Eurokrise als größte Bedrohung für Österreich

2. Juli 2012, 13:40
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Das Ost-Engagement der Banken ist laut IWF-Vertreterin Detragiache gefährlich, die Budgekonsolidierung angemessen

Wien - Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht Österreichs Wirtschaft "in guter Verfassung" und beurteilt das Sparpaket sowie das Tempo der Budgetkonsolidierung als "angemessen". Man sei hingegen recht besorgt, weil eine zu rasche Budgetkonsolidierung in vielen Ländern der Welt die Nachfrage dämpfe und so einer scharfen Rezession führe, sagte IWF-Chefprüferin Enrica Detragiache am Montag bei der Präsentation der vorläufigen Ergebnisse der "Artikel-IV-Konsultationen" eines IWF-Expertenteams in Wien.

Nowotny verteidigt Ostexpansion

Die größte Gefahr droht Österreichs Wirtschaft nach Ansicht der IWF-Experten von außerhalb, nämlich von einer möglichen Verschärfung der Finanzkrise in der Eurozone. Auch die Ostexpansion der österreichischen Banken wird im Ausland nach wie vor kritisch beurteilt und als "übermäßig ehrgeizig" gesehen. Die Ostexpansion sei grundsätzlich eine gute Strategie gewesen, aber man hätte es lieber gesehen, wenn sie in einigen Fällen weniger rasch erfolgt wäre. In einigen Ländern gebe es hohe Kreditausfallsraten, was sowohl für die Kreditnehmer als auch für die Banken schlecht sei. "Wir teilen diese Ansicht nicht", kommentierte Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny die Ausführungen der IWF-Expertin. "Wir als österreichische Zentralbank betrachten die Expansion der österreichischen Banken nach Mittel- und Osteuropa als eine Erfolgsgeschichte", sagte Nowotny. Sowohl die betroffenen Länder als auch die Banken hätten davon profitiert.

Problematisch sei es auch, dass es in Österreich im Vergleich zu anderen Ländern viele Bankfilialen mit vielen Bankangestellten gebe. "Die Profitabilität der österreichischen Bankgeschäfte war in den letzten paar Jahren ziemlich niedrig". Der österreichischen Regierung empfiehlt der IWF eine umfassendere Strategie um die Altlasten der Banken loszuwerden, an denen sich der Staat beteiligen musste und um die daraus resultierenden Belastungen für das Staatsbudget zu reduzieren. Der Bankenaufsicht müssten wirksamere Mittel an die Hand gegeben werden, um bei Fehlentwicklungen rascher eingreifen zu können. 

Moderates Wachstum

Der IWF geht davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum in Österreich im Laufe dieses und im kommenden Jahr etwas beschleunigen, aber insgesamt moderat bleiben wird. Ein leichtes Anziehen der Inlandsnachfrage werde zum Teil durch eine geringere externe Nachfrage wieder zunichte gemacht werden. Die Arbeitslosigkeit werde von einem niedrigen Niveau ausgehend leicht steigen und die Inflation zurückgehen. Der österreichischen Regierung empfehlen die IWF-Experten, die Besteuerung von Arbeit budgetneutral zu senken. Insbesondere sollten die Sozialversicherungsbeiträge gesenkt werden, was durch Umwelt-, Verbrauchs- und Immobiliensteuern ausgeglichen werden könnte. Letztere seien im internationalen Vergleich sehr niedrig. (APA, 2.7.2012)

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    Die Finanzkrise in der Eurozone und das Ostengagement der Banken könnten Österreich weiter abrutschen lassen.

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