Börse Frankfurt: Dax schließt im Plus

2. Juli 2012, 18:46
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Hoffnung auf EZB-Leitzinssenkung stützt

Frankfurt - Dank gut aufgenommener europäischer Konjunkturdaten und Hoffnungen auf Zinssenkungen hat der deutsche Aktienmarkt zum Wochenauftakt weiter zugelegt. Nach knapp behaupteter Eröffnung drehte der Leitindex DAX noch im Frühhandel ins Plus und schloss dort um 79,80 Punkte (plus 1,24 Prozent) fester bei 6.496,08 Einheiten.

Der TecDAX stieg um 13,04 Punkte oder 1,75 Prozent auf 756,78 Punkte. Der M-DAX verbesserte sich 110,75 Punkte oder 1,07 Prozent auf 10.454,46 Zähler. Der HDAX schloss mit 3.333,11 Einheiten und einem Aufschlag von 40,79 Zählern oder 1,24 Prozent. Der C-DAX gewann um 6,92 Punkte oder 1,22 Prozent auf 575,76 Zähler dazu.

Die Industriestimmung im Euroraum hatte im Juni überraschend stagniert und war nicht wie befürchtet zurückgegangen. Trotz der positiven Überraschung lag der Einkaufsmanagerindex für die Industrie aber so niedrig wie seit drei Jahren nicht mehr. Am Nachmittag standen enttäuschenden US-Industriedaten stärker als erwartet gestiegene Bauausgaben gegenüber.

"Die Investoren spielen derzeit die EZB-Karte", sagte ein Marktexperte von Activtrades mit Blick auf den am Donnerstag anstehenden Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank. Mit dem politischem Rückenwind des jüngsten EU-Gipfels sieht er "Raum für einen kleinen Zwischenspurt". Etliche Experten setzen darauf, dass die Währungshüter den Leitzins senken werden, warnen aber vor einem entsprechenden Enttäuschungspotenzial. "Die Stimmungslage ist immer noch von Anspannung geprägt", brachte es der Experte auf den Punkt. Darüber könne auch die zuletzt gute Entwicklung des DAX nicht hinwegtäuschen.

Wie schon am Freitag standen auch zum Wochenauftakt die Bankentitel im Mittelpunkt des Kaufinteresses. Sie profitierten indirekt von der auf dem EU-Gipfel beschlossenen Schaffung einer unabhängigen gemeinsamen Bankenaufsicht. Diese gilt als Voraussetzung dafür, dass sich marode Banken künftig direkt aus Mitteln der Rettungsfonds rekapitalisieren können. Deutsche Bank und Commerzbank verteuerten sich um 1,79 respektive 2,54 Prozent. Aareal Bank waren mit plus sieben Prozent MDAX-Spitzenreiter.

Linde unter Druck

Schlusslicht im DAX waren indes die Aktien von Linde, die um 1,67 Prozent nachgaben. Ein unerwartet hohes Kaufgebot des Industriegasekonzerns für den US-Sauerstoffgeräte-Hersteller Lincare lastete Händlern zufolge auf dem Kurs.

Nach der zunächst gescheiterten Übernahme durch den Medizinkonzern Fresenius sackten die Titel von Rhön-Klinikum am MDAX-Ende um knapp neun Prozent ab. Fresenius hatte eingeräumt, das Ziel, mindestens 90 Prozent plus eine Aktie von Rhön zu erwerben, verfehlt zu haben - die Fresenius-Titel gewannen 0,75 Prozent. Den Deal hatte Konkurrent Asklepios auf der Zielgerade verhindert, indem er selbst im großen Stil Rhön-Aktien kaufte und nun mindestens 5,01 Prozent der Stimmrechte beherrscht. Ein neues Angebot seitens Fresenius innerhalb der nächsten zwölf Monate ist nur möglich mit einer Zustimmung der Finanzaufsicht sowie des Vorstands der Rhön-Klinikum. (APA, 2.7.2012)

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