Ein Wiener Park nur für Gesiba-Bewohner

28. Juni 2012, 21:46
  • Wer nicht im Gesiba-Bau wohnt, muss draußen bleiben.
    foto: newald

    Wer nicht im Gesiba-Bau wohnt, muss draußen bleiben.

Eine Grünfläche in Ottakring ist zwar öffentlich, aber nicht öffentlich zugänglich

Wien - Eigentümer der rund 3000 Quadratmeter großen Grünfläche ist - laut Grundbuchauszug - die Stadt Wien. Erfasst ist die Fläche - laut Flächenwidmungsplan - als "Erholungsgebiet Park". Betreten kann sie jedoch nur, wer einen Schlüssel dazu hat. Und den haben nur Bewohner des Hauses gegenüber, das von der Gesiba, einer Tochter der Stadt Wien, verwaltet wird.

Einige Anrainer aus der Umgebung pochen nun darauf, den Park mit Spielplatz an der Ecke Zwinzstraße/Maderspergerstraße in Ottakring mitbenutzen zu dürfen und haben einen Antrag beim Stadtgartenamt (MA 42) gestellt.

Dort argumentiert man, die alleinige Nutzung durch die Gesiba sei rechtmäßig. Eine Widmung als "Erholungsgebiet Park" müsse nicht zwangsläufig eine öffentliche Nutzung nach sich ziehen. Zudem befinde sich nur wenige hundert Meter entfernt ein für alle zugänglicher Spielplatz.

Ausdrücklicher Wunsch

1998 wurde zwischen der MA 42 und der Gesiba ein Vertrag über die ausschließliche Nutzung der Grünfläche abgeschlossen. Und zwar "auf ausdrücklichen Wunsch der Bezirksvertretung", damals wie heute SP. Aus dem Büro des Bezirksvertreters Franz Prokop heißt es, die Fläche sei Teil der Anlage und wurde der Gesiba bereits beim Bau in den 1970er-Jahren zugesprochen, als Ausgleichsfläche für einen städtischen Kindergarten in der Anlage.

Später habe man lediglich ein "bestehendes Vertragsverhältnis" schriftlich festgehalten. Der Zaun sei von Anfang an da gewesen. Dass privatrechtlich verwaltete Flächen im Eigentum der Stadt Wien nicht allen zugänglich sind, sei jedenfalls kein Einzelfall.

Friedrich Maierhofer, Leiter der Gesiba-Hausverwaltung, sieht keine Notwendigkeit, die Anlage für die Allgemeinheit zu öffnen. Schließlich hätten die Bewohner jahrzehntelang die Pflege und Erhaltung des Parks mitfinanziert. "Unsere rund 500 Mieter hätten keine große Freude damit." Geschlossen haben sie kürzlich gegen eine Änderung des vorherrschenden Status gestimmt. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, 29.6.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 284
1 2 3 4 5 6 7
Sittenwidrig

fällt mir spontan ein. Interessant wär natürlich, was die Gesiba für 3000m2 Miete/Pacht zahlt. Wenn die Mieter das mitzahlen, soll sein. Wenn das ein Zuckerl der Stadt Wien sein sollte: Wo kann ich für eine Sammelklage unterschreiben?

für alle nicht-wiener:

so sieht rot-grün aus!

1998 wurde zwischen der MA 42 und der Gesiba (...)

Die Grünen! Immer für Anachronismen gut.

die Freunderwirtschaft der Roten

Sieht nach einem Tauschgeschäft aus - Kindergarten in die Wohnhausanlage & im Gegenzug darf die Fläche, die für den KiGa vorgesehen war, nur von Bewohnern dieser Wohnhausanlage verwendet werden.

Wieso denn nicht??

Es geht um Parkraumbewirtschaftung wie die Grünen immer sagen. Wo is das Problem?

500 Mieter haben keine Freude damit, dass sie den Park mitfinanzieren.

Es wurde aber einstimmig von gleichen Mietern beschlossen, die Anlage nicht zu öffnen.
"Mitfinanziert" bedeutet dass der Park zu 95 oder nur zu 90% von den öffentlichen Geldern finanziert wurde?

Es war eine Kompensation aus den 1970ern. So what?

Vorzuwerfen ist ihnen nur, dass sie nicht - wie es andere Private tun - eine Mauer als Sichtschutz drumherum gemacht haben - um Begehrlichkeiten vorzubeugen.

Take it easy

Privat?

Wollen Sie es nicht kapieren? Der Park ist nicht privat, sondern quasi "privatisiert", sogar "auf ausdrücklichen Wunsch der Bezirksvertretung". Der Park wird verwaltet von der GESIBA, er bleibt aber staatlich. Darüber wird es hier diskutiert. lG

dem staat gehört dabei gar nichts.

