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Michel Platini muss für die EM 2016 Frankreich nicht verlassen, vier Jahre später will er nach London, Berlin, Rom, Madrid ...
Kiew/Wien - Die Türkei, das Trio Irland, Schottland und Wales sowie das Duo Aserbaidschan und Georgien - es mag an den bisherigen Bewerbern liegen, dass Michel Platini schon besonders angestrengt über die EM-Endrunde 2020 nachgedacht hat, obwohl die erst Ende 2013 oder Anfang 2014 zu vergeben ist. Herausgekommen ist eine in Kiew verkündete Idee, von der noch nicht entschieden ist, ob da der Berg gekreißt und ein Mäuslein geboren hat oder ob sich ein Mäuslein einen Berg an Problemen einhandeln will.
"Wir können in zwölf Städten in einem Land spielen, aber auch in zwölf Städten in ganz Europa", sagte also der 57-jährige Präsident des europäischen Fußballverbandes und ließ keinen Zweifel daran, dass er Letzteres für eine großartige Idee hält. "Wir bräuchten keine Stadien oder Flughäfen zu bauen, sondern könnten auf bestehende Infrastruktur zurückgreifen. Das wäre wichtig in wirtschaftlich schwierigen Zeiten."
Einwände, dass solch eine EM gewiss keine der kurzen Wege wäre, könnte Platini mit Hinweis auf die jüngste Endrunde locker abschmettern, tut er aber nicht, weil sie nicht zuletzt durch sein Engagement an Polen und die Ukraine gegangen ist, obwohl die Stadien bis zu 1600 Kilometer auseinanderliegen. Dass die Ukraine an den Vorgaben der Uefa beinahe gescheitert wäre, gab Platini in Kiew immerhin zu. Derartige Zores könnte sich die Uefa mit einer Endrunde, die ausschließlich in europäischen Kapitalen aufgeführt wird, ersparen.
Die Reaktionen auf die Idee, die Platini zunächst im Herbst den 53 Uefa-Mitgliedsverbänden erläutern und dann im Jänner 2013 zur Abstimmung vorlegen will, fielen erwartungsgemäß uneinheitlich aus. "Ein Traum, hoffentlich ist er auch umsetzbar", schrieb die Gazzetta dello Sport wohl wissend, dass Italien mit seiner Stadien-Infrastruktur einerseits und seiner horrenden Staatsverschuldung andererseits so bald kein Fußball-Event ausrichten wird. Die Daily Mail bezeichnete den Plan dagegen als "eher bizarr".
Kleine Verlierer
Fan-Gruppierungen kritisieren, dass wieder nur Vermarktungsinteressen im Vordergrund stünden, die Anhänger und die kleineren Fußballnationen aber bei einer solchen Lösung verlieren würden. Gerade Letztere sollten dagegen durch Herabsetzung der Uefa-Auflagen zu eigenständigen Bewerbungen ermutigt werden.
Alfred Ludwig, der Generaldirektor des Österreichischen Fußball Bundes (ÖFB), hält Platinis Traum von quasi vereinigten Europameisterschaften nur auf den ersten Blick für charmant. "Das klingt natürlich gut, dass Europa auch im Fußball weiter zusammenrücken sollte. Diese Idee ist auch typisch Platini." Ludwig weiß aber aus eigener Organisationserfahrung, dass die Stadien das geringste aller Probleme sind, die die Ausrichtung einer EURO aufwirft. "Bewerben müssen sich erst recht wieder die Länder und nicht die Stadien. Und dann muss man bis zu zwölf Bewerber koordinieren - vom Steuerrecht bis hin zur Exekutive. Ein, zwei, ja sogar drei Ausrichter haben da deutlich geringere Probleme.
Der Idealfall ist ein großer Ausrichter wie Frankreich mit der Endrunde 2016, die erstmals mit 24 Mannschaften ausgespielt wird. Die Zahl der EM-Partien erhöht sich von 31 auf 51. Dass die Qualität sinken wird, glaubt der Uefa-Boss nicht. "Wir können acht weitere Teams haben, die so gut wie der Rest sind", sagt Platini.
