Regierung setzt Maßnahmen gegen Geldwäsche um

1. Juli 2012, 11:51
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Bargeldzahlungen nur unter 1.000 Euro

Rom - Die Regierung Monti setzt Maßnahmen zur Bekämpfung der Geldwäsche um. Ab dem heutigen Sonntag können in Italien lediglich Beträge unter 1.000 Euro künftig mit Bargeld bezahlt werden. Bisher lag die Grenze noch bei 2.500. Geldflüsse über 1.000 Euro sollen per Kreditkarten, Banküberweisung oder Scheck erfolgen.

Ein Zeichen, dass in Italien viel Geldwäsche betrieben wird, ist der starke Bargeldumlauf. Nur zehn Prozent der Italiener zahlen mit Kreditkarte oder Bankomat, im Rest Europas sind es über 30 Prozent. Der Prozentsatz der Bargeldzahlungen beträgt 59 Prozent in Frankreich und 78 Prozent in Deutschland. In Italien sind es 90 Prozent.

Schattenwirtschaft und Geldwäsche grassieren in dem von der Rezession schwer belasteten Italien. Nach Angaben der Banca d' Italia stammen zehn Prozent des italienischen Bruttoinlandprodukts (BIP) aus illegalen Aktivitäten, das entspricht einer Rekordsumme von 160 Milliarden Euro. Die Schattenwirtschaft profitiere von dem globalen Markt und habe kaum die Auswirkungen der Wirtschaftskrise gespürt, heißt es in einem Bericht der Notenbank. Geldwäsche sei eine Brücke zwischen der Kriminalität und der legalen Wirtschaft.

Damit würde sich vor allem das organisierte Verbrechen die Mittel beschaffen, um in das Wirtschaftssystem aufgenommen und integriert zu werden. "Denn illegal erwirtschaftetes Geld ist an sich nicht besonders liquide, es kann nur innerhalb eines illegalen Netzes verwendet werden. Nur mit Geldwäsche können diese Summen in die legale Wirtschaft einfließen", heißt es im Bericht. (APA, 1.7.2012)

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