Anschlag auf Zeuge im Sanader-Prozess gescheitert

1. Juli 2012, 19:36
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Handgranate in Innenhof des Wohnhauses von ehemaligem Chef der "Hypo Leasing Kroatien" geworfen - Sprengkörper explodierte nicht

Zagreb - Auf einen Zeugen im Prozess gegen den ehemaligen kroatischen Ministerpräsident Ivo Sanader ist offenbar ein Anschlag verübt worden, der jedoch missglückt ist. Laut Medienberichten wurde am Samstagabend eine Handgranate in den Innenhof des Wohnhauses des ehemaligen Chefs der "Hypo Leasing Kroatien", Drago Vidakovic, geworfen, die aber nicht explodierte. Minenexperten der Polizei entschärften den Sprengkörper in der kroatischen Hauptstadt Zagreb.

Der Hintergrund des mutmaßlichen Attentatsversuchs war am Sonntag noch unklar, Vidakovic hatte gegenüber der Polizei niemals irgendwelche Drohungen gegen seine Person gemeldet. Vidakovic ist Zeuge im Prozess gegen Sanader, der seit November vergangenes Jahres vor dem Landesgericht in Zagreb läuft.

Sanader steht wegen Kriegsgewinnlertums und Annahme von Bestechungsgeldern vor Gericht. Im ersten Fall soll er in den Kriegsjahren 1994 und 1995 von der Kärntner Hypo Bank eine Provision zum Schaden des Staates angenommen haben, im zweiten Fall Schmiergeld in Höhe von zehn Millionen Euro vom ungarischen Mineralölkonzern MOL.

Vidakovic hatte ausgesagt, dass der damalige Chef der Hypo Bank, Wolfgang Kulterer, Anfang 1995 Sanader einen gelben Umschlag am Parkplatz hinter der dem Hypo-Gebäude in Klagenfurt übergeben habe. Ein drittes Verfahren läuft gegen Sanader und sechs weitere Angeklagte sowie die Ex-Regierungspartei HDZ. Sie sollen den Staat um mindestens 70 Millionen Kuna geschädigt haben. (APA, 2.7.2012)

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