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Gabriele Fischer hat seit Jahren eine Mission. Auf der Kinderklinik muss es mehr Offenheit und Transparenz geben. Foto: Uwe Schwinghammer

"Es gibt ein massives Kommunikationsproblem und viel zu wenig Personal", sagt Fischer über die Innsbrucker Klinik.
STANDARD: Kürzlich wurde ein Gutachten nach dem Tod eines dreijährigen Mädchens in der Kinderklinik präsentiert. Darin werden organisatorische Mängel als Mitursache am Tod des Mädchens festgestellt. Sie präsentieren mit der Elternplattform Kinderklinik immer wieder dramatische Fälle. Warum?
Fischer: Ich war selbst betroffen. Meine Tochter war vor 13 Jahren eine Frühgeburt. Damals hatte ich einen ersten, sehr intensiven Kontakt mit der Kinderklinik. Manche Dinge haben mir nicht gepasst. Wir waren drei Monate in der Klinik. Und ich lernte den Betrieb kennen. Es war damals räumlich so beengt, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass man Frühgeburten dort gut betreuen kann.
STANDARD: Wie wollten Sie das damals ändern?
Fischer: Ich habe mich mit anderen Eltern zusammengeschlossen. Wir haben 200 Unterschriften gesammelt. Und bin zur Tilak (Tiroler Landeskrankenanstaltenbetreiber) gegangen und habe gesagt: Könnt ihr nicht etwas ändern. Damals dachte ich noch, das Management sei heilfroh, wenn Betroffene sagen, dass etwas nicht gut läuft. Es ging ja nicht um kostspielige Dinge, sondern lediglich um strukturelle Änderungen. Dann habe ich gemerkt, dass das niemanden interessiert. Keinen. Das hat mich sehr betroffen gemacht. Denn ich war betroffen. Mit Kindern muss man besonders gut umgehen. Ich habe dann bemerkt, dass viele Eltern das ähnlich sehen.
STANDARD: Welche Verbesserungen wünschen Sie sich?
Fischer: Wir wollen Konzepte, Transparenz und Offenheit. Auch der neue Chef der Kinderklinik, Gerhard Gaedicke, hat gesagt, er finde Baustellen ohne Ende. Das sagen wir seit mindestens zehn Jahren. Es gibt ein massives Kommunikationsproblem und viel zu wenig Personal. Es wurden zu diesem Thema bereits Schreiben vom Betriebsrat präsentiert, das heißt, es gibt eigentlich auch eine Bestätigung von offizieller Seite.
STANDARD: Warum passiert nichts?
Fischer: Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich habe das Gefühl, das Management sitzt in einem Elfenbeinturm. Es passiert wieder ein schrecklicher Fall. Das Management reagiert panisch und fehlerhaft. Ich verstehe nicht, warum kein Dialog mit den Patienten zustande kommt. Es wird nach einem Fehler nicht mit den Eltern gesprochen. Man könnte ja auch reden und dann schauen, was verkehrt gelaufen ist. Und auch die Eltern betreuen. Es gibt ja Qualitätskriterien für Kliniken. Wir wollen nicht, dass Ärzte vor Gericht kommen. Wir fordern für die Eltern genau die Unterstützung, die sie brauchen. Manche wollen eine Entschuldigung, manche wollen ein Gespräch mit dem Arzt. Der Patient muss in einer Klinik im Mittelpunkt stehen. Das kostet ja auch kein Geld. Wir fordern einfach Empathie und soziale Kompetenz.
STANDARD: Sie wollen also mehr Personal und eine bessere Struktur. Das Gesundheitssystem gilt aber als zu teuer, es muss eingespart werden. Wie soll das gehen?
