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Moderne Mama Stachanowa am Arbeitsamt: Vollzeit oder Teilzeit? Schlaflosigkeit oder Schlaftablette? Unterfürsorge oder Über vorsorge? Mehr Arbeit oder weniger Pension? Foto: AP
Auf Wahlplakaten der SPÖ schleppte 1953 ein schwarzer Mann die "Renten von Witwen und Waisen, Alten und Kranken, Invaliden und Kriegsopfern" davon. Ein halbes Jahrhundert später empfahl der Gemeinte - nämlich die ÖVP - "privat vorzusorgen", da das Umlageverfahren auf Dauer nicht finanzierbar sein würde. Die FPÖ ließ sich auf den Konflikt zwischen "Staat" und "Privat" gar nicht erst ein, sondern reimte "Sichere Pensionen statt Asyl-Millionen".
Nach einer kurzen Verschnaufpause des betretenen Schweigens, weil sich die Prognosen im Guten (ein Viertel der staatlich geförderten Garantiefonds ist wegen Kursverlusten "ausgestoppt", das heißt, alle erzielten Renditen sind aufgelöst und die Prämien in Verwaltungskosten aufgegangen) wie im Schlechten (die Mindestsicherung wurde erhöht und ausgeweitet) als unhaltbar erwiesen haben, drehte heuer die SPÖ die nächste Runde im Niveau-Limbo um den sorgenfreien Lebensabend: "Achtung Teilzeit: Halber Lohn, weniger Pension." In bewährter Kanzlermanier "informierten" die SPÖ-Frauen "die Wienerinnen über die Risiken und Nebenwirkungen von Teilzeit-Arbeit." Nach der Überalterung und der Überfremdung war die Überbehütung dran.
Der Nutzen der Beipackzettel von Medikamenten, auf den die Formulierung offensichtlich anspielt, liegt in der besser begründbaren Risikoabwägung. Schlaftablette oder Schlaflosigkeit. Angeblich wussten 70 Prozent der (nicht näher definierten!) Befragten nicht, dass ein geringerer Verdienst auch eine geringere Pensionshöhe bedingt. Sie mussten auf der Homepage der SPÖ-Frauen auch vom rasanten Anstieg der Frauenteilzeitquote informiert werden: "Bereits 44 Prozent der Frauen arbeiten Teilzeit. (...) Die Vergleichswerte aus den vergangenen Jahren zeigen den deutlichen Anstieg: 1985: 16,0 Prozent, 2010: 44,3 Prozent." Das suggeriert, dass 1985 84 Prozent der Frauen Vollzeit gearbeitet hätten, dabei haben sie gar nicht gearbeitet! Die Erwerbstätigkeit von Frauen mit Kindern ist in den Jahren 1971 bis 2008 von weniger als der Hälfte (44 Prozent) auf drei Viertel gestiegen.
Damit seine Zukunftsbotschaft auch bei denen ankommt, die zu wenig (oder zu viel) von Statistik verstehen, schickte der ÖGB seine Vizepräsidentin Sabine Oberhauser zur Aufklärung in eine ORF-Diskussionsrunde Im Zentrum. Zwei Töchter, beide wohlgeraten, obwohl die Mutter bei der einen drei Jahre und bei der anderen nur neun Monate "zu Hause" war. Was soll man da sagen? Hinge eine an der Nadel, könnte man zweifelsfrei daraus ableiten, ob die Unter- (neun Monate) oder die Überfürsorge (drei Jahre) daran schuld ist. So aber ist es gehupft wie gehatscht, die Frau Oberhauser schläft mit und ohne Tablette gleich gut, sie hat es ausprobiert. Selber schuld, wer da noch Schlaftabletten nimmt oder Teilzeit arbeitet.
Geschult im vernetzten Denken
Geschult im vernetzten Denken, schauen wir uns aber jetzt die Sorge um den frohen Lebensabend aus der Perspektive der Putzfrau an, die in einem Witz gefragt wird, warum sie mit über 60 Jahren noch nicht in Pension sei. Weil sie drei Söhne, allesamt Akademiker, erhalten müsse. Was haben die studiert? Soziologie, Philosophie und Psychologie.
