Kärntner Amphitheater nach Freilegung kaum genutzt

1. Juli 2012, 20:25
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Sanierungsarbeiten im Kärntner Zollfeld abgeschlossen - Zukunft ungewiss

Maria Saal - Die jahrelangen Sanierungsarbeiten am Amphitheater von Virunum sind abgeschlossen: Die Arena im Kärntner Zollfeld nördlich von Klagenfurt, in der einst Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen stattfanden, ist nun fast gänzlich sichtbar. Bei Führungen auf Anfrage können auch der unterirdische Gladiatorengang und die der Göttin Nemesis geweihte Kultstätte besichtigt werden.

Aus früheren Plänen, das Amphitheater als Event-Arena zu nutzen, wurde bis heute aber nichts. Jetzt möchte Landesmuseums-Direktor Thomas Jerger das seit April freigelegte Areal - in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt und der Gemeinde Maria Saal - "besucherfit" machen. In den Sicherheitsbereich und die Betriebsgebäude müsse noch investiert werden, zu Saisonbeginn 2013 will Jerger ein Schaudepot installieren und alles "viel plastischer" präsentieren.

Die Führungen sollen dann aber weiterhin nur nach Voranmeldung gemacht werden. "Große Sprünge sind aktuell nicht möglich, wir können das Amphitheater nicht den ganzen Tag für Besucher öffnen", sagt Jerger.

Das Amphitheater ist Teil von Virunum, der im ersten Jahrhundert nach Christus angelegten Hauptstadt der römischen Provinz Noricum. Von 1998 bis 2001 wurde die antike Kampfstätte von der Archäologieland Kärnten GmbH freigelegt, nachdem diese in Konkurs gegangen war, übernahm 2004 das Landesmuseum Kärnten die Ausgrabungs- und Sanierungsarbeiten sowie die wissenschaftliche Betreuung.

Laufende Kosten

Der Bürgermeister von Maria Saal (ÖVP) wüsste das Theater gern touristisch genutzt: "Dann hätte man wenigstens eine regelmäßige Rendite", so Schmidt. Das Landesmuseum muss laufend Erhaltungsarbeiten am Gelände durchführen, die Pacht an den Grundstückseigentümer (laut Jerger "keine horrende Summe") wird aus dem laufenden Budget finanziert.

Die Konservierungsarbeiten wurden im Zuge eines gemeinnützigen Projekts durchgeführt, das Langzeitarbeitslosen helfen sollte, wieder in den Arbeitsmarkt integriert zu werden. Die Finanzierung übernahmen Land Kärnten, AMS, Europäischer Sozialfonds und Landesmuseum. "Wir hatten über die Jahre eine gute Kooperation", heißt es dazu von Peter Wedenig vom AMS Kärnten. Auch Wedenig sagt: "Wie es jetzt weitergeht, ist noch unklar." (Jutta Kalian, DER STANDARD, 2.7.2012)

  • Das Amphitheater kann derzeit nur nach Anmeldung besucht werden. Dabei dürfte es bleiben.
    foto: pohl

    Das Amphitheater kann derzeit nur nach Anmeldung besucht werden. Dabei dürfte es bleiben.

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