"Minister als Vollstrecker der Stadt"

  • Inge Friehs
    foto: ams/spiola

    Inge Friehs

Mit seiner AMS-Personalpolitik zieht Minister Hundstorfer Zorn auf sich. Die unterlegene Kandidatin Inge Friehs sieht sich als Opfer von Einschüchterungen

Wien - Die Verliererin nimmt sich kein Blatt vor den Mund. "Ich habe der Gemeinde Wien politisch nicht ins Konzept gepasst", sagt Inge Friehs, " und Sozialminister Hundstorfer hat sich zu ihrem Vollstrecker gemacht."

So erklärt sich Friehs, dass Rudolf Hundstorfer (SPÖ) nicht sie, sondern mit Petra Draxl eine Mitarbeiterin aus dem eigenen Ressort zur neuen Leiterin des Arbeitsmarktservice Wien gemacht hat. Wie der Standard berichtete, zogen sich die Querelen um die Neubestellung über Monate hin. "Massiv eingeschüchtert" sei sie von Widersachern aus dem Ministerium worden, erzählt Friehs: "Wenn ich mich weiter widersetze, so hieß es, würde mir Böses widerfahren."

Die bisherige stellvertretende Leiterin des Wiener AMS, das pro Jahr 350 Millionen an Förderungen vergibt, hält ihre Ausbootung deshalb für einen " würdelosen" und "demokratisch untragbaren" Akt, weil sie aus dem Auswahlverfahren als bestqualifizierte Kandidatin hervorgegangen sei. Tatsächlich bestätigt ein internes AMS-Protokoll diese Ansicht: Der eigens eingeschaltete Personalberater nennt Friehs darin als Erstgereihte, während Draxl am letzten von drei Plätzen landete. Hundstorfer pocht freilich darauf, dass in den schriftlichen Unterlagen, die für die Entscheidung geschickt wurden, keine Reihung enthalten war.

Warum sie glaube, dass die Wiener Stadtregierung sie verhindern wollte? " Ich agiere eben nicht auf Zuruf", sagt Friehs. Sie habe die Aussprache mit Finanzstadträtin Renate Brauner und Bürgermeister Michael Häupl gesucht, "aber man redet nicht mit mir".

Grant des Bundeskanzlers

Zorn zog sich Hundstorfer auch im Burgenland zu - nur schäumen dort die eigenen Genossen. Der Minister hatte die Wiederbestellung der dortigen AMS-Chefin Helene Sengstbratl abgenickt, die Landeshauptmann Hans Niessl schon im Vorjahr als "Fehlbesetzung" abqualifiziert hatte. Die aus der Industriellenvereinigung stammende Sengstbratl hatte anlässlich der Arbeitsmarktöffnung gemeint, dass es keinen Sinn habe, "gegen ausländische Arbeitskräfte zu wettern, wenn sie jetzt ohnehin legal da seien", aber solch nüchterner Realismus drang nicht bis ins Innere der SPÖ vor.

Einen "Affront" nannte Soziallandesrat Peter Rezar die Verlängerung: " Der Minister wird die Fehlentwicklungen am Arbeitsmarkt verantworten müssen." Auch am Landesparteitag vor einer Woche hielt sich Rezar nicht zurück - bis zum Grant des Kanzlers. Nach einem Wortgefecht vor erstaunten Beobachtern verließ Ehrengast Werner Faymann vorzeitig und erzürnt das schöne Pamhagen. (Gerald John, Wolfgang Weisgram, DER STANDARD, 30.6./1.7. 2012)

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nepotismus und co

das problem bei allen zu lange regierenden parteien , so auch der spö in wien aber auch der övp in nö ist die zunehmende abschottung. vertrauen in gute und die besten köpfe fehlt es zählt der reine machterhalt mit nepotismus und freunderlwirtschaft aus angst vor "fremden" in den eigenen reihen - ein altes spiel - so auch hier mit frau friehs und co..... das wirklich schlimme ist, dass so die so wichtigen organisations innovation in allen parteinahen organisationen nicht oder nur sehr sehr langsam stattfinden können - das zerstört über kurz oder lang die kraft dieser organisationen weil sie vorwiegend als versorgungspostenauffangbecken dienen...entwicklungsverhinderung auf steuerkosten, im schulbereich, im jugendbetreuungsbereich uvm

was sagt heinisch-hosek dazu, daß eine qualifizierte frau derart übergangen wird, nur weil sie politisch nicht opportun ist?

