"Report" gegen Ressort

2. Juli 2012, 17:23
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ORF-Politik: Gabi Waldners Wechsel regt Umbesetzungen an - "Club 2" könnte Reformfreude von TV-Direktorin Zechner zum Opfer fallen

Wien - Mit der Rückkehr von Gabi Waldner zum Radio könnte eine größere Jobrotation in der ORF-Information einsetzen, erwarten Menschen mit Einblick in den Küniglberg. Der "Report" könnte damit einen neuen Chef und einen neuen Moderator bekommen und die TV-Innenpolitik einen neuen Ressortleiter. Gut möglich aber, dass Waldners geplante Rückkehr ins Radio wie schon häufiger Wunschdenken fördert.

Thomas Langpaul wird seit Jahren als SPÖ-Wunsch an der Spitze des Inlandsressorts im ORF-Fernsehen gehandelt. Doch der ausgezeichnet vernetzte Funktionsträger Hans Bürger, heute zugleich stellvertretender Chefredakteur, verteidigte seinen Job schon mehrfach erfolgreich, etwa gegen schwarz-blaue Regierungen und TV-Chefredakteure wie Werner Mück. Bürger wurde etwa als Landesdirektor Oberösterreich gehandelt.

Nun aber soll dem bald 50-Jährigen ein Job winken, der Bürger nach zehn Jahren als Ressortchef Inland/EU reizen könnte: die Leitung des Politikwochenmagazins "Report" samt Moderation, etwa im Wechsel mit Claudia Reiterer.

Den "Report" leitet Robert Wiesner, Vize ist Waldner. Sie soll als Stellvertreterin von Chefredakteur Hannes Aigelsreiter zum ORF-Radio zurückkehren. Wiesner ist 59 und wäre damit rechnerisch Kandidat für die vom ORF forcierte vorzeitige Pension per sogenanntem Golden Handshake. Dagegen spricht, dass Wiesner laut ORF-Kennern schon mehrere Handshake-Angebote schlicht ignoriert hat.

Dagegen sprechen langfristige Planungen im Zuge der Programmreformen von TV-Direktorin Kathrin Zechner. Umgekehrt soll auch schon Langpauls Name für den "Report" gefallen sein. Bürger, Wiesner und Langpaul waren am Montag nicht erreichbar.

Stöckl und der "Club"

Der 2007 reanimierte "Club 2" könnte Zechners Reformfreude zum Opfer fallen, heißt es. Zechner legte sich allein auf zwei Diskussionsformate, ein politisches und ein eher gesellschaftspolitisches, fest. Barbara Stöckl wird nun für das zweitgenannte Format gehandelt, platziert Dienstagabend, nach "kreuz & quer".

Ein Unternehmenssprecher knapp zu all der Kolportage: "Der ORF nimmt zu Personalspekulationen nicht Stellung." (fid, DER STANDARD, 3.7.2012)

  • Gabi Waldner soll zum Radio zurückkehren.
    foto: orf/hans leitner

    Gabi Waldner soll zum Radio zurückkehren.

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