Faschisten scheitern bei Wahl der Vize-Parlamentspräsidenten

29. Juni 2012, 17:21

Kandidat erhält aber mehr Stimmen als Partei Abgeordnete hat

Athen - Die griechische faschistische Partei Chryssi Avghi (Goldene Morgenröte) ist mit ihrer Bewerbung um einen der Vizeposten im Parlamentspräsidium gescheitert. Der von Chryssi Avghi am Freitag ins Rennen um einen der sieben Stellvertretersitze geschickte Ex-Soldat Polyvios Zissimopoulos erhielt 41 von 75 erforderlichen Stimmen, wie Parlamentspräsident Vangelis Meimarakis bekanntgab. Demnach waren 204 Stimmen ungültig, 39 Stimmzettel wurden leer abgegeben. Allerdings konnte Zissimopoulos 23 Stimmen mehr verbuchen, als seine Partei Abgeordnete im 300 Sitze zählenden griechischen Parlament hat.

Der Sitz im Parlamentspräsidium bleibt damit unbesetzt, wie es Sozialisten-Chef Evangelos Venizelos am Vortag bereits gefordert hatte. Venizelos hatte zum Boykott des Chryssi Avghi-Kandidaten aufgerufen. Die rechtsextremistische Partei dürfe "nicht die erforderliche Stimmenmehrheit bekommen, wenn eine solche Kandidatur eingereicht wird, der Sitz sollte vakant bleiben", sagte Venizelos am Donnerstag. Bei der Parlamentswahl Mitte des Monats war die offen faschistische Partei mit sieben Prozent erneut ins Parlament in Athen eingezogen. (APA, 29.6.2012)

Der Sitz im Parlamentspräsidium bleibt damit unbesetzt, wie es Sozialisten-Chef Evangelos Venizelos am Vortag bereits gefordert hatte. Venizelos hatte zum Boykott des Chryssi Avghi-Kandidaten aufgerufen.

Echte "Demokraten" eben .....

Ja, echte Demokraten, ganz ohne Anführungszeichen.

Das Prozedere sieht eben vor, dass die stellv. Parlamentspräidenten von den Parlamentsabgeordneten gewählt(!) werden. Ihn haben sie nicht gewählt. Eine demokratische Entscheidung also.

Dass Faschisten ein Riesenproblem mit demokratischen Entscheidungen haben, wenn die nicht wunschgemäß ausfallen, ist allerdings eh nichts Neues.

Ach so,

in Griechenland.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.