Griechenland sollte nicht auf Erleichterung hoffen

2. Juli 2012, 09:46
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Eine Verschiebung des Zeitplans für Reformen würde laut Zentralbanker neue Risiken bringen

Athen - EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen hat Griechenland gewarnt, in der Hoffnung auf Lockerungen bei der Verfolgung der vereinbarten Anpassungen nachzulassen. Die neue Regierung sollte keine Zeit mit solchen Überlegungen vertun, und sich mit aller Kraft darauf darauf konzentrieren, die Reformen so wirksam wie nur möglich umzusetzen, sagte Asmussen am Montag in Athen.

"Die neue Regierung hat mit einer ausreichenden Mehrheit im Parlament die Möglichkeit, dies gleich vom Tage eins (ihrer Amtszeit) an zu tun", sagte Asmussen laut Redetext. Eine Verschiebung des Zeitplans für die vereinbarten Maßnahmen und Reformen würde neue Risiken bringen und weitere Hilfsgelder erfordern.

"Das Vertrauen in der Eurozone wiederherzustellen ist, natürlich, momentan die noch größere Herausforderung als die Lösung der Griechenland-Krise", sagte Asmussen laut Text. Spanien könne selbst etwas für die Rückgewinnung von Vertrauen tun, indem das Land einen Rekapitalisierungsplan für seine Banken vorlegt, der jegliche Zweifel an deren Zahlungsfähigkeit ausräumt. Irland und Portugal seien im Übrigen auf gutem Wege bei der Umsetzung ihrer Reformzusagen.

Signale eines Entgegenkommens

In der Athener Zeitung "Kathimerini" (Sonntag) hatte der Asmussen Griechenland Entgegenkommen beim Sparprogramm signalisiert. Es könne über einzelne Bedingungen gesprochen werden, von den grundsätzlichen Vorgaben dürfe aber nicht abgewichen werden. Wenn die Regierung in Athen sage, "sie möchte die Mischung der Maßnahmen ändern, ist dies etwas, was sicherlich besprochen werden kann", sagte Asmussen der Zeitung. Bei den Zielen des Sparpaktes, der das Land wieder kreditwürdig und wettbewerbsfähiger machen soll, sehe er "keinen Rahmen für Änderungen". Asmussen betonte, dass das Land noch immer neue Schulden machen müsse.

Entscheidungen sollen nach den Worten Asmussens erst getroffen werden, wenn Experten der Geldgeber - der sogenannten "Troika" aus Europäischer Zentralbank, Europäische Union und Internationaler Währungsfonds (IWF) - Ergebnisse der Buchprüfung in Athen in den nächsten Wochen vorlegen. (APA, 2.7.2012)

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