Okay, intellektuellenfeindliche Häme reicht genauso wie die Debatte zwischen Säugehaus (Platon) und Mutterkreuz zurück bis in die Antike, als Xanthippe ihrem Sokrates den Nachttopf über den Kopf leerte, weil er gescheit daherredete statt etwas Vernünftiges zu arbeiten. Jedoch beim einen wie beim anderen Thema haben wir auch heute noch den Scherm auf.
"Und wovon leben Sie?", fragten die Ö1-Mitarbeiter 2008 beim ersten - und letzten - Dossier des Senders mit dem Schwerpunkt "Arbeit". Eine gute Frage, die sich Journalisten mittlerweile selbst öffentlich stellen. Wurde im Ö1-Dossier noch der Zukunftsforscher Matthias Horx mit "transferierbaren Zeitkonten (...), auf denen man Lebensarbeitszeit verschiebt, ansammelt, handelt und in Altersversorgung umwertet", präsentiert, so sind es mittlerweile nackte Zahlen: Vor 30 Jahren wurden umgerechnet 145 Euro Pauschalhonorar für einen Artikel fällig, heute sind es 144 Euro!
Dabei haben die freien Mitarbeiter eines staatlichen Senders noch eine minimale Chance, politisch gehört zu werden. Die selbstständigen Unternehmer, die auf den Zeitungsseiten mit den Stellenanzeigen gesucht werden, sind selber schuld, dass sie keinen angestellten Vollzeitjob haben. Vor 30 Jahren waren externe Universitätslektorate da, um Praktiker aus dem Berufsalltag in die Lehre einzubinden, heute fragen sich Professoren, welche der hochqualifizierten Bewerber sie mit der Vergabe zumindest einige Monate vor dem ökonomischen Totalzusammenbruch retten können. Im Mühlenrad des Wachstums bezweckt der "Erwerb" von Bildung vor allem die Ausweitung des Dienstleistungssektors und produziert gigantische Bildungsmüllhalden.
Dementsprechend fällt das Ansehen von Lehrern aus: Die Herausgeberin Eva Dichand relativierte Im Zentrum ihre Aussage, dass sie sich als Unternehmerin zu Ferienzeiten der Kinder freihalten könne "wie eine Lehrerin", dass sie dafür aber unter der Woche mehr arbeite als eine solche. Egal, welche Kraft es kosten mag, zwanzig bis dreißig Kinder zu motivieren, die Anwesenheitspflicht unter den fetischisierten 40 Stunden pro Woche schürt den Neid. Da verteidigen sich die so Geschmähten schon mal mit einem Hingeworfenen: "Hätten ja auch Lehrer werden können!" Klar! Meier unterrichtet Müller, Müller Huber und Huber wieder Meier. Die letzten Regulierungsreservate (Wochenarbeitszeit, Lehrerkollektivvertrag) müssen in Zeiten der Deregulierung (Ladenöffnungszeit, Preisbindung) umso nachdrücklicher für sakrosankt erklärt werden.
Was könnte in Frauen vorgehen, die im Interview mit der Frauenministerin lesen, dass diese 30 Prozent der in ihrem Dink-Haushalt (Double Income No Kids) anfallenden Arbeiten übernimmt und ihnen zugleich auf Plakaten eine düstere Zukunft prophezeit wird, weil sie das nicht hinkriegen?
Hallo! Frau Minister! Die Post ist an der Börse! Wir leben nicht in der DDR, in der der Staat allen Menschen Vollzeitbeschäftigung garantieren konnte! Und hier geht's mitnichten um eine privilegierte Debatte: Die Frau, die mir einmal pro Woche beim Putzen hilft, tut das mit Gewerbeschein, denn die Firma, in der sie 20 Jahre lang angestellt war, konnte in der aktuellen Wirtschaftslage nur mehr eine geringfügige Beschäftigung anbieten. Wo kann sie sich beschweren, wenn ihre neuen Kunden z. B. nur einen Euro pro Stunde zahlen?
Heldin der Arbeit
Doch beziehen wir uns endlich auf den Titel: In der ehemaligen Sowjetunion begann die Kampagne des sozialistischen Wettbewerbs, nachdem Alexei Grigorjewitsch Stachanow im August 1935 mit 102 Tonnen Kohle in einer Schicht die Arbeitsnorm um ein Vielfaches übererfüllt hatte. Mitunter trieb die Kampagne skurrile Blüten, als sich zum Beispiel die Dentisten zur Übererfüllung des Plansolls im Zähneziehen verpflichteten. Stachanow, Held der Arbeit, verfiel dem Alkohol und starb 1977 in einer Nervenheilanstalt. Womit wir beim dritten Problem der Panikmache wären.