Kleine Probleme
Die Vorbereitungen auf die dritte EM in Frankreich nach 1960 und 1984 laufen noch etwas holprig, werden Platini aber keine schlaflosen Nächte bereiten. Straßburg hat bereits im Sommer 2010, Nancy Ende 2011 seinen Rückzug als Austragungsort wegen Kapitalmangels verkündet. Auch Bordeaux, wo wie in Lille, Nizza und Lyon ein neues Stadion gebaut wird, hat finanzielle Schwierigkeiten. Insgesamt soll in elf Arenen gespielt werden. Die Gesamtkosten des Neubau- und Modernisierungskonzeptes sind mit rund 1,8 Milliarden Euro veranschlagt.
Weit weniger wird es die Gastgeber kosten, ein schlagkräftiges Team auf die Beine zu stellen. Laurent Blanc wird es jedenfalls nicht führen. Der " Le President" genannte Coach wird nach Querelen mit Verbandspräsident Noel Le Graet seinen Vertrag nicht verlängern. Als Nachfolger ist Didier Deschamps im Gespräch. Der Kapitän der Weltmeister von 1998 soll seinen Vertrag bei Olympique Marseille bereits am Freitag aufgelöst haben. (sid, lü - DER STANDARD, 2.7. 2012)
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Mit der Aufstockung auf 24 Länder war klar, dass 1-Veranstalterland-Turniere eher die Ausnahme werden. Ausser En, Fr, De, Es und It wird dies kaum möglich sein bzw wird dies bei den beiden letztgenannten Ländern finanziell kaum mehr zu machen sein. Aber auch 2-Land-Turniere bei 11 oder 12 Stadien werden schwierig zu veranstalten sein. 3 oder 4 Länder Turniere unter Verwendung von vorhandener Struktur, wird ein Ausweg sein.
Dh die Uefa wird sich mit der Auflockerung der Vergaberichtlinien bzw Erwartungshaltung Abstriche machen müssen.
Hinsichtlich der Bewerbung Sco, Wal und Irl bewerben sich zwar 3 Fussballverbände, aber 2 Länder (UK und IRL).
Tatsche ist, dass Platini jetzt die Rechnung für den eigenen Größenwahn präsentiert bekommt.
Er wollte ja unbedingt die Aufstockung auf 24 Teams, womit die Gefahr kleiner wird, dass irgendein bedeutendes Fußballand die Quali nicht schafft und , die TV-Quote dort sinkt, etc.
Nebenbei wird das Turnier dann genauso lang wie eine WM, und damit hätte er es Blatter so richtig gezeigt ...
ABER: So ein Großturnier ist nur sehr schwer auszutragen, und er hat bis jetzt keine ernsthafte Bewerbung für 2020 am Tisch liegen.
Die UEFA hat keinen Austrager! Russland hat die WM 2018 , die Türkei hofft auf Olympia 2020, und übrig bleiben: Georgien/Aserbaitschan. Irland/Schottland/Wales.
Das will er nicht, weswegen er die Vergabe verschoben wurde.
Verwirklicht Platini diese Idee, dann verschwinden nicht nur die Weissen Elefanten: Es wird auch sportlich interessanter.
Die Zeit in der Länder wie die Schweiz, Oesterreich, Polen oder die Ukraine als Gruppenköpfe gesetzt werden ist dann endlich vorbei.
2008 nahm das ganze groteske Ausmasse an: Keiner der Favoriten wollte als Gruppenkopf gesetzt werden. Man hoffte darauf der Schweiz oder Oesterreich zugelost zu werden.
Als Folge dieses Unsinns gab's auch 2008 eine sog. Todesgruppe mit Holland, Italien und Frankreich.
Endlich ein intelligenter Plan von Platini. Das würde nämlich das Ende der Weissen Elefanten bedeuten. Alle zwei Jahre werden in irgendwelchen Ländern für Milliarden von Steuergeldern Stadien gebaut, die nachher keiner mehr braucht. Siehe Südafrika. Was hat denen die WM gebracht? Nichts ausser Schulden . Die Millionen, die man für die WM ausgegeben hat, hätte man sinnvoller verwenden können. Das gleiche gilt für die UKRAINE.
Der Gedanke, dass eine EM in einer bestehenden Infrastruktur durchgeführt werden soll, ist brillant.
Wer wollte die EM unbedingt in der Ukraine und in Polen haben? Richtig, Herr Platini! Wer hält Katar für die richtige Entscheidung? Wieder richtig, Herr Platini!
