Europas Börsen schließen an Freitags-Gewinne an

2. Juli 2012, 18:29
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EZB-Zinsentscheid im Blick

Wien - Die europäischen Leitbörsen haben zum Wochenauftakt an die kräftigen Freitags-Gewinne anschließen können. Der Euro-Stoxx-50 erhöhte sich bis zum Handelsende am Montag um 1,21 Prozent auf 2.292,08 Einheiten. Am Freitag war der europäische Auswahlindex in Reaktion auf die Beschlüsse am EU-Gipfel um fast fünf Prozent nach oben gesprungen.

In der Nacht auf Freitag hatten sich die Staats- und Regierungschefs der Eurozone auf kurzfristige Hilfen für die beiden Krisenländer Spanien und Italien verständigt. Das habe noch zum Wochenauftakt in Form rückläufiger Renditen an den betreffenden Anleihenmärkten positiv nachgewirkt, verlautete es aus Handelskreisen.

Zudem vermeldete die Bank of Japan (BoJ) in ihrem Tankan-Bericht einen verbesserten Stimmungsindex für die japanische Großindustrie, was in Handelskreisen als zusätzliche Kursstütze gewertet wurde. Uneinheitliche Konjunktursignale aus den USA hatten indes kaum Einfluss auf den europäischen Handel.

In Europa selbst wurden am Vormittag Einkaufsmanagerdaten für die Industrie veröffentlicht. Nach Angaben des Forschungsunternehmens Markit stagnierte der entsprechende Index für den Euro-Währungsraum im Juni auf dem Vormonatswert bei 45,1 Punkten, wohingegen in einer ersten Schätzung noch ein Rückgang auf 44,8 Zähler ermittelt worden war. Im Blick steht nun zusehends der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Der Markt stelle sich auf eine Leitzinssenkung ein, sagten Marktbeobachter.

Techwerte ziehen nach oben

Sämtliche Branchenindizes konnten am Berichtstag zulegen, am deutlichsten ging es für Aktien von Technologie- und Bauunternehmen nach oben. Unterdurchschnittlich performten unterdessen Werte aus dem Telekom- und Gesundheitsbereich. Bankwerte fanden sich mit einem Plus von 1,4 Prozent beim entsprechenden Subindex im Euro-Stoxx-600 im guten Mittelfeld ein.

Tagessieger im enger gefassten Euro-Stoxx-50 waren BNP Paribas mit einem Aufschlag von 4,33 Prozent auf 31,65 Euro. Die französische Großbank könnte kurz vor Schließung ihrer Kapitallücken in Spanien und Italien stehen, berichteten Insider. Diese waren ein Grund für die jüngste Abstufung durch Moody's gewesen.

In London gewannen Barclays im Spitzenfeld des "Footsie" um 3,41 Prozent auf 168,40 Pence hinzu. Der Aufsichtsratschef der britischen Großbank, Marcus Agius, hatte angesichts des Zinsskandals seinen Rücktritt bekannt gegeben. Barclays wird die versuchte Manipulation des Liborsatzes vorgeworfen.

Indes rutschten Linde in Frankfurt mit minus 1,67 Prozent auf 120,60 Euro ans untere Ende des DAX. Marktbeobachter führten den Kursverlust auf den höher als kolportierten Kaufpreis für den US-Sauerstoffgeräte-Hersteller Lincare zurück. Der deutsche Industriegasekonzern bietet 41,50 Dollar in bar je Lincare-Aktie, das sich daraus ergebende Gesamtvolumen beläuft sich auf 4,6 Mrd. Dollar. In der Presse war im Vorfeld ein Kaufpreis von 3,4 Mrd. Dollar genannt worden. 


Börse          Index          Schluss       Diff (%)

 Wien           ATX            2.013,72     + 1,94
 Frankfurt      DAX            6.496,08     + 1,24
 London         FT-SE-100      5.640,64     + 1,25
 Paris          CAC-40         3.240,20     + 1,36
 Zürich         SPI            5.671,18     + 0,67
 Mailand        FTSE MIB      14.308,79     + 0,24
 Madrid         IBEX-35        7.124,00     + 0,31
 Amsterdam      AEX              310,27     + 0,96
 Brüssel        BEL-20         2.254,12     + 1,19
 Stockholm      SX Gesamt      1.024,86     + 0,57
 Europa         Euro-Stoxx-50  2.292,08     + 1,21 (APA, 2.7.2012)
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