"Nie wieder Selbstmorde" stand im April auf den Transparenten des Fackelzugs zum römischen Pantheon-Platz, und das war keine Forderung an die Verblichenen. Die schöne neue Arbeitswelt verlangt buchstäblich Blutzoll. In Österreich hat sich die Anzahl der Neuzugänge in die Invaliditätspension aufgrund psychischer Erkrankungen gemäß der Auskunft des Österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie seit den 1990er-Jahren fast verdreifacht. Und da Invaliditätspensionen für gewöhnlich niedriger ausfällt als reguläre Alterspensionen, ist auch hier eine Informationskampagne angebracht. Der ÖBVP sieht "die rechtzeitige Psychotherapie als große Chance, dem Negativtrend entgegenzuwirken".
Nichts gegen außerfamiliäre Kinderbetreuung, nichts gegen Psychotherapie, nichts gegen Bildung, aber nicht einmal alle drei Ausweitungsprogramme für den Dienstleistungssektor zusammen werden die ineinander verschränkten wirtschaftlichen und politischen Probleme lösen können.
Wie der sprichwörtliche Macho, der seine neue Flamme fragt, "Passiert dir das öfter?", als er keinen hochkriegt, versucht eine zunehmend impotente Politik mit Scheingefechten über adäquate Kinderbetreuung von ihrem Scheitern an der gerechten Verteilung von Zukunftsperspektiven abzulenken. (Christa Nebenführ, Album, DER STANDARD, 30.6./1.7.2012)
Christa Nebenführ, geb. 1960 in Wien, studierte Kulturphilosophie bei Rudolf Burger an der Universität für angewandte Kunst. Sie ist freie Schriftstellerin und Publizistin ohne Anstellung, aber mit zwei Kindern, schreibt Features, Essays sowie Rezensionen und arbeitet u. a. für Ö1 und den Standard. Zuletzt erschien ihr Roman "Blutsbrüderinnen" im Milena-Verlag (2006).
Es wabert, die Walküren sammeln Helden auf, Loge lässt es zischen und krachen. Aber die ideologischen Kosten, die wir für das Spektakel bezahlen müssen, sind horrend
Wie würde das gehen? Sicher nicht mit einem rumpelnden Rollkoffer oder einem lächerlichen Rucksack
Lissabons Charakter besitzt etwas, das einen sich für die eigene Unvollkommenheit schämen lässt, obwohl diese Stadt niemanden beschämt.
Sie ist wider die Natur, wider das Vergnügen. Arbeit ist unverschämt. Ein Manifest wider die Arbeit zum 1. Mai
Todgeweihte Küken, räudige Katzen und stinkender Müll. Über eine Reise mit mitteleuropäischem Nachwuchs nach Marokko - abseits aller Werbeprospekte
Es ist obszön, die fremden Straches lieben zu sollen: Wolfgang Müller-Funk über symbolische Minenfelder und kulturalistische Fallen, die bei der Debatte über islamische Einwanderung mit im Spiel sind
Er lässt sich mit ärmlichen Worthülsen abspeisen, er schmatzt, er fühlt sich satt. Der Unmund wohnt im Schlaraffenland, während ich mich in meiner Art bedroht fühle
Ägypten! Schon das Wort wie ein Lockruf. Weltwunder erwarten dich. Pyramiden. An ihren Wänden ein Flirren: Götterbilder, Tierbilder, Zeichen
Allerweltscremedose, Herrenwitzdarbietung, rotbeschuhte Fußnoten, Stadt-Rad-Alltag, Goldhelme, Heimat-Kennzeichen, gleichgeschlechtlich Liebende: Bodo Hell fragt sich vieles
Eine Krippe, ein Pferd, ein Hinweisschild: Drei Fotos liegen auf meinem Tisch, ich schiebe sie hin und her, ich frage mich: Welche Geschichten verstecken sich hinter der Anordnung von Dingen?
