Partikel beim Benziner

Nach dem Stand der Technik ist es gar nicht mehr zielführend, Diesel- und Benzinautos nach ihrem Rußausstoß zu unterscheiden

Es ist eine gängige Praxis, Dieselautos generell eines hohen Rußpartikelausstoßes zu bezichtigen. Diese pauschale Behauptung lässt sich allerdings nicht mehr aufrechterhalten, seit alle neuen Pkws einen Partikelfilter haben.

Aber auch dem Partikelfilter wird gern Übles nachgesagt, nämlich, dass in seiner Folge nur mehr sehr kleine Partikel aus dem Auspuff kämen, die besonders gesundheitsschädlich wären. Was an dieser Stelle auch nicht angezweifelt wird. Die Relationen darf man trotzdem im Auge behalten, nämlich, dass auch Autos mit Benzinmotor Partikel ausstoßen, und zwar immer schon, und zwar auch sehr kleine, die man nie gesehen hat.

So kommen wir zu dem folgenschweren Schluss: Nach dem Stand der Technik ist es gar nicht mehr zielführend, Diesel- und Benzinautos nach ihrem Rußausstoß zu unterscheiden. So gelten schließlich die gleichen Partikelgrenzwerte.

Die abgekürzte Frage, ob Dieselautos krebsfördernd sind, lässt sich also recht einfach beantworten: jedenfalls nicht mehr stärker als Benzinautos. Kritisch ist eher die Situation zu sehen, dass die Autohersteller zwar brav alle noch so scharfen Abgaslimits erfüllen, wenn es sein muss, aber nach wie vor in Ländern mit weniger rigiden Umweltauflagen die alte stinkende Technologie verklopfen. Das heißt, die Umstufung der Dieselabgase auf "krebsfördernd" durch die WHO sollte vor allem bewirken, dass auch in Ländern außerhalb unserer Luxuswelt ganz flott schärfere Abgaslimits eingeführt werden. Technologisch ist das ja kein Problem. (Rudolf Skarics, AutoMobil, DER STANDARD, 29.6.2012)

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