UNESCO nimmt Geburtskirche von Bethlehem auf Weltkulturerbe-Liste

Israel war gegen Dringlichkeitsantrag der Palästinenser

St. Petersburg - Die Geburtskirche Jesu und der Pilgerweg in Bethlehem sind überraschend als Welterbe der UNESCO anerkannt worden. Das Welterbe-Komitee stimmte am Freitag in St. Petersburg mehrheitlich für den Eilantrag der Palästinenser zur Aufnahme der Stätten in die begehrte Liste einzigartiger Schätze der Menschheit.

Aus Deutschland machten sich das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth und die kurfürstliche Residenz in Schwetzingen Hoffnung auf den begehrten Welterbe-Titel. Die beiden Anträge sollten aber erst an diesem Samstag bearbeitet werden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus UNESCO-Kreisen.

Bethlehem liegt im israelisch besetzten Westjordanland südlich von Jerusalem. Der Welterbetitel für die Palästinenser gilt als weiterer Triumph bei ihren Autonomiebestrebungen.

"Historischer Tag"

Insgesamt gab es mehr als 30 Antragsteller. Die Palästinenser sprachen von einem "historischen Tag für die Gerechtigkeit". "Das palästinensische Volk feiert diese Entscheidung als einen Augenblick nationalen Stolzes und Anerkennung seines reichen und einzigartigen Erbes und seiner Identität", sagte das führende Mitglied der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO, Hanan Aschrawi, in Ramallah.

Die Kirche in Bethlehem wurde über der Grotte gebaut, in der gemäß Überlieferung Jesus Christus geboren worden sein soll. Experten hatten allerdings keine Empfehlung für den politischen Antrag gegeben. Auch Deutschland lehnte die Dringlichkeit ab und sprach sich für ein normales Aufnahmeverfahren aus. Stimmberechtigt waren 21 Mitglieder des Welterbe-Komitees. Es gab 13 Ja-Stimmen. Sechs Vertreter lehnten den Antrag ab, zwei enthielten sich.

Auch Israel erreichte einen Eintrag in die Liste des Welterbes. Dort wurden mehrere Höhlen im Karmel-Gebirge aufgenommen, denen eine besondere Bedeutung beim Wissen um die frühmenschliche Entwicklung zukommt. Zudem erhielten unter anderem Bali (Indonesien), die Pazifikinsel Palau und die marokkanische Hauptstadt Rabat die Anerkennung als Welterbestätten.

Vor allem aber hatte das Ja zur Geburtskirche in Bethlehem eine besondere Dimension. Die Palästinenser sind erst im vergangenen Jahr gegen den heftigen Widerstand von Israel und den USA als Vollmitglied in die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) aufgenommen worden.

Der Internationale Rat für Denkmalpflege (Icomos) hatte in einem Gutachten die Dringlichkeit des Antrags verneint. Neben Ländern wie den USA und Israel sehen auch christliche Kirchenvertreter den Antrag kritisch. Sie wollen die Geburtskirche aus politischen Auseinandersetzungen heraushalten und befürchten Einschränkungen bei der Nutzung als religiösem Wallfahrtsort.

Über die Neuaufnahmen in die Liste schützenswerter Kultur- und Naturstätten entscheiden in der russischen Metropole 21 Mitglieder des Welterbekomitees. Die Beschlüsse werden mehrheitlich auf Grundlage von Expertengutachten getroffen. Ausschlaggebend dafür sind der universelle Wert der Stätte sowie ein Plan, der den Erhalt für künftige Generationen sicherstellt.

Auf der Welterbeliste stehen heute mehr als 900 Kultur- und Naturstätten in 153 Ländern. Das Übereinkommen der UNESCO zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt wurde 1972 gegründet. Russland ist das erste Mal Gastgeber der Welterbe-Konferenz. In den Zarenmetropole St. Petersburg, deren Altstadt selbst zu großen Teilen unter UNESCO-Schutz steht, tagen noch bis 6. Juli Experten aus mehr als 180 Ländern. (APA, 29.6.2012)

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10 Postings
Ist nicht Israel aus der UNESCO ausgetreten?

Also ist es Israel nicht wichtig.

