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Rom - Italiens Ex-Innenminister Roberto Maroni ist am Sonntag zum neuen Parteichef der rechtspopulistischen und föderalistischen Oppositionspartei Lega Nord ernannt worden. Der 57-Jährige war der einzige Kandidat bei dem zweitägigen Parteikongress in Asiago bei Mailand. Maroni wurde durch Handheben der Parteidelegierten gewählt.
Maroni, Innenminister in der Regierung des im vergangenen November zurückgetretenen Silvio Berlusconi, versprach einen Neubeginn der Partei nach dem Skandal um die Veruntreuung von Parteigeldern, der den Lega-Gründer und langjährigen Vorsitzenden Umberto Bossi zum Rücktritt gezwungen hatte. Der 70-jährige Bossi bleibt der Gruppierung als lebenslanger Ehrenpräsident erhalten. Der gesundheitlich angeschlagene Politiker brach in seiner Ansprache vor dem Kongress in Tränen aus. "Wir hätten verhindern sollen, dass sich die Partei ruiniert", sagte Bossi.
Neues Statut
Die Lega-Delegierten verabschiedeten ein neues Statut. Demnach wird der Parteichef mit drei Stellvertretern die Gruppierung verwalten. Diese sollen die drei größten norditalienischen Regionen Lombardei, Piemont und Veneto vertreten.
Mit Aufrufen zur Sezession Norditaliens vom Rest des Landes seitens einiger "Hardliner" der Gruppierung hatte am Sonntag der zweite Tag des Kongresses begonnen. "In der Lega Nord zählt das Projekt, die Föderalisierung Italiens, nicht die Namen. Im Leben gibt es Phasen, die zu Ende gehen", kommentierte der Lega-EU-Parlamentarier Matteo Salvini Bossis politischen Niedergang.
In seiner neuen Rolle als Lega-Chef will Maroni heftigen Widerstand gegen das Fachleutekabinett leisten. Die föderalistische Gruppierung führt seit dem Bruch ihrer Allianz mit Ex-Premier Berlusconi im November eine scharfe Opposition zur Expertenregierung.
Maroni kündigte neue Initiativen an, um konkrete Lösungen für die Probleme Norditaliens zu finden. "Wir müssen unser politisches Programm erneuern, um wieder den Konsens zurückzugewinnen, den wir bei den letzten Kommunalwahlen im Mai verloren haben. Wir stehen vor einer großen Herausforderung im Hinblick auf die Parlamentswahlen im kommenden Jahr", sagte Maroni. Bei den letzten Kommunalwahlen hatte die Lega auch wegen des Skandals um Bossi schwere Stimmenverluste hinnehmen müssen. (APA. 1.7.2012)
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