Millionen US-Haushalte ohne Strom

2. Juli 2012, 13:39
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In vier Bundesstaaten wurde der Notstand ausgerufen

Washington - Nach den schweren Unwettern im Osten der USA müssen sich Millionen Menschen ohne Strom weiter in Geduld fassen. Allein im Großraum Washington, wo hunderttausende Einwohner seit Freitag ohne Stromversorgung waren, könnte es nach Angaben des Versorgers Pepco eine Woche dauern, bis alle zerstörten Leitungen wieder repariert sind. Erschwert wird die Lage durch die anhaltende Hitzewelle in den betroffenen Bundesstaaten.

Heftige Hitzegewitter mit orkanartigen Böen hatten am Freitag Virginia, Maryland, New Jersey, Ohio, Kentucky und Washington D.C. heimgesucht. Mindestens 14 Menschen starben, in vier Bundesstaaten - Maryland, Virginia, West Virginia und Ohio - wurde der Notstand ausgerufen. Mindestens 3,7 Millionen Menschen saßen bei Temperaturen von 38 Grad und mehr ohne Strom und damit auch ohne Klimaanlage da, weil der Sturm unzählige Strommasten umgeknickt hatte.

Kanada entsandte Experten

Trotz des Einsatzes von tausenden Reparaturtrupps gelang es den Behörden der betroffenen Bundesstaaten auch am Wochenende nicht, die Stromversorgung komplett wiederherzustellen. Die Lage war teilweise so verzweifelt, dass Kanada die Entsendung zusätzlicher Experten in die benachbarten US-Regionen ankündigte. Die Behörden von Washington gaben eine Hitzewarnung aus. Insbesondere für die in der Schwüle und ohne Klimaanlage besonders gefährdeten älteren Einwohner wurden "Kühl-Zentren" eingerichtet, mindestens eine große Supermarktkette verteilte an alle Kunden kostenlos Eis.

Über dem Südosten der USA steht seit Tagen ein extremes Hochdruckgebiet, das auch für die verheerenden Waldbrände in Colorado verantwortlich ist. Dort starben seit vergangener Woche mindestens drei Menschen, fast 350 Häuser wurden zerstört, hunderte Menschen verloren ihr Heim. Erst am Wochenende gelang es der Feuerwehr, den Brand weitgehend einzudämmen. Gouverneur John Hickenlooper sagte CNN, er habe das Gefühl, das Schlimmste sei vorüber. Doch wisse er, dass "Mutter Natur hier draußen sehr launisch ist". "Wir bleiben sehr wachsam", sagte er. (APA, 2.7.2012)

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