Zwölf Menschen bei Unwettern in den USA getötet

1. Juli 2012, 18:27
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3,7 Millionen Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten - Notstand in vier Staaten ausgerufen

Washington/San Francisco - Bei schweren Gewittern mit orkanartigen Böen sind im Osten der USA sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Allein fünf Menschen seien bei Unwettern in der Hauptstadt Washington und Umgebung getötet worden, berichtete der Sender CNN am Samstag. Rund 3,7 Millionen Haushalte waren in neun Bundesstaaten von der Stromversorgung abgeschnitten, in vier Bundesstaaten wurde der Notstand ausgerufen.

Rund um die US-Hauptstadt wurden in der Nacht auf Samstag Stürme mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde gemessen. In den Straßen lagen umgestürzte Bäume, herabgefallene Äste, Mülleimer und umgerissene Schilder. Zwei ältere Frauen im Alter von 90 und 71 Jahren wurden getötet, als Bäume auf ihre Häuser stürzten, wie die Zeitung "Washington Post" berichtete. Ein weiterer Mensch starb durch ein herabhängendes Stromkabel. In Virginia starben laut Medienberichten sechs Menschen.

Notstand ausgerufen

Durch die schweren Stürme fiel in zahlreichen Bundesstaaten der Strom aus. In den Staaten Maryland, Virginia, West Virginia und Ohio wurde der Notstand ausgerufen. In Gesprächen mit den Gouverneuren der betroffenen Bundesstaaten versprach US-Präsident Barack Obama Hilfe der Regierung. Der Gouverneur von Virginia, Bob McDonnell, erklärte, es handle sich um den größten Stromausfall in der Geschichte des Bundesstaates, der nicht auf einen Hurrikan zurückzuführen sei. Es werde mehrere Tage dauern, bis sich die Lage wieder normalisiere.

Die schweren Stürme waren die Folge einer Hitzewelle, die seit Tagen den Osten der USA fest im Griff hat. Vom Mississippi bis zur Atlantikküste wurden Temperaturen von rund 38 Grad Celsius gemessen, Hinweise auf eine baldige Abkühlung gab es zunächst nicht. In einigen Regionen sei sogar mit Rekordtemperaturen zu rechnen, teilte der Wetterdienst mit. Für Gebiete zwischen Illinois und Georgia wurden Hitzewarnungen herausgegeben.

"Kühlzentren" statt Klimaanlagen

Wegen des Stromausfalls waren inmitten der Hitzewelle tausende Haushalte ohne Klimaanlagen. Örtliche Behörden richteten in Schulen, Bibliotheken und anderen öffentlichen Gebäuden "Kühl-Zentren" ein, um den Menschen ohne Klimaanlagen zu helfen. Zahlreiche Menschen suchten auch in den relativ gut gekühlten Einkaufszentren Zuflucht. In klimatisierten Kinos waren alle Vorstellungen ausverkauft.

"Wenn Sie eine Klimaanlage haben und nicht vom Stromausfall betroffen sind, denken Sie darüber nach, Verwandte oder Freunde aufzunehmen, die keine Klimaanlage haben oder mit der Hitze nicht gut umgehen können", forderte der Gouverneur von Maryland, Martin O'Malley, die Bürger auf.

Der Stromversorger Pepco, der die Region von Washington versorgt, teilte in einer automatischen Telefonnachricht am Samstag mit, dass 440.000 Kunden noch ohne Strom seien. Angesichts der schweren Schäden werde die Wiederherstellung der Stromversorgung voraussichtlich etwa eine Woche dauern. (APA, 1.7..2012)

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    Die schweren Stürme waren die Folge einer Hitzewelle, die seit Tagen den Osten der USA fest im Griff hat. Vom Mississippi bis zur Atlantikküste wurden Temperaturen von rund 38 Grad Celsius gemessen.

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