Ägyptens Präsident Mursi klagt iranische Agentur

Fars-News-Interview, in dem er eine Überprüfung des Camp-David-Friedensvertrages gefordert haben soll, angeblich gefälscht

Ägyptens neuer Präsident Mohammed Mursi hat angekündigt, eine Klage gegen die iranische Nachrichtenagentur Fars einreichen zu wollen. Die Iraner hatten am Montag ein angebliches Interview mit Mursi veröffentlicht, in dem er eine Annäherung Ägyptens an den Iran ankündigte, um so "ein wirksames strategisches Gleichgewicht in der Region" herzustellen.

Außerdem war dort zu lesen, dass Mursi vorhabe, den Camp-David-Friedensvertrag mit Israel überprüfen zu lassen, und sich für ein Rückkehrrecht aller Palästinenser ausspreche, die in den Nahost-Kriegen fliehen mussten oder vertrieben wurden.

Mursi will Verträge einhalten

Mursis Antrittsrede als Präsident hatte am Sonntagabend hingegen völlig anders geklungen: Er betonte darin, dass Ägypten alle bestehenden internationalen Verträge einhalten werde.

Dubioses Audiofile

Von der englischsprachigen Fars-Website wurde einer der drei Teile des Interviews mittlerweile entfernt. Für persischsprachige Leser bietet die Agentur aber weiterhin eine Transkription des vollständigen Interviews und ein (arabischsprachiges) Audio-File an. Die Stimme darauf klingt allerdings nicht wie die Mursis.

Der Iran hatte die diplomatischen Beziehungen zu Ägypten 1979 wegen der Unterzeichnung des Camp-David-Vertrags zwischen Ägypten und Israel abgebrochen, bemüht sich aber seit dem Sturz von Langzeit-Staatschef Hosni Mubarak um eine Annäherung. (red, derStandard.at, 29.6.2012)

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