Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Salzburg - Pfusch gilt in Österreich als Kavaliersdelikt. Diesen Befund lieferte der Linzer Wirtschaftsprofessor Friedrich Schneider bei einer Tagung zu Sozialbetrug und Korruption im Gesundheitswesen an der Universität Salzburg. Schneider führt seit 1996 jährlich repräsentative Umfragen zum Thema Schwarzarbeit durch.
Demnach ist für die Hälfte der Befragten Pfusch ein Kavaliersdelikt. Ein Drittel hat kein Problem damit, selbst schwarz zu arbeiten. Zum Vergleich: Einen Krankenstand vorzutäuschen ist nur für 17 Prozent ein Kavaliersdelikt, alkoholisiert Auto zu fahren nur für sieben Prozent. "Nur zwei Prozent der Befragten würden einen Pfuscher anzeigen, nur vier Prozent sprechen sich für hohe Geldstrafen aus", nannte Schneider weitere Ergebnisse.
Der Linzer Wirtschaftsprofessor warnte davor, in Sachen Pfusch Schwarz-Weiß-Malerei zu betreiben. "So einfach ist die Geschichte nicht." Pfusch richte zwar einen Schaden an, stifte auf der anderen Seite aber auch Nutzen. So werde für viele die Pflege alter Menschen durch Pfusch überhaupt erst möglich, beim Bau eines Hauses durch "Nachbarschaftshilfe" entstehe auch eine Wertschöpfung. Die großen Verlierer der Schattenwirtschaft seien der Staat sowie die Krankenversicherungen. Es entgingen Steuereinnahmen und Versicherungsbeiträge.
Forderung nach Strafen
Insgesamt bezifferte der Experte das geschätzte Volumen der Schattenwirtschaft in Österreich im Jahr 2012 mit 19,6 Mrd. Euro. Um dem Pfusch zu begegnen, brauche es einerseits Strafen. Andererseits seien auch Anreizsysteme wie ein Handwerkerbonus, eine befristete Mehrwertsteuerrückvergütung, steuerliche Absetzbarkeit oder höhere Zuverdienstgrenzen sinnvoll. In Skandinavien habe sich eine befristete Sperre von schwarz arbeitenden Firmen bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen bewährt.
Nicht alles, was im Rahmen der Schattenwirtschaft erledigt wird, gehe der legalen Wirtschaft an Aufträgen verloren, stellte Schneider klar. Weil Dinge offiziell zu teuer seien, würden sie dann nicht oder selbst gemacht. Nur ein Drittel lande in der offiziellen Wirtschaft. Das Ausmaß an Pfusch hat auch mit der Wirtschaftsentwicklung zu tun: Läuft die Konjunktur schlecht, steigt das Ausmaß an Schattenwirtschaft. Und nicht zuletzt haben hohe Sozialabgaben und Steuern einen Einfluss: "Wenn man den Faktor Arbeit immer teurer macht, darf man sich nicht wundern, wenn gepfuscht wird", stellte Schneider klar.
