Schaltsekunde löste Chaos bei Linux-Servern aus

2. Juli 2012, 10:20
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Web-Dienste wie FourSquare und Reddit von Problem mit eingeschobener Sekunde betroffen

Die am 1. Juli eingeschobene Schaltsekunde hat am Wochenende unter Linux zu massiven Problemen geführt. Bei mehreren Web-Diensten, die auf Linux-Servern laufen, kam es infolge dessen vorübergehend zu Ausfällen.

Zahlreiche Web-Dienste betroffen

Von den Problemen betroffen waren laut Wired unter anderem FourSquare, Yelp, StumbleUpon, LinkedIn und Reddit. Bei Mozilla und Debian wurden Auslastungsspitzen bei Servern verzeichnet, sodass mehrere Rechner nicht mehr auf Pings reagierten. Laut Mozilla konnte das Problem durch einen Neustart oder das Neusetzen der Uhrzeit behoben werden.

Problem im Linux-Kernel

Die Probleme treten laut heise in den Linux-Kernelversionen 2.6.26 bis 3.3 sowie bei Applikationen auf Java-Basis auf. Die durch das Network Time Protocol (NTP) eingefügte Schaltsekunde führt demnach zu einer Deadlock-Situation. Dadurch kommt es zu einer dauerhaften Auslastung der CPU und das Betriebssystem reagiert nicht mehr.

Google vorbereitet

Einige Dienste waren darauf besser vorbereitet, zumal die Problematik nicht neu ist. So beugt Google durch eine Modifizierung der NTP-Server - "Leap Smear" genannt - vor. Anstatt die Schaltsekunde auf einmal einzufügen, kommen nach und nach Millisekunden hinzu. Bei diesen kleineren Änderungen kommt die Systemzeit nicht außer Takt. Dass Google auf die Problematik bereits vor Monaten aufmerksam gemacht hat, ist anderen Web-Diensten offenbar entgangen. (red, derStandard.at, 2.7.2012)

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    Nicht alle Systeme kommen mit der am 1. Juli eingeschobenen Schaltsekunde zurecht.

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