer wieder Ziel von Verwüstungen. Zudem müsse die Gemeinde die Wasserversorgung für die unbenutzten Gebäude sichern.

Das Denkmalamt wurde schließlich umgestimmt. Die Erhaltung des alten Bahnhofes sei nicht realisierbar, die Architektur an der Brennerbahn durch andere Objekte ausreichend dokumentiert, etwa in Gries. Dieser Bahnhof sei auch leichter erreichbar, für Pendler und Architekturinteressierte. (ver, DER STANDARD, 3.7.2012)

  • Bahnhof Patsch: alt, schön und abgelegen.
    foto: uwe schwinghammer

    Bahnhof Patsch: alt, schön und abgelegen.

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