Warum es aus soziologischer Sicht zu Sozialkriminalität kommt, versuchte Nikolaus Dimmel von der Universität Salzburg zu beantworten. In den unteren Einkommensschichten sei das Ausweichen in die "informelle Ökonomie" für viele die einzige Überlebensmöglichkeit. Bei höheren Einkommensschichten gehe es auch um Gier. Armut, Arbeitslosigkeit oder niedrige Einkommen führten so zu einer kollektiven Ausweichbewegung aus dem legalen System, meinte Dimmel. (APA, 29.6.2012)
Aktivisten rufen für 31. Mai zu "massenhafter Blockade" der EZB-Zentrale in Frankfurt auf
Der Oberste Gerichtshof bestätigte einen Schiedsspruch von 2010 und wies die Aufhebungsklage Ex-Vorstands Thomas Ridder ab
Wenn man den Schätzungen von Bloomberg Glauben schenkt, ist Bill Gates wieder der reichste Mensch der Welt
Zudem wurden die Finanzschulden im Ausland per saldo abgebaut
KSV-Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner kritisiert erneut heftig die geplante Senkung des Mindeststammkapitals
Familien-Privatstiftung beteiligt sich an Signa – Conwert-Engagement wirft immer mehr Fragen auf
Wie in der gesamten OECD stagnierte die Kluft zwischen Arm und Reich auch in Österreich, das im besten Viertel zu liegen kommt
Jene der zweiten und dritten Ebene haben aber laut dem Wirtschaftsforum der Führungskräfte zulegen können
Eine Studie bescheinigt, dass die Steuerleistungen der angesiedelten Betriebe die Kosten der Ansiedlungsagentur bei weitem übersteigen
Ein schlechtes Zeugnis stellt eine Studie dem Sanierungsscheck der Regierung aus. Die 100 Millionen gehen demnach am Ziel vorbei
Um den Treibstoffverbrauch zu senken, sollen Transporter bis 3,5 Tonnen künftig maximal 120 km/h fahren dürfen
In Europa spielen unkonventionelle Gasvorkommen - insbesondere Schiefergas - im Gegensatz zu den USA noch keine bedeutende Rolle
Kroatischer Ex-Außenminister Granic lobbyierte für von Österreichern geführtes Einkaufszentrum Westgate
Auch der Adel ist vor schlechten Geschäften nicht gefeit, dass weiß jetzt auch Großbritanniens vornehmster Bauer
Beim Zahlenschönen werden die heimischen Firmenlenker nur von den Osteuropäern übertroffen. Die Krise führt zu mehr Korruption
EU-Beamte wehren sich gegen weitere Maßnahmen
Das kleine Fürstentum unternimmt einen neuerlichen Anlauf, um im Meer vor seiner Küste Land zu gewinnen
Ein Aufschlag von 30 Prozent soll laut Insidern Schutz vor Dumping-Importen leisten
Nur noch neun Prozent der Bürger wollen in die Währungsunion, nur noch 42 Prozent bekennen sich zur politischen Union
Mit Preisen bis zu 30.000 Euro je m2 belegt Wien in einem Ranking Platz zehn, die teuerste Wohnanlage Europas liegt auf Sardinien
Na klar.
Wir haben ja unsere Politker als Vorbild.
Schwarzarbeit wird mitunter härter und hartnäckiger verfolgt wie Korruption auf höchster Ebene.
what shalls? :-)
Es wird eh bald "shallen".
Spätestens bei den nächsten Wahlen.
Das Problem ist nicht der Preis pro Stunde. Versuchen sie mal einen Handwerker zu bekommen um z.B. einen verstopften Abfluss frei zu machen. Mir ist es passiert, dass ein Installateur zum Thema Erneuerung der Heizungsanlage eines Einfamilienhauses gemeint hat: Ich erstelle einen Kostenvoranschlag nur, wenn ich sicher bin, den Auftrag zu erhalten. So schlecht kann es dem Handwerk nicht gehen.
nicht vielleicht???? wenn man sieht welche berufsverbrecher hier in österreich ungestraft herumlaufen dürfen, noch frech aus den seitenblicken feixen und auf alle sch....n und ihre ergaunerte marie zählen, nein, da wird der kleine wurstel sicher ein schlechtes gewissen haben, meine güte!
Die Skrupellosigkeit, mit der man sich über Gesetze hinwegsetzt, ist bemerkenswert. Aber auch die Doppelmoral: "Wir dürfen den ehrlichen Steuerzahler um Millionen betrügen, aber wenn der Greißler das Butterbrotpapier mitwiegt, dann schreien wir auf!"
Weil aber "alle" (über 90%) so denken, fühlen sich die Rechtsbrecher im Recht. Man sieht wieder einmal: Die Mehrheit hat in einer Gesellschaft viel Macht und nützt das schamlos aus.
Sehe ich absolut genauso! Und ich finde das ist ein interessantes Beispiel dafür, wie sich die Menschen ihre Entscheidungen selber schönreden.
Einerseits schreien wir, weil wir den "korrupten Griechen" Hilfsgelder schicken müssen, andererseits lassen wir beim Hausbau pfuschen, weil "sonst könnt sich das ja keiner leisten!" oder "Das Geld is bei mir besser aufgehoben als beim Staat!" - genauso wie die Griechen jahrelang ihr Nichtbezahlen von Steuern gerechtfertigt haben.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.