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vergrößern 800x537"Grandi Legni": Aus "großen Hölzern" designt Andrea Branzi Zeitalter-Mobiliar.
Wien - Bevor das nächste Foto erscheint, entziffert man gerade noch den Agenturtempel: Associated Press. Orte und Jahreszahlen erhascht man: Rom, London 1966, 1946. Das Microfiche-Gerät, das die Rückseiten alter Pressefotos herunterspult, führt ein Eigenleben: Foto um Foto "entzieht" es dem Betrachter, um dann abrupt an andere Punkte der Historie weiterzuspulen. Zeitgeschichte als nicht dechiffrierbares System durcheinandergepurzelter Fragmente?
Memorie di un Cieco - Erinnerungen eines Blinden - titelt die Arbeit Elisabetta Benassis, die Motive der Ausstellung Mutatis Mutandis ("nach Anpassung an neue Umstände") gut veranschaulicht. Das Verhältnis von Geschichte und Heutigem, Fiktionalem und Verbrieftem sowie das Auflösen von Chronologien und Aufsprengen von Kategorien sind Aspekte der von Catherine David kuratierten Schau. Als Leiterin der Documenta X 1997 markierte David mit dem "X" auch einen Wendepunkt hin zu einer intellektuelleren Auseinandersetzung mit Kunst.
Auch eine zweite in der Secession präsentierte Arbeit von Elisabetta Benassi arbeitet mit Rückseiten von Archivbildern. Deren Faksimiles kopierte sie (ein Designer von Banknoten unterstützte sie) von Hand. Das dem flüchtigen Nachrichtengeschäft Geschuldete wird so einem mühseligen Zeichen- und damit auch Bewusstwerdungsprozess unterworfen. Bilduntertitel und Handschriftliches weisen das nicht Sichtbare aus: Freud bei seiner Ankunft an der Londoner Victoria Station am 6. Juni 1938. Oder: Adolf Hitlers 1912 gemaltes Blumenbild, das 1978 in New York an unbekannt versteigert wurde. Oder: der Atombombentest 1946 am Bikini Atoll. All I remember titelt diese stille Arbeit in Bezug auf einen nie veröffentlichten Roman Gertrude Steins. Auch er wird auf der Rückseite eines Fotos erwähnt.
Es geht also um die niemals erzählten Geschichten, um die ungehobenen Schätze, die in Randbemerkungen stecken, um alternative Erzählformen und um mögliche neue Erkenntnisse, die über solche, die Chronologien und anderen Gesetzmäßigkeiten von Zeit und Raum aushebelnden Umwege gewonnen werden.
Das verbindende Element von Diogenes von Sinope, der für natürliches Leben und Provokation als erzieherische Maßnahme eintrat, und dem Anarcho-Primitivismus eines Unabombers liegt für Suzanne Treister etwa in der Science-Fiction. Solche Entwicklungen, auch jene des Computers, visualisiert sie in komplexen Diagrammen. Eine kopfverrenkende Lesearbeit, die interessante Inputs für die nächste Google-Session bietet. Aber auch ihre zeichnerische Übersetzung von Titelseiten internationaler Zeitungen in alchemistische Schaubilder führen nicht weit über sich hinaus.
Gewagter der Ansatz von Babak Afrassiabi. Die Geschichte des iranischen Kinoattentäters Hossein, eines drogensüchtigen Außenseiters, der zum Protagonisten der islamischen Revolution wird, verwebt er mit einem entsprechenden fiktionalen Filmcharakter aus einem zu jener Zeit aktuellen Kinofilm Gavaznja. Ähnlich geht Louidgi Beltrame vor. Als visuelle Oberfläche nutzt er Bilder von Oscar Niemeyers im Dschungel von Tijuca für seine Familie gebautem, aber schon bald wieder verlassenem Haus. Über Bilder dieses Ausflugs zu einer Utopie der brasilianischen Moderne schichtet er ein weiteres Zeugnis des Scheiterns, eine aus der Welt des Kinos stammende fiktionale Geschichte: Drehbuchauszüge aus Antonionis nie verwirklichtem Tecnicamente Dolce, der im Dschungel des Amazonas spielen sollte.
