Österreichs Manager bei Gehaltsniveau im oberen Mittelfeld

2. Juli 2012, 11:21
28 Postings

Einkommen war Thema beim HR-Circle - Deutsche Führungskräfte verdienen im Schnitt um zehn bis 15 Prozent mehr

Ende Juni diskutierten im Rahmen des HR-Circles Conrad Pramböck (Head of Compensation Consulting bei Pedersen & Partners) und Wolfgang Hammerer (Geschäftsführer WdF - Wirtschaftsforum der Führungskräfte) zum Thema "Reality-Check für Compensation Modelle". Zu Beginn stellte Hammerer die Ergebnisse der jährlichen Einkommensstudie vom Wirtschatfsforum der Führungskräfte (WdF) vor: Demnach verdienen Top-Manager in Österreich rund 192.000 Euro, Führungsebene zwei kommt auf rund 115.000 Euro und Ebene drei auf rund 83.000 Euro brutto pro Jahr.

Pramböck setzte diese Zahlen in Relation zum Einkommen in anderen Ländern. Bei vergleichbaren Unternehmen in gleichen Branchen liegt Österreich mit dem Gehaltsniveau im oberen Mittelfeld. Deutsche Durchschnittsgehälter liegen rund zehn bis 15 Prozent darüber, Schweizer Gehälter um ca. 25 % und in Großbritannien liegen ein Durchschnittsgehalt bis zu 20 % über dem österreichischen Schnitt. Ein niedrigeres Gehaltsniveau gibt es vor allem in Zentral- und Osteuropa (Bulgarien: -60 %, Slowenien: -50 %, Ungarn und Polen - 25 %). Die Gehälter der Top-Führungskräfte der Top 100 Unternehmen in Europa und den USA bewegen sich um die 1,3 Millionen Euro (brutto pro Jahr).

Pramböck räumt in diesem Zusammenhang ein, dass nicht die Branche für den hohen Gehalt verantwortlich sei sondern die Unternehmensgröße. Hammerer ergänzt, dass in Österreich bei den Durchschnittsgehältern (33.000 Euro/brutto pro Jahr) sehr wohl branchenspezifische Unterschiede wahrnehmbar sind, "insbesondere die Pharmabranche zahlt sehr gut, der Handel dafür unterdurchschnittlich", meint er.

Kombination

Beim Thema Gehalt als Motivator waren sich beide Diskutanten einig: Bei manchen Menschen ja, bei anderen nicht. Der optimale Arbeitsplatz verbindet ein gerechtes Gehalt mit einer angemessenen Wertschätzung, einem tollen Team und einer erfüllenden Arbeitsaufgabe. Laut einer Umfrage des WdF sind 48 % der befragten Manager immaterielle Werte wie Lob oder Arbeitsklima wichtiger als das Gehalt. Wobei diese Zahl insofern zu relativeren ist, da es sich bei den Befragten um Manager mit einem überdurchschnittlich hohen Gehalt handelt. Kritisiert wurden bei der Diskussion vor allem die HR-Verantwortlichen, die wesentlich mehr Zeit in die Gestaltung von Vergütungsmodellen stecken, statt eine wertschätzende Unternehmenskultur aufzubauen.

Bei der Frage zu den Unterschieden zwischen Männern und Frauen reagiert Conrad Pramböck emotional: „Wenn ich dieses Thema schon höre, ärgere ich mich. Wir sprechen von Frauenquoten in Führungsetagen und hören dann von unserer Finanzministerin Fekter Sätze wie: "Ich bin doch der einzige Mann in dieser Regierung." Viel wichtiger als eine perfekte Frauen/Männer Quote zu bekommen ist es, weibliche Eigenschaften/Qualitäten in die Führungsetage zu bekommen. Diese können durchaus auch von Seiten der Männer kommen.

Als letztes Thema werde sogennante All-in-Verträge diskutiert. Hammerer weiß, dass die meisten Mitarbeiter mit so einem Vertrag unzufrieden sind und sich häufig ausgenutzt fühlen. Dennoch sieht Pramböck die Zukunft, vor allem bei Gehaltsniveaus über 70.000 Euro, eindeutig bei All-in-Verträgen. (Christoph Wirl, Magazin Training, 2.7.2012)

Hinweis
Der nächste HR-Circle findet am 20. September statt.
Das Thema: "Interne Unternehmenskommunikation mit Online-Meetings, virtuellen Konferenzen & Co: Effizienz-Turbo oder Sand im Getriebe?"

Link
www.hrcircle.at

Share if you care.