Das ist nur eine Frage von vielen. Eine weitere: Welche Gründe hat Frau K., sich derart zu exponieren? Oder: Versteht sie das als Teil einer Aufarbeitung? Versuche einer Erklärung
Ich falle höchstens dadurch auf, dass ich kein Smartphone habe. Ins Gespräch integriert werde ich dennoch, also in diese seltsam multimediale Mischung Mensch und Maschine
Farb-, geruch- und geschmacklos wollen wir es in Mitteleuropa haben, die Amerikaner schätzen den Chlorgeruch. Vier allgemeine Anmerkungen zum Wasser nebst einer Wasserverkostung
Ein Blick auf den Schreibtisch am Wochenende - und Fragen, die sich unter der Woche aufgestaut haben
Als ein Schriftsteller ist man an seinem Schreibplatz tagtäglich auf ein Hausarbeitsverbessern zurückgeworfen, Lehrer und Schüler in Personalunion
Warum muss ich immer daran erinnert werden, dass ich Jude bin? Warum schreiben auch (links-) liberale Medien vom "jüdischen Komponisten" oder vom "jüdischen Schriftsteller"?
Die Debatte um die Wehrpflicht zeigt sehr deutlich, dass über Geschlechterpolitik in Österreich nicht geredet werden kann
Ihm eilt der Ruf voraus, er sei der Verkünder kommenden Glücks: Gedanken zum Zufall
Dinge auf die Reihe kriegen: Das kann bald jemand. Ich gehöre lieber zu jenen, deren liebstes Möbelstück die lange Bank ist. Ein Lob der Prokrastination
Wie groß ist unsere Genugtuung, wenn einer, der es probiert hat, es doch nicht schafft? - Und aus der Sphäre der gelebten Träume auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird
Es war Sonntagvormittag, Ende Dezember in Athen. Bis auf vereinzelte Taxis lag die Avenue verwaist
Fragen nach dem Wesentlichen, dem Essenziellen, entzweien nicht, im Gegenteil, sie schweißen uns zusammen
Wohin man schaut, wird über Denkmäler und Ortsnamen gestritten, über Helden und Verräter, Täter und Opfer. Über die schmerzlichen Erinnerungen in Ostmitteleuropa
Giftspritze oder Schlafmittel? Über den mysteriösen Tod des chilenischen Poeten Pablo Neruda
Vielleicht hängt das gefühlte Alter eines Staates, wie das eines Menschen, wenig vom tatsächlichen Alter ab
von der SPÖ seit 60 Jahren betriebenen Verblödung und Fremdverantwortung der Menschen in diesem Land, in dem der Staat glaubt, für Urlaube und Weihnachtsgeschenke (13. und 14. Gehalt) sorgen zu müssen weil er seine Bürger für zu deppert hält, sich das Geld einzuteilen. In dem die Arbeitgeber sich um die steuerlichen Belange seiner Mitararbeiter kümmern muß, weil man diese auch dafür für zu blöd hält. Und dann wundert man sich, daß diese Mitarbeiter die simpelsten Zusammenhänge nicht erkennen ....!???
Blöd nur, dass sich mit einem "errechteten" Teilzeitjob, nach Monaten der karenzierten Abwesenheit, nicht wirklich ein Berufsbild aufbauen lässt. Sohin ist diese "Errungenschaft" geradewegs zum Flop geworden. Sie wurde eben von Frauen erfunden, die in ihren Kammern-, Gewerkschafts- und Ministerienjobs von der realen Arbeitswelt meilenweit entfernt sind.
der wirkliche Witz ist folgender: Die SPÖ-Frauen waren doch die, die vor circa 10 Jahren herumgeplärrt haben, jede Frau muss das Recht auf Teilzeit haben! Kind kriegen, dann 7 Jahre (!) lang dem Arbeitgeber diktieren können, wann und wieviel sie arbeiten will. Und dann gibts halt viele Frauen, die so blöd waren, sich dieses "Recht" zu nehmen. Und sorry, wer so dumm ist, nicht zu merken, dass er oder sie bei geringerem Verdient eben auch eine geringere Pension bekommen wird, der ist eh nicht zu helfen.
es war vor 10 Jahren - da war das riesige Geschrei es müsste ja, wenn möglich verfassungsmäßig verbrieft, ein heiliges Anrecht auf Teilzeit geben.
Jetzt wird gesagt - ja sowas aber auch, viele Frauen machen Teilzeitjobs. Das ist ungerecht, da verdient man ja weniger als bei Vollzeitjobs und das ergibt dann eine "Gender-Gap"...