das ist doch nur eine weitere unverfrorenheit

in unserer parteiendiktatur. in ihrer selbstherrlichkeit haben sie einiges von ihrem realitätsgefühl verloren und vielfach keinen genierer. das zeigen solche entscheidungen. verbunden mit jener entscheidung, die parteienförderung zu erhöhen und gleichzeitig den steuerzahler noch mehr geld aus der tasche zu ziehen.

das einzig erfreuliche ist, dass es mit dem system - hoffentlich - bald vorbei ist. wobei die grünen bemüht sind, dieses system der unverfrorenheit zu verlängern. siehe wien

Ist die Dame jetzt arbeitslos?

Wenn WKO Leitl so verärgert ist, wird er die Dame sicher in die Frauenförderung einschließen...

die Dame kommt aber aus der SPÖ, da wäre dann der Herr Muhm zuständig

zu rerreichen unter:
werner.muhm@akwien.at
:-))

Korrektur: " ... erreichen ..."

Die Deppen gehören ja alle zum AMS!

Aber als jobsuchende Arbeitslose.

Spätpubertäres Querulantentum

gepaart mit eklatanten Defiziten bei der sozialen Kompetenz und im Bereich des Networking qualifizieren einen wirklich nicht für eine Spitzenposition.

sie

wandeln vermutlich mit einem von der partei montierten brett vor dem kopf durchs leben. so merken sie auch nicht, wenn sie wo anrennen. so wie eben jetzt

und das wissen Sie weil ?

Antwort a) Auftrags-Poster ?
Antwort b) Insider mit "Beurteilungs-Kompetenz" ?
Antwort c) altgedienter SPÖ-Funktionär, dem Parteidisziplin über Fachkompetenz geht ?
Bitte richtige Antwort ankreuzen.

Naja

Auch die unterlegene, gegenüber den beiden anderen Kandidaten angeblich bessere, Kandidatin dürfte nicht nur aufgrund ihrer Qualifikation im Rennen sein und auch einen Hintergrund haben, nicht umsonst wird ja erwähnt, dass auch sie Sozialistin sei. Das richtige Mitleid mit der weniger schlagkräftigen Seilschaft hält sich in Grenzen.

Da sieht man wieder

was "objektive" Postenvergabe ist: Nichts anderes, als ein sinnlos teurer Alibiaufwand für eine Entscheidung, die ohnehin nicht anders fallen hätte sollen.

Was für Elefantenkuh hat diesem Rezar ins burgenländische Hirn geschissen?!

" bestqualifziert " ....

Ich denke, die PERSON selbst überwiegt in viele Fälle, das was man nach einer A-Z Liste als Qualifikation bezeichnet. Praktisch gesehen ist Wissen nicht alleine das einzige, das man in einer bestimmten Position braucht, aber manche können viel vorweisen, weil sie besser und leichter lernen. Würde man betreffend Arbeitsmarkt das Wissen einer Wirtschaftsuni einsetzen so steht doch auf Grund dessen was man lernt fest, das etwa ältere Mitarbeiter teurer sind, als jüngere billiger wären. Hat man etwa die Qualifikation einer WU so ist das für den Umgang mit Arbeitslose das Kontra. Aus der Sicht ist eine Mitarbeiterin aus dem Sozialenbereich im Arbeitsmarkt mehr Vertrauenswürdig, und besser geeignet als eine noch so gescheite.

wieso ?

wenn ein Tierarzt Frauenministerin wird, dann passt das doch!

wenn ein Maschinenschlosser Gesundheitsminister wird

wundert mich gar nichts mehr.