Keine raschen Erkenntnisse
Sinnbild für Davids Konzept ist die raumbestimmende Installation Andrea Branzis. Mit antikem Gebälk und Reproduktionen verschiedenster kulturgeschichtlicher Relikte - vom frühchristlichen Fresko und Mosaiken bis zu Asiatika - baut er Kulissen mehrerer Epochen. Erinnerungen an Zeitalter, in die heutige Weltanschauungen gebettet werden: Bücher, die in dieses Zeitaltermobiliar hineingestellt sind, symbolisieren das.
Mit der Schau verhält es sich allerdings wie im richtigen Leben: Es wird einem viel abverlangt, bisweilen stellt sich rasch Erkenntnis ein, manchmal muss man jedoch länger darauf warten. (Anne Katrin Feßler, DER STANDARD, 3.7.2012)
Alltäglichen Heimwerkerbedarf arrangiert der schwedische Künstler Jacob Dahlgren zu einer spielerisch-geometrischen Installation: "Work as Method" in der Arbeiterkammer Wien - Illusion inklusive
Fotografin wird in der Sparte Kommunikation und Humanwissenschaften geehrt
Mit der Ausstellung "Closed Cities" stellt die Galerie im Taxispalais in Innsbruck das Projekt zum gleichnamigen Fotobuch von Gregor Sailer vor
Orangerie nennt sich die jüngste Sparte bei Villa Grisebach (Berlin), in der Experte Stefan Körner das Beste vom Besten züchtet. Manches davon fand sich in Wien
Gottfried Helnwein stellt in der Albertina seine Vielseitigkeit unter Beweis - Der Meister des Hyperrealismus über Kunst und amerikanische Politik
Stipendien an Sylvia Caba und Stefan Kreiger
Die Galerie im Taxispalais zeigt Arbeiten einer der wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen Indiens. Shilpa Guptas Arbeiten thematisieren den von Ohnmacht, Angst und Überwachung geprägten Alltag
Der Zuschlag wurde erteilt, die Planungen für die Kunstbiennale starten Anfang Juli
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Karlsruhe: Juristisches "Neuland" zu Urheberrecht bei Fotos
"Das Ich und das Es" im Sinne Freuds ist oft Thema in Sevda Chkoutovas auch technisch überzeugendem zeichnerischem Werk: In der Schau "Paradiesvögel" verlässt eine Frau den Garten Eden
Eine Ausstellung im Palazzo Strozzi beschäftigt sich umfassend mit dem Ursprung der Renaissance. "Die Ausbreitung der Schönheit" lässt sich dort konzentrierter und ruhiger nachvollziehen als im umgebenden Florenz
"Paradoxe Transformationen": Die Galerie Huber zeigt neue Arbeiten von Rudolf Polanszky
Die Berliner Künstler Janina Janke und Maurice de Martin beforschten die UN-Sitze in Wien, Nairobi und New York City als "unbekannte Räume"
Mit falschen Erwartungen und einem zu wenig akzentuierten Programm kämpft "What Would Thomas Bernhard Do"
René Block tauchte ab in die Tiefen des Depots von Sammler-Ehepaar Agnes und Karlheinz Essl und fühlte eine Ohnmacht. Aus etwas ihm vertraut Unvertrautem - der österreichischen Avantgarde der 1960er-Jahre - wurde die Schau "Eine kleine Machtmusik"
Arbeiten des deutschen Fotografen sind in der Wiener Galerie Lumina zu sehen
Studienjahr 2013/2014: Internationale Jury kürte je vier Projekte aus den Bereichen Architektur und bildende Kunst sowie jeweils zwei Ersatzprojekte
Delogierung mal anders: Architekt Édouard François stapelte für den Bauträger Paris Habitat verschiedene Wohnhäuser zu einer urbanen Collage
Kreditvergaben an Kunststiftung zu gering besichert: Anklage gegen acht Personen
Helmut Draxler beschäftigte sich am Beispiel der Generali Foundation mit dem Prinzip Sammeln
Große Bandbreite, Vielschichtigkeit und Komplexität der bildhauerischen und fotografischen Arbeit des Künstlers wird gewürdigt
Ars-Electronica-Jury hatte aus über 4.000 Einreichungen zu wählen - Preisverleihung am 6. September
Aufnahme in Liste der "World's 50 Greatest Galleries"
Ernst Logar hinterfragt in Graz "Orte der Unruhe", wo NS-Opfern gedacht wird
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