Topgesetzte Scharapowa verliert gegen Lisicki

2. Juli 2012, 22:15
7 Postings

French-Open-Siegerin muss bereits nach dem Achtelfinale die Koffer packen, auch Clijsters out - Federer setzt sich trotz starker Schmerzen gegen Malisse durch und steht im Viertelfinale

London - Maria Scharapowa ist am Montag sensationell bereits im Achtelfinale des mit 19,9 Mio. Euro dotierten Grand-Slam-Turniers in Wimbledon ausgeschieden. Die topgesetzte Russin, die erst bei den French Open mit dem Titel ihren Karriere-Grand-Slam fixiert und sich an die Spitze der Weltrangliste gesetzt hatte, musste sich der als Nummer 15 gesetzten Deutschen Sabine Lisicki nach 1:24 Stunden mit 4:6,3:6 geschlagen geben.

Anders als in den Runden zuvor bewies Lisicki, warum sie englische Medien im vergangenen Jahr "Boom Boom Bine" genannt hatten. Sie schlug nicht nur hart auf, mit 193 km/h hält sie in diesem Jahr den Rekord bei den Frauen, ihr unterliefen nach einem nervösen Auftakt zu Beginn kaum mehr Doppelfehler. 20 waren es vor der Begegnung gewesen, so viele wie bei keiner anderen Spielerin im Achtelfinale. Den Matchball verwandelte sie mit dem zweiten Aufschlag - mit einem Ass. "Ich wusste gar nicht, ob ich lachen oder weinen musste", sagte Lisicki: "Es ist einfach unglaublich. Ich hätte nie gedacht, dass ich hier die French-Open-Siegerin schlagen kann. Aber ich liebe dieses Turnier einfach."

Scharapowa blieb wie immer professionell und fair. "Sie hat einfach viele Dinge besser gemacht als ich. Sie hatte immer schon dieses Potenzial. Wenn sie auf diesem Level spielt, gehört sie sicher in die Spitze", sagte Scharapowa. "Natürlich verschwindet das, was ich vor ein paar Wochen erreicht habe, nicht sofort, das habe ich für den Rest meiner Karriere. Aber die Tennis-Welt dreht sich weiter."

Nach dem Aus von Rafael Nadal, der im Vorjahr wie Scharapowa an der Church Road im Endspiel gestanden ist, ist das Aus der Russin die nächste große Sensation des diesjährigen Turniers. Lisicki ist allerdings in Wimbledon schon öfters stark gewesen, hat sie hier 2009 doch das Viertelfinale und im Vorjahr gar das Halbfinale erreicht. Sie trifft nun entweder auf ihre deutsche Landsfrau Angelique Kerber, die gegen die zum letzten Mal in London antretende viermalige Grand-Slam-Siegerin Kim Clijsters (Belgien) überhaupt keine Probleme und gewann nach nur 49 Minuten 6:1, 6:1.

Titelverteidigerin Petra Kvitova sowie die 13-fache Major-Siegerin Serena Williams, die Nummern vier und sechs des Turniers, hatten am Montag große Mühe. Die Tschechin rang Francesca Schiavone (ITA-24) 4:6,7:5,6:1 nieder, Williams musste gegen die Kasachin Jaroslawa Schwedowa (KAZ) beim 6:1,2:6,7:5 ebenfalls über die volle Distanz. Nun spielen die beiden im Viertelfinal-Hit gegeneinander.

Roger Federer kämpfte sich mit seinem 850. Sieg auf der ATP-Tour trotz einer Rückenverletzung ins Viertelfinale. Der Rekord-Grand-Slam-Champion setzte sich nach einer Behandlungspause im ersten Satz gegen den Belgier Xavier Malisse mit 7:6 (7:1), 6:1, 4:6, 6:3 durch. In seinem 33. Major-Viertelfinale in Serie trifft der 30-Jährige auf Michail Juschni (Russland/Nr. 26). Der sechsmalige Wimbledonsieger feierte seinen 63. Sieg im All England Club und schloss damit zum Rekordhalter Pete Sampras (USA) auf.

"Ich hatte wirklich Angst. Als ich behandelt wurde, hatte ich starke Schmerzen", sagte Federer: "Es wurde im Verlaufe der Begegnung etwas besser, aber ich dachte, ich sei in großen Schwierigkeiten." Der Weltranglistendritte, der mit seinem siebten Wimbledonsieg zum ersten Mal seit zwei Jahren auf Platz eins der Weltrangliste zurückkehren könnte, fügte hinzu: "Bis Mittwoch sollte es wieder in Ordnung sein. Ich hatte schon öfter etwas am Rücken. Das kommt so schnell, wie es wieder geht." (APA/sid, 2.7.2012)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Da freut sich wer: Sabine Lisicki.

Share if you care.