Das Problem ist nicht das "System" sondern die Vergabe an Länder wo die Kohle stimmt und es am meisten Stimmen für die nächste Wahl zu gewinnen gibt, unabhängig von Nachhaltigkeit.
die sicherheitsprobleme sehe ich weniger. auch jetzt wird cl und el in etlichen stadien gleichzeitig in mehreren ländern ausgetragen. weiss jetzt nicht wo es da probleme gibt.
einzig mit so repressionssachen könnte es eng werden. da müssten dann halt die anlassgesetzt, die jetzt bei einer großveranstaltungen im vorfeld durchgewunken werden (sicherheitspolizeigesetzt usw.) in ganz europa gelten. oder was meint man sonst damit?
also ich steh der aufstockung auf 24 teams eher skeptisch gegenüber, weil dann kleinere länder geringere chancen haben, eine EM zugesprochen zu bekommen. außerdem ist bei einem 16er-feld der modus einfacher zu bestimmen. das WM-system von 1986-1994 (24 teams mit 6 gruppen und das komische ding mit den punktebesten dritten) will ich eigentlich nicht wieder haben. also wenn schon unbedingt 24 teams, dann noch eher den modus der WM 1982 mit den zwischengruppen.
auf der einen seite finde ich es super, wenn die europameisterschaft in mehreren ländern stattfindet, allerdings bin ich gegen eine aufstockung auf 24 teams, da dadurch das leistungsniveau sinken wird - ähnlich wie bei der wm... die kosten bzgl stadionbau würden sich auf mehrere staaten aufteilen bzw wegfallen, auch die fans werden ihre freude haben wenn spiele sowohl in paris, berlin oder auch wien stattfinden würden - die atmosphäre wäre in mehreren ländern spürbar. summa summarum: eine gesamt-europäische em wäre sicher eine interessant idee, allerdings bitte ohne aufstockung der teams, sonst bekommen wir bald verhältnisse wie bei der wm und es kommt vl zu spielen wie FIN vs GER, AUT vs SLO oder SUI vs BUL...
Höhenluft und gewaltiges Panorama machen Kitzbühel und Hupfgarten zu prädestinierten Veranstaltern, und das einzige Stadion in Innsbruck läßt keine Steigerung in punkto Wirtschaftlichkeit zu.
Natürlich hat "Ein-Tirol" als alternative Nationalmanschaft einen symbolhaften Charakter, man stelle sich das prickelnde Ambiente im Duell mit unseren italienischen Nachbarn vor.
ohne jetzt gleich alles zu ende gedacht zu haben, gefällt mir die idee sehr gut. die gruppen könnten jeweils an ein land vergeben werden, die 1/4-, 1/2 und 1/1 Finale dann jeweils an andere.
z.b. vorrundengruppen in ländern wie tschechien, dänemark, etc. , halb-finale und finale dann in städten mit top-stadien. warum nicht? bringt top-fussball in die kleineren ländr, und es würden 2-3 stadien pro land reichen.
...lieber herr platini wäre es wohl, die spiele gleich via virtualrealitywlaninternet abzuhalten
so könnten zusätzlich zu all den dingen die der uefa so gegen den strich gehen, wie lokalkolorit, flair und echte begesiterung auch gleich die horrenden reisekosten abgeschafft werden.
bleiben sie nicht am halben weg stehen, gehen Sie voran den weg zur unaufhaltsamen zerstörung des fussballs!!
ich denke doch, dass Österreich gute Chancen hat, in der Quali zumindest über den dritten Gruppenplatz und dann das Playoff sich zu qualifizieren. Zur Erinnerung: ab der nächsten Euro sind alle Quali-Ersten und -Zweiten, sowie der beste Gruppendritte fix qualifiziert.
Die Stadien sind das kleinste Problem? Na da fragen wir mal die polnischen und ukrainischen Städte in ein paar Jahren.
Die Idee von Platini finde ich interessant. CL-Spiele müssen ja auch nicht extra viel organisiert werden.
Das EM Flair geht natürlich dadurch stark zurück.
Die Frage ist nur, spielt dann Spanien in Madrid oder doch in Pari oder vielleicht auch in Wien?
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