WU-Studie: Moral spielt bei Filesharing keine Rolle

29. Juni 2012, 13:34

Konsequenzen für Downloaden werden als gering eingeschätzt

Moralische Bedenken spielen bei der Entscheidung, ob man eine Datei "illegal" aus dem Internet herunterlädt, keine Rolle. Zu diesem Ergebnis kam ein von der EU gefördertes Forschungsprojekt der Wiener Wirtschaftsuniversität (WU), für das 1.006 Personen befragt wurden. Nur bei jenen, die angaben, Gelegenheiten zum Filesharing nicht zu nutzen, waren moralische Aspekte mit im Spiel. Insgesamt werden die Konsequenzen für illegales Downloaden als "gering und unwahrscheinlich eingeschätzt", wie in einer Aussendung der WU zitiert wird.

Vertraut

Weiters wird argumentiert, dass die "digital natives", also jene Nutzer, die mit den technologischen Neuerungen von klein auf vertraut sind, "regelrecht Anspruch auf Gratisinhalte aus dem Internet" erheben. Dies könne sich auf künftige Geschäftsmodelle insofern auswirken, als die Bereitschaft der Konsumenten, Bezahlmodelle anzunehmen, entsprechend gering einzustufen ist. Durchgeführt wurde die Studie von der WU in Kooperation mit Kollegen aus Großbritannien, Italien, Slowenien und Schweden. (APA, 29.06. 2012)

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13 Postings
Moralische Bedenken spielen bei der Entscheidung, ob man eine Datei "illegal" aus dem Internet herunterlädt, keine Rolle.

Wird bestätigt durch die meisten Postings hier.
Willhaben musshaben stehtmirzu ...

Die Annahme aus der Einleitung "Zunehmende Piraterie in der Musik-, Film- oder Softwareindustrie haben negative Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft." wird in einer Studie der North Carolina State University widerlegt:

http://derstandard.at/133669720... Musikalben

Nach geltendem Recht in Österreich gibt es aber keine Autorität, die ich fragen muss bevor ich etwas downloade. Ich gehe davon aus, dass man das auch auf der WU weiß. Zu hinterfragen wäre hier also die Moral von Akademikern beim Erstellen von wissenschaftlichen Studien, die durch Lobbying der Contentindustrie zustande kommen (Graf Ali anywhere?).

Der Satz "Lediglich bei jener Gruppe, welche angab, die Gelegenheit zum Filesharing nicht zu nutzen, spielte Moral in ihrem Urteil eine Rolle." widerlegt den Satz "Ergebnisse zeigen, dass die Absicht, digitale Güter unautorisiert zu erwerben das Ergebnis eines moralischen Entscheidungsprozesses ist." Aus meiner Sicht ergibt das Ganze erst Sinn, wenn man "Moral" durch "die selben Moralvorstellungen wie die Contentindustrie" ersetzt.
Dass das Ergebnis letztlich lautet, dass es keinen Sinn macht Bezahlmodelle für digitale Inhalte anzubieten, weil das die KonsumentInnen nicht annehmen würden, überrascht dann gar nicht mehr. Lautet ja der Hauptvorwurf gegen die Contentindustrie, dass sie das nicht und nicht - hin bekommt.

Konsequenzen für illegales Downloaden als "gering und unwahrscheinlich eingeschätzt"

Damit sind die Befragten quasi am Stand der Wissenschaft:

"Peter Tschmuck, Experte und Professor am Institut für Kulturelles Management der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Gastgeber der Musikwirtschaftsdialoge, hat 23 Studien zum Filesharing untersucht. Keine kann bestätigen, dass die Auswirkungen auf den Verkauf von Tonträgern negativ sind, manche beweisen sogar das Gegenteil."

http://oe1.orf.at/artikel/259632

ich wüsste auch nicht was Moral mit FileSharing zu tun hätte?

Das ist wieder so ein wunderbares Cliché. Ich weiß wirklich nicht was manche Menschen unter "file sharing" verstehen?

Für mich spielt Moral schon eine Rolle,

ich finde es moralisch wertvoll mit anderen Inhalte zu tauschen und halte es für unmoralisch sie für null Eigenleistung dafür zur Kasse zu bitten.

Ähm, in Österreich ist das Herunterladen aus dem Internet nicht illegal, sondern nur das Hochladen.

Die Geschäftsmodelle hätten sicher mehr Erfolg, wenn Moral bei den Angeboten eine Rolle spielen würde..

Ich schätze...

über 90% der downgeloadeten Titel werden auch in Webradios oder normalen, SAT Radio - Fernsehstationen gesendet. Dort muß ich halt wie früher warten bis das Stück gespielt wird. Und ich bezahle ja auch GIS, Künstlerbeiträge etc.

Bereitschaft der Konsumenten, Bezahlmodelle anzunehmen, entsprechend gering einzustufen ist

Naja, dagegen spricht der Erfolg von iTunes oder Amazon etc. Ich denke die zeigen schon, dass Leute bereit sind, Geld zu zahlen, wenn Preis/Leistung annähernd stimmen.

Oft ist das Problem denke ich restriktives DRM oder die Verfügbarkeit. Wenn man gewisse Sachen erst Monate später bekommt, nur weil man in einem anderen Teil der Welt lebt, ist das bei digitalen Inhalten einfach nicht zu verstehen...

Schon klar dass die Musikindustrie fragt "Wos woa mei Leistung?"

Richtig erfolgreich ist keiner der Online-Stores der Musikindustrie, sondern Apple. Und da wird auch bezahlt. Und das obwohl (nein: weil!) kein Kopierschutz drauf ist.

"Seit 2003 verkaufte Apple mehr als 16 Milliarden Songs via iTunes."
http://diepresse.com/home/tech... rfolgreich

Ums anders zu formulieren: Die Kommunikation zwischen Künstlern, Konsumenten und Elektronikindustrie einerseits und Musikindustrie / Verwertungsgesellschaften andererseits ist seit Jahren gestört.

Jetzt aber interessant: Der Konsument horcht gern Musik vom Musiker per CD-/MP3-Player. Die drei sind beste Freunde.

Musikindustrie / Verwertungsgesellschaften ("Wos woa mei Leistung?") brauchens dafür nimmer. Unfair!

stimme ihnen zu.
verspüre grundlegenden zweifel an der interpretation, recht auf gratis wissen und inhalte pfeil wenig bereitschaft zu bezahlen.
es wird jetzt mal gerade etwas einfacher, auch etwas zu kaufen. aber ich wurde schon erwachsen und kopierte raubmordkopien noch auf kassetten.
ich sang auch geschütze lieder unterm weihnachtsbaum und erinnere mich trotz aller strafandrohungen gerne daran.

irgendwann sollten die älteren die papn haltn statt dauernd den kindern das göd aus der taschn ziagn.

ich freue mich sogar, dass die jugend von heute sich ihrer menschenrechte und der rechte auf wissen, schulung und sozialkontakte bewusst ist und sogar wert darauf legt.
auch im internet.

Ich bin der Meinung, manchmal sollten auch die Kids ihre Pa...m halten und sich zuerst einmal informieren, worum es geht.

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