Merkwürdig Israel tritt aus Verträgen aus, oder gar nicht ein (NPT, IGH) und regt sich dann darüber auf, das angeblich - weil Beweise legt man nicht vor - die Mitgliedstaaten die Verträgen nicht einhalten, und will sogar teils den Vertragszustand herbeibomben.

Wenn Israel es nicht so wichtig findet dabei zu sein, hat es auch kein Recht aus diesen Verträgen heraus

könnte auch sein das isr. die UNESCO nicht unterstützt weil die anerkennung einen Pal. weltkulturerbes die anerkennund des pal. staates fördern würde, ohne über einen staat direkt zu verhandeln. Aber verträge sind wohl auch nichts für die pal.
Gott sie dank wollen die pal. nicht nur durch terror ihren staat herbeipressen.

Also will Israel

auch keine 2 Staatenlösung.

Doch! aber sie wollen die grenzen und alles was dazu gehört, verhandeln. Die einseitige erklärung der pal. auf einen eigenen Staat, ist entgegengesezt zu diesem.

somit stellt sich die fragen warum verhandeln die pal. de facto nicht? oder warum streben sie einen alleingang zur staatsgründung an? und vielleicht warum wollen sie keinen kontakt zu isr. halten der ja ein bausstein des gemeinsamen problems ist?

Für mich persönlich ist z.Z eine einstaatenlösung wahrscheinlicher. Da die araber ja schon in der Kneset sitzen und auch sonst voll intergriert sind (mit außnahme vom mitilär).
darüber hinaus kennen wir alle das WDJ geografisch.
Ich hoffe dennoch das die pal. ihren eigenen staat bekommen. obwohl ich die Menschenrechtslage kenne.

Israel zögert eine 2-Staaten Lösung immer wieder hinaus

und siedelt verstärkt, baut Mauern im fremden Gebiet etc. Worauf sollen die P da warten?

Israel hat auch beim Gazaumzug also Von Gaza ins WJL nicht verhandelt sondern unilateral durchgezogen -da wars dann lt. wieder etwas gutes.

sei wissen nicht um was es geht. richtig?
hier geht es um einen friedensvertrag und um die gründung eines staates. und nicht die sicherung einer grenze!
seit wann lehnen die pal. freidensgespräche ab?
hier ist gerade wieder ein artikel gewesen das abbas erneut nicht ohne vorbedingungen verhandeln wil. und auch sonst den kontakt zu den isr. nicht sucht.
also was soll das jetzt?

Nennen sie mir eine Firedensinitiative in den lezten 20 Jahren die von pal. seite kam. bevor sie mir antworten.

bitte tun sie mir den gefallen bevor sie, wie gewohnt, einseitig die isr. verantwortlich machen.

AUTSCH

Zitat:..Sie wollen die Geburtskirche aus politischen Auseinandersetzungen heraushalten und befürchten Einschränkungen bei der Nutzung als religiösem Wallfahrtsort. ..

Haben die P.Christen mit den P. Moslems nicht schon selber Reibereien mehr als genug (sie gelten bei denen nicht ganz zu unrecht als "kollaborationsaffiner" zu den Juden), müssen jetzt sogar sie für anti-isr. Agitprop missbraucht werden?

welche bzw. wessen "anti-isr. Agitprop"?

mir scheint, ihnen ist da wieder mal was kräftig durcheinander geraten

aber würde morgen ein meteor auf den nahen osten fallen, wäre das für sie wahrscheinlich auch ein - bitte bevorzugtes ankreuzen - antiisraelischer/antizionistischer/antisemitischer terrorakt der palästinensr/araber/muslime

Man hätte die chritslichen Palästinenser in Bethlehem auch gleich zum Weltkulturerbe erklären können

Die waren im vorigen Jahrhunder noch die überwiegende Bevölklerungsmehrheit, jetzt sind es nur noch 15 %, Tendenz abnehmend.

Da gibt es nicht viel zum Auseinandersetzen, denn die Sache ist seit dem 14. Jahrhundert klar und eindeutig, denn dem Brljek gehört ein Teil des Weingartens.
http://198.62.75.4/www1/ofm/... lekDE.html

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