Die ÖVP ist da nicht besser: der Vorsitzende des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger ist Winzer und kann nicht mal ein Spitalsträger-internes Patientendatenmanagementsystem von einem überregionalen electronic health record unterscheiden.

und nur die partei

erkennt die wirklichen qualitäten. je weiter oben, desto größer das wissen. wer ganz oben ist, weis alles.
solche überlegungen waren übrigens die grundlage für das führerprinzip

05:34 - eh klar, was soll um diese Zeit schon vernünftiges aus der Löwelstraße kommen.

Hi, miss spock !
Sie waren doch schon zu Jahresbeginn Kampfposterin der Löwelstraße in der Causa Pelinka.
Nach Durchsicht meines Posting-Archivs steht das fest.
Ihr Stil und Ihre Grammatik haben sich in diesem halben Jahr auch nicht verbessert.
Wie wär's mit einem Kurs vom AMS, hm ?
;-)

Damals bei PELINKA ärgerte mich nur das ...

Wenn ich als Generaldirektorin eine bestimme Person in mein Vertrauen geschlossen habe, dann mag ich es nicht wenn mir andere vorschreiben, das sie lieber ihre Wahl auf den Posten hätten. ICH möchte das mitentscheiden, nicht aber das ich durch andere als Marionette gelenkt werde. Immerhin ist MEIN SCHREIBTISCH eine VERTRAUENSSACHE die ich mit niemand teilen möchte, wer immer mir ZWANSWEISE und UNTER DRUCK in das BÜRO gesetzt wird. Das sollte man auch verstehen. Das geht über das PATEI DENKEN hinaus, aber es ist auch so: Wer will wirklich Leute um sich, die jeden Fehler und Mangel auszeichnen und damit dann ihren Zweck verfolgen, wobei man hier nicht von Korruption spricht. Gemeint ist damit, das die Neigung zu Mobbing besteht...

heißt im Klartext: jeder Chef hat jeden Fehler seiner Mitarbeiter gefälligst zu tolerieren,

Hauptsache, die "soft skills" passen ?
Unfähige an die Macht, ja ?
Mei, mei, mei . . . .
14:09, Hitzekoller, wie ?

... und schon wieder: ein Regel- und Normenreiter.

Wohl mit Frau Friehs, der Juristin bekannt - um auf Fehler bei Normen hinzuweisen? Bei Meinungen geht es um die Sache, nicht aber um Grammatik, Stil oder Rechtschreibfehler. Viele wie Sie machen das gerne. Sie denken weniger an die Sache, als an die Grammatik. Ein Beispiel ist diese Regel in der Wirtschaft: Ältere Arbeitnehmer wünscht man gerne in die Pension, auf das Arbeitsamt, oder in Sozialpläne. Das weil sie älter sind. Hier gilt es diese Regel der Wirtschaft zu ändern. Genau aus solche Gründe ist eine Juristin eigentlich nicht die erste Wahl für die Leitung des AMS. Hier ist nicht LEITLS Kandidatin vorzuziehen. Es spricht dorch für sich wenn die Wirtschaftskammer für wem eintritt! Mir scheint Frau DRAXL aus dem Sozialressort ideal.

gehen Sie sich abkühlen.

Gänsehäufl, Donauinsel, wurscht wo . . . .
Die Hitze bekommt Ihnen nicht.
;-)

bei Ihrer Grammatik (und Ihrer Orthographie) schaden Sie Ihrer Sache

denn Sie straft Ihre These
"Es sollte doch so sein, das nicht nur die BESTEN die BESSEREN MÖGLICHKEITEN HABEN"
offensichtlich Lügen.
Denn Ihre "soft skills" mögen top sein,
Ihre "hard facts" würden jeden (!) personal-recruter abschrecken.
Wie gesagt: ein Kurs beim AMS würde Ihnen wirklich nicht schaden.
L.G.!
n21

für sie

ist wahrscheinlich die unterwürfigkeit gegenüber der parei das wesentliche. mti dieser einstellung hätten sie vor 70 jahren blendende karriere gemacht.

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