Irgendwann Mitte der 70er habe ich mich gefragt, wieso jemand, der Frau und Kinder erhalten darf, genau soviel Steuer zahlen soll, wie jemand der nur für sich verdient. Ich weiß schon, da gibts Zuschüsse und Absetzbeträge. Aber die Frage nach der Besteuerung des Familieneinkommens war gestellt. Und bis heute nicht zufriedenstellend, etwa so wie in Deutschland beantwortet. Es wäre kinderfreundlicher bzw. kinderfreundliches Verhalten würde belohnt.
So aber stachanowisieren beide und die Kinder können nach der Volksschule auch schon "Pisa" buchstabieren. Sofern es Kinder gibt...
Pensionshöhe? Die 15 Jahre wird man doch schaffen? Und mehr is für viele eh nicht drin!
spö und grüne werden stets familienfreundliche steuerpolitik zu verhindern wissen, war es doch ihr sonniger könig kreisky der anfang der 1970er jahre die individualbesteuerung eingeführte die sich so negativ auf die familien auswirkt.
marx identifizierte die familie als brutstätte des faschismus und unsere linken nehmen das ungschaut als ehernes gesetz von dem sie niemals abweichen werden! die folgen haben wir zu tragen!
Der Herr Koarl aus Trier hat den Begriff Faschismus noch garnicht gekannt! Murx sah in der Familie ebenso die Keimzelle des Staates wie alle anderen. Nur galt es für ihn eben, den damaligen Staat als Organisationsform, welche die Besitz- und Produktionsverhältnisse perpetuiert abzuschaffen, zu beseitigen. Indem man ihn zum Beispiel an einer seiner Wurzeln trifft.
In der Zwischenzeit macht das der Kapitalismus selbst. Die Familie abschaffen meine ich. An den Besitz- und damit an den Produktionsverhältnissen ändert das aber nichts, im Gegenthum! Aber das kapieren die Jungsozen nicht, daß AlleinerzieherInnen das soziale Ranking ihrer Kinder selten verbessern, oft aber verschlechtern.
Hauptsach, die Theorie paßt.
an erster Stelle steht ARBEITSWILLE, wer den nicht hat, der/die bleibt Sozialschmarotzer. Die Sozialhilfe wird leider an durchaus arbeitsfähige Menschen zu locker ausbezahlt. In Deutschland hat Harz 4 direkt zur Senkung der Arbeitslosigkeit beigetragen. Warum macht man das nicht auch im hochverschuldeten Österreich, wo man wegen verschlossener Augen meint (immer noch) auf einer Insel der Seligen zu sein
Ein englischsprachiger Maturajob mit 40 Stunden inklusive nicht bezahltem Samstag Vormittag bringt 1100.- pro Monat netto
Wenn man den Zeitaufwand für die Fahrt zum Arbeitsplatz rechnet, hat man 1100.- für mindestens 50 Wochenstunden
Da fragt man sich, ob die Förderungen unseres BK Faymanns an die diversen Zeitungen zur Meinungsmache nicht doch durch Ohrfeigen bei der nächsten Wahl belohnt werden sollten.
Fleiß wird in Österreich bald als Neurose gesehen
hartz4 hat nicht nur zur senkung der arbeitslosigkeit sondern auch zum stagnieren und teilweise abstürzen der normalen arbeitseinkommen geführt.
und was den arbeitswillen angeht, den können sie nicht erzwingen, sie können arbeit erzwingen indem sie die sozialen absicherungen runterschrauben, aber in einer wissensgesellschaft, in der jedes jahr mehr und mehr arbeit aus fast allen sektoren mittlerweile automatisiert wird, haben diese arbeitsplätze, die sie erzwingen ein ablaufdatum und bringen uns volkswirtschaftlich so gut wie gar nichts.
wir haben noch ein paar jahre dann sind verkäufer durch rfid-chips quasi wegrationalisiert, und die sind in DE der grösste teil des niedriglohnsektors.
und was dann...?
hartz4 nochmal senken...?
Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa, mir hat das Lesen des Artikels Spaß gemacht :)
Obwohl deutlich überzogen, deutlich zu spitzfindig und zu bemüht gesellschaftskritisch.
Aber es steckt viel Wahrheit drin.
Wahrheit die wir nicht "wahrhaben" wollen und daher der Großteil von uns verdrängt.
