Wettbewerbshüter prüfen Slim-Einstieg bei Telekom

2. Juli 2012, 16:04
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America Movil könnte bis zu 25,90 Prozent der Stimmrechte erreichen. Auch das Wirtschaftsministerium prüft

Wien - Die österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde prüft den geplanten Einstieg des mexikanischen Mobilfunk-Unternehmers Carlos Slim bei der Telekom Austria (TA) und will bis Ende Juli darüber entscheiden. Slims Unternehmen America Movil hat am Freitag angekündigt, ihre Beteiligung an der TA auf bis zu 22,76 Prozent der Stimmrechte aufstocken zu wollen. "Allenfalls könnte ein Beteiligungsgrad von bis zu 25,90 % der Stimmrechte erreicht werden", heißt es in der Zusammenschlussanmeldung, die auf der Internetseite der Behörde veröffentlicht wurde.

3,14 Prozent der TA-Anteile hält das Unternehmen Inmobiliaria Carso, eine Stiftung der Familie Slim. America Movil hatte bisher argumentiert, dass diese Anteile nicht mit jenen von America Movil zusammengezählt werden dürften, da die beiden Einheiten nicht von einer einzigen juristischen oder natürlichen Person kontrolliert würden und ihre Eigentümer auch keinen Syndikatsvertrag hätten.

Wirtschaftsministerium prüft

Ob Slim bei der Telekom über eine Beteiligung von 25 Prozent kommt ist aber entscheidend dafür, ob hier das neue Außenwirtschaftsgesetz greift, das eine Prüfung des Einstiegs durch das Wirtschaftsministerium vorsieht, wenn der Käufer nicht aus der EU, dem EWR oder der Schweiz stammt. Das Wirtschaftsministerium prüft den Slim-Einstieg bereits, dort bestehen offenbar keine Zweifel daran, dass die Voraussetzungen für eine Prüfung gegeben sind.

Sollte die Wettbewerbsbehörde Bedenken wegen des Einstieges der Mexikaner bei der Telekom Austria haben, würde die Prüfung in die vertiefte Phase gehen, die mehrere Monate dauern würde. Slim würde bei seinem Einstieg zum zweitgrößten Telekom-Austria-Aktionär aufstiegen: Die Staatsholding ÖIAG hält 28,4 Prozent der Anteile. Slim will bei seinem Einstieg ein 21-Prozent-Paket des Investors Ronny Pecik übernehmen. Gemeinsam mit bestehenden Aktien und den Anteilen seines Unternehmens Immobiliaria Carso von 3,14 Prozent kommt er auf 25,9 Prozent. (APA, 2.7.2012)

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    Der Milliardär Carlos Slim würde nach dem Zusammenschluss bis zu 25 Prozent bei der Telekom halten.

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