RBS feuert nach Zins­skandal vier Mitarbeiter

London - Im Skandal um mutmaßliche Zinsmanipulationen bei mehreren Großbanken hat die britische Royal Bank of Scotland (RBS) Medienberichten zufolge vier Mitarbeiter entlassen. Wann die Händler gehen mussten, sei nicht klar, berichteten unter anderem die Nachrichtenagentur PA und der Sender BBC. Von der Bank gab es zunächst keine Stellungnahme. Sie ist seit der Finanzkrise größtenteils verstaatlicht.

Mehrere Banken in Europa und den USA sollen versucht haben, den sogenannten Liborsatz zu beeinflussen. Dieser legt unter anderem fest, zu welchem Zinssatz sich die Banken gegenseitig Geld leihen. Er wird auch als Benchmark für den Derivatehandel verwendet.

In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass die britische Barclays an die Finanzaufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien sowie an das US-Justizministerium eine Strafe in Höhe der Rekordsumme von 290 Mio. Pfund (rund 345 Mio. Euro) zahlen muss. Auch RBS hatte zugegeben, Teil der Ermittlungen zu sein.

Die britische Regierung kündigte eine parlamentarische Untersuchung des Falles an. Unter anderem soll dabei Barclays-Chef Bob Diamond aussagen. (APA, 1.7.2012)

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5 Postings
Natürlich

feuert man die Sündenböcke, die völlig ohne das Wissen der Chefetage gehandelt haben:)

Schade, so schade ...

Damit verliert die Finanzbelügungsindustrie wieder vier Leistungsträger. Ein "Bauernopfer". Denn die Finanzbelügungsindustrie arbeitet dennoch reibungslos weiter.

Daran wird sich nichts ändern, solange wir alle zusammen als Kunden die Dienste der Finanzindustrie nutzen.

vieles davon nutzen ...müssen... :-(

Naja, vieles davon ist schon freiwillig. Wir müssen überschüssiges Geld nicht in Investmentfonds anlegen oder von der Bank möglichst viel Zinsen auf das Sparbuch fordern. Aber genau diese Kunden, die dort anlegen wo der höchste Gewinn versprochen wird, die treiben das System an. Ist ja in Ordnung, es kann ja jeder mitmachen oder auch nicht.

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