Er ist einer Wohnhausanlage zugeordnet - als Kompensation. So what?

Neuerlicher Versuch...

Ich finde die Idee nicht wirklich verwunderlich.

So gibt es z.B. die Bewohner des Robert Uhlir Hofs (Gemeindebau), welche mit ihren Betriebskosten den öffentlich Spielplatz Ecke Innstraße bezahlen müssen.

Sprich, ganz normale Mieter eines Gemeindebaus bezahlen die Reparatur, den Neubau von Geräten, die Reinigung, die Mobiltoilette,.. für die Allgemeinheit aus der eigenen Tasche, weil Wiener Wohnen das einfach auf die Betriebskosten aufschlägt, weil irgendein Deal mit den ÖBB existiert. Man wird dort aber nicht wirklich Mieter des Gemeindebaus antreffen.

Zum Dank werden dann dort Fußballmatches von erwachsenen Personen abgehalten und das obwohl man 15 Minuten vom Prater entfernt ist..

das ist halt wien, wie es leibt und lebt.....

der eine sozi macht mit dem anderen sozi was aus und das wird dann "quasi gesetz" und andere "niederere sozis" (die im gemeindebau wohnen) zahlen das was die höheren sozis vereinbart haben. "verteilungsgerechtigkeit" würden "echte sozis" dazu sagen.

Jeder Hausbewohner zahlt auch die Reinigung des Gehsteigs, der ihm nicht gehört.

Das bezahlt jeder, es geht hier um einen Spielplatz, der von Privatpersonen/Mietern erhalten werden muss, jedoch von der Allgemeinheit genutzt wird.

Würden sie einen Parkplatz bezahlen, der von anderen Autofahrern benutzt wird und bitte nicht mit dem Parkpickerl kommen, das ist auch allgemein, wie der Gehweg.

wie gesagt "sozi - vereteilungsgerechtigkeit"

aber wenn´s um´s eigene geht, ist man halt nicht mehr so auf "freundschaft"

Wem wollen sie vorwerfen, dass die Mieter des Gemeindebaus dort nie anzutreffen sind?

Dies sollte aussage, dass die Mieter für etwas bezahlen müssen, das sie kaum bis nicht nützen.

Diese Schlüssel zum Park

wird es ja auf dem Schwarzmarkt zu erstehen geben, dann ist das Problem unbürokratisch gelöst. Ach so, das ist illegal? Dann nehmt den tausenden Prospektausträgern die Haustorschlüssel ab, diese besitzen den auch illegal. Ach so, geht nicht, die Zeitungsausträger legen die Druckwerke auch vor die Wohnungstüre, läuten aber nie, und welche Stadtregierung legt sich gerne mit Zeitungen an.

"...diese besitzen den auch illegal..."

Nein machen sie nicht, das ist ja das eigentlich absurde daran.

A) Ließ die Stadt Wien das Patent auf den Schlüssel für die Gegensprechanlage verfallen und somit darf sich jeder diesen Schlüssel nachmachen. Deshalb gibt es bei Neubauten diese Schlüsseltresore für Feuerwehr, Rettung, Polizei.

B) Fordert die EU, dass Werbeausträger Zugang zumindest zu den Postfächern haben. Deshalb sieht man nun bei uns auch schon Neubauten, wo die Postfächer auf der Straßenseite befüllbar sind...

leidiges thema

Man sollte vielleicht das kleine Detail hinzufügen, dass die Leute, die die Benützung des Hofes "fordern", sich sehr teure Eigentumswohnungen gekauft haben, in dem Wissen, dass sich im Umfeld vernachlässigbar wenige öffentliche Grünflächen befinden. Viele davon haben Balkone bzw kleine Gärten. Das Märtyrergetue von wegen "unsozial" ist also wenig glaubwürdig.

Mir jedenfalls ist kleiner eigenheimbesitzer, der sich aus nicht ganz uneigennützigen Motiven für eine soziale Sache einsetzt lieber, als ein parteibuchfreund, der aus Mißgunst gegen eine soziale Sache auftritt.

Liebe Frau Gesiba,

1.das kleine Detail ist dass wenn Sie keine Argumente bezüglich des Zwinzparks verfügen, dann Sie versuchen Ihre Nachbarn als Neoreich und Böse zu präsentieren.
2.Balkone bzw kleine Gärten liefern keine Hinweise dass die benachbarten Eigentumswohnungen (sehr) teuer sind.
3.Sie haben aber recht dass im Umfeld wenige öffentliche Grünflächen befinden. Deswegen ist der Zwinzpark so aktuell. lG

ich verfüge über genug argumente, das thema ist jedoch durch - alles liebe von frau gesiba

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 284
1 2 3 4 5 6 7

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.