Fakt ist, daß "Arbeit" nicht gerecht verteilt ist. Manche arbeiten so intensiv bis sie "krank" sind und das für ein paar Tausender die dann sowieso wieder nur für Konsum draufgehen. Also ein Nullsummenspiel, Win-Win für den Staat (die Politiker, die Unternehmer, NICHT die Gesamtgesellschaft!).
Sie arbeiten so viel nicht weil sie es wollen, sondern glauben zu MÜSSEN, Pflichterfüllung, Verantwortung usw.
Und andere fadisieren sich und kassieren MEHR.
Gerecht?
' ... eine zunehmend impotente Politik mit Scheingefechten über adäquate Kinderbetreuung von ihrem Scheitern an der gerechten Verteilung von Zukunftsperspektiven abzulenken '
die gerechte verteilung von zukunftsperspektiven, das muß man sich auf der zunge zergehen lassen. nach dem krieg haben sich's alle auf ihre fahnen geheftet. heute sind wir weiter davon entfernt denn je.
Also, dieser Beitrag ist viel zu lang und unübersichtlich.
Wie "Wos was i" schreibt, lieber als junge Mutter einige Jahre Teilzeit arbeiten, denn es wirken sich die späteren Vollarbeitszeiten, die dann auch vielleicht auch besser bezahlt sind, eh günstiger aus. Und wenns geht, in der Teilzeit auch noch Schulungen durchführen, um besser voran zu kommen.
pension ausrechnen lassen, nach dem heutigen status habe ich nach dem system alt brutto 1.988,00 erworben, nach dem system neu brutto 1594,00, ein verlust von 394,00 eur. wie auch immer, das umlagesystem ist trotzdem das einzige das garantiert werden kann, pensionskassen, pensionsversicherer gehen pleite wenn sie ihren verpflichtungen nicht nachkommen können oder wollen, der mensch/staat ist der einzige der bleibt und sich nicht aus der verantwortung stiehlt.
a) ja, es gibt genügend wahberechtigte, denen erklärt werden muss, dass sie weniger verdienen, wenns weniger hackln (und somit weniger pension bekommen). wers nicht glaubt: ab in den elften und so manchem nachbartisch zuhören.
b) ja, es gibt genügend mütter die teilzeit aktiv suchen und jahrzente später draufkommen, dass sie sich doch in einer abhängigkeit zum (ehe)mann befinden.
c) "mir gehts schlecht, also geh ich gegen jeden los, der nicht mir sondern anderen hilft"
...über legen sie mal follgendes: noch in den 50ern verdienten die berufstätigen männer so gut dass davon ganze familen leben konnte ohne dass frauen einer lohnarbeit nachgingen.(das soll jetz keinesfalls ein plädoyer für besitzlosigkeit von frauen sein)
jetzt konkurieren sozusagen doppelt soviele menschen um genausoviele (tw. weniger)arbeitzplätze, anstatt mehr teilzeit die natürlich mehr beschäftigung bedeuten würde, fordert man mehr vollzeit...erinnern sie sich an den vergleich: kurse beim ams unterrichten=zahnzieh quoten? da gibts noch eine weitere skurile aus der ehem soviet union: entlang der bahnstrecken gab es 15 cm höhe "mauern", die waren i m m e r (tau)frisch gestrichen... vollbeschäftigung eben.
ad a) 3. Absatz. Wenns nicht zweifeln würde, wäre ja wohl Konjunktiv nicht notwendig.
ad Vollbeschäftigung:
50er war 6 Tagewoche mit 60 Stunden (kaum Überstunden).
Wir bräuchten nur ÜBerstundenregelung und Pfusch in den Griff bekommen, dann wäre Vollbeschäftigung nicht mal einer Diskussion wert. (inkl länger Arbeiten)
In den 1950er-Jahren waren Ehefrauen nicht berufstätig, weil sie es nicht "nötig" hatten? Wird ständig behauptet, war auch vielleicht das damals propagierte Ideal, stimmt aber keinesfalls mit den Tatsachen überein.
Im 19.Jhdt. gab es in Wien Maurerinnen, Schuhmacherinnen, Fleischhauerinnen, Kanalräumerinnen, etc. - und das waren keine Ausnahmen! In den Textilfabriken der frühen Industrialisierung arbeiteten wesentlich mehr Frauen & Kinder als Männer. Usw. usw.
Es wäre schön, wenn die Berichterstattung zum Thema Frauenerwerbstätigkeit sich endlich einmal an den Fakten orientieren würde!
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