Fischer: Gerade deshalb braucht es klare Konzepte. Umso erstaunlicher ist es, dass das bei der Kinderklinik immer noch nicht geschaffen wurde. Man müsste dort erklären, was genau man anbietet. Etwa: Onkologie auf Universitätsniveau. Man kann aber dann zum Beispiel Orthopädie nur in der Basisversorgung anbieten. Es ist wichtig, sich mit anderen Kompetenzzentren zu vernetzen. Das wird auch die Zukunft sein. Keine Klinik wird alle Subspezialitäten anbieten können. Als Elternteil will ich wissen, was angeboten wird. Und wie die Vernetzung aussieht. Ich will wissen, in welche Klinik mein Kind verlegt wird, wenn es ein Problem gibt. Man muss ja nichts neu erfinden. Es gibt gute Kliniken, etwa das St. Anna Kinderspital oder die Nephrologie im Wiener Allgemeinen Krankenhaus (AKH).
STANDARD: Wenn Sie einen tragischen Fall veröffentlichen, werden Sie von der Tilak angefeindet. Wie halten Sie das aus?
Fischer: Es wird immer gesagt, wir machen die Klinik schlecht. Aber es gibt ja Konzepte. Und ich habe sie gelesen. Sachlich können sie mir nichts entgegensetzen. Also versuchen sie es auf der persönlichen Ebene. Es wurden aber schon vor unserer Arbeit viele Kinder verlegt. Die Krankengeschichten sprechen für sich.
STANDARD: Ihre Tochter ist mittlerweile 13 Jahre alt. Warum engagieren Sie sich immer noch?
Fischer: Das ist vermutlich Charaktersache. Wenn mir etwas nicht logisch erscheint, dann will ich es ändern.
STANDARD: Derzeit gibt es Gespräche zwischen Medizinischer Universität und Tilak, beide stellen Ärzte an der Uni-Klinik. Ist das ein Schritt in die richtige Richtung?
Fischer: Ja. Aber mit Vorbehalt. Der Knackpunkt ist, wie man hört, das Personal. Die Gespräche werden bis September dauern. (Verena Langegger, DER STANDARD, 30.6/1.7.2012)
Gabriele Fischer (43) ist Landschaftsplanerin. Sie hat zwei Kinder und arbeitet ehrenamtlich für die Elternplattform Kinderklinik. Bei der Wahl 2013 wird Fischer für die Grünen kandidieren.
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sind Kinder nur dann interessant wenn sie für Wahlwerbung missbraucht werden können. Das Volk hört es gern wenn für die Zukunft der Kinder was getan werden muss. Glaubt ein Mensch ab IQ 90 wirklich daran dass irgendeinen "hohen" Politiker ein Arbeiterkind kopfzerbrechen bereitet.
Ich frage mich ob das Vorgehen, das Thema Kinderklinik in der Presse so breitzutreten, sehr sinnvoll ist. Selbst wenn damit wirklich organisatorische Probleme aufgezeigt werden wird durch solche Aktionen das Management meiner Meinung nach weniger beeinflusst als die breite Masse verunsichert.
Außerdem ist es im klinischen Betrieb nicht immer förderlich wenn jeder Arzt primär vor allem darum besorgt ist rechtlich abgesichert zu sein.
Ich hoffe wirklich Schwer Frau Fischer zieht nicht ihr gesamtes Wissen über "den Betrieb" aus den 13 Jahren alten Erfahrungen. Sowohl die Kinder- als auch die Neugeborenenintensivstationen kann man zumindest sicher nichtmehr als beengt beschreiben.
Sinnvoll wäre eine objektive Berichterstattung und keine Panik und Angstmacherei so wie es in den österr Medien üblich ist (leider ohne Ausnahme). Stattdesen schürt man die Angst vor der Medizin und Ärzten und wirft Behandlungsfehler vor. Was passiert? Es werden nochmehr Aufklärungsbogen zu unterschreiben sein und jeder Arzt wird die risikoärmere obwohl vielleicht therapeutisch schlechtere Variante wählen. und bestimmte operationen werden dann gar nicht mehr angeboten.
man wird wie ein vertreter dem patienten vermitteln dass er das beste bekommt nur um keine schwierigkeiten zu bekommen und dabei auf das Verzichten was die Medizin ausmacht: Wissenschaftliche Erkenntnise.
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