Saudischer Regimegegner von Al-Kaida-Liste gestrichen

2. Juli 2012, 17:14
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Reformverfechter generell mit Terrorverdächtigen gleichgesetzt

New York - Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat den saudi-arabischen Regimegegner Saad al-Faqih von einer Liste von Personen gestrichen, die wegen ihrer Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida mit Sanktionen belegt worden waren. Das bestätigte der deutsche UNO-Botschafter Peter Wittig am Montag. Wittig ist derzeit Vorsitzender des zuständigen Ausschusses.

Der 55 Jahre alte Faqih lebt in London im Exil. Der Kritiker des saudischen Königshauses gründete die "Bewegung für Islamische Reform in Arabien" (MIRA). Die Vereinten Nationen setzten ihn im Dezember 2004 auf Betreiben der USA auf eine Sanktionsliste. Faqih wies alle Vorwürfe zurück und beschuldigte die USA, mit ihren Antiterrorgesetzen die saudische Königsfamilie retten zu wollen.

In Saudi-Arabien geht das Regime nach Erkenntnissen von Amnesty International rigoros gegen Anhänger des Arabischen Frühlings vor, die auch demokratische Reformen in dem Königreich fordern. Die zur Anwendung kommenden Praktiken liefen darauf hinaus, Reformanhänger generell mit Terrorverdächtigen gleichzusetzen, hieß es in einem Bericht. Tausende Personen befänden sich in Haft, Folter und Misshandlungen seien allgegenwärtig. Insbesondere Angehörige der schiitischen Minderheit seien Verfolgungen durch die Behörden ausgesetzt. Saudi-Arabien, das im März 2011 Soldaten nach Bahrain schickte, um die Proteste der dortigen schiitischen Mehrheitsbevölkerung gegen die sunnitische Königsdespotie niederzuschlagen, gefällt sich in der Arabischen Liga mit westlichem Beifall in der Rolle des Großinquisitors, wenn es um Menschenrechtsverstöße in Syrien geht. (APA, 2.7.2012)

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    Regimegegner Faqih gründete die "Bewegung für Islamische Reform in Arabien".

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