Tag, Nacht, Feuchtigkeit, reichhaltig? Tour de Crème

1. Juli 2012, 17:00
  • Bei Temperaturen über 30 Grad ist das System gefordert. An der Haut lässt sich diese Herausforderung am besten ablesen.
    foto: apa/roberto pfeil

    Bei Temperaturen über 30 Grad ist das System gefordert. An der Haut lässt sich diese Herausforderung am besten ablesen.

Tag, Nacht, Feuchtigkeit, reichhaltig? Pflegeprodukte gibt es wie Sand am Meer - Aber wie passen sie eigentlich zusammen - vor allem im Sommer?

Es ist heiß draußen. Zu keinem anderen Zeitpunkt spüren die Menschen so stark, wie sehr sie von den Umweltbedingungen beeinflusst werden. Bei Temperaturen über 30 Grad ist das System gefordert. An der Haut lässt sich diese Herausforderung am besten ablesen. Wer morgens aufwacht, blickt in ein fettig-glänzendes Gesicht, das auch im Laufe des Tages immer wieder kommt. "Durch die Hitze wird vermehrt Schweiß und Talg produziert und an die Oberfläche befördert", erklärt der Dermatologe Markus Dawid, Leiter der Abteilung für Dermatologie am Kaiser-Franz-Josef-Spital, das Hitze-Phänomen und empfiehlt zu allererst sorgfältige Hautreinigung mit Waschgels.

Waren es im Winter und Frühling noch die reichhaltigen Cremen, die der durch Heizkörper, Wind und Wetter überforderten Haut Gutes taten, so sind es aktuell leichte Lotionen und Gels, die in der Hitze als angenehm empfunden werden. Die goldene Regel, ob eine Creme passt oder nicht? 30 Minuten nach dem Einschmieren sollte man von seinen Pflegeprodukten nichts mehr spüren. "Steht" die Creme im Gesicht, dann sollte ein Wechsel in Betracht gezogen werden.

Depigmentierungsprodukte

Ganz generell gibt es unter Frauen wie Männern drei unterschiedliche Pflegetypen: die einen, die sich rühmen, ohne jede Hautpflege auszukommen, und das seit Jahren. Die zweite Gruppe, die seit 30 Jahren mit einer einzigen Creme für Tag und Nacht gut fährt und alles andere für Marketingtricks hält. Und dann die dritte Gruppe, die sich gerne verführen lässt und ausprobiert. Anti-Falten-Cremes, eine Creme zur Verkleinerung der Poren, eine gegen Pigmentflecken oder erweiterte Äderchen: Die Auswahl wird jedes Jahr um einige Produktvariationen reicher.

Apropos Sommer: Die Pigmentflecken an sonnenexponierten Stellen des Körpers werden von jetzt an bis in den September "gezüchtet". "Sonnenstrahlen sind wie der Anschaltknopf für die braunen Hautverfärbungen", sagt Dawid, der auch weiß, dass bei seinen Patientinnen der Kampf dagegen immer erst wieder im Herbst beginnt. Hier rät er zu Weitsicht und langfristiger Planung. Aktuell sollten Depigmentierungsprodukte ausschließlich in der Nacht angewendet werden, "tagsüber sollte UV-Schutz oberste Priorität haben", rät Dawid, der bei Hautkontrollen im Krankenhaus die krebsartigen UV-Schäden sehr häufig über den Augenbrauen, am Haaransatz und an den Ohren entdeckt. "Diese Stellen werden beim Eincremen meistens vergessen", weiß er. Handrücken, Hals und Dekolleté seien in Hinblick auf Anti-Aging ebenfalls gefährdete Körperzonen, warnt er. Entsprechende Cremen mit UV-Filtern sind deshalb für alle, die einen ebenmäßigen Teint schätzen, Pflicht. "Pigmentflecken vermeiden ist besser, weil Reparieren im Nachhinein nur beschränkt möglich ist", sagt Dawid.

In den letzten Jahren populär geworden sind auch Pflegeprodukte mit Fruchtsäure, die Nacht für Nacht die Haut exfolieren und damit die Neubildung von jungen Hautzellen stimulieren. Doch gerade diese "neue" Haut ist Sonnenstrahlen gegenüber besonders empfindlich. Statt Säure sind im Sommer deshalb sogenannte Scrubs, Waschlotionen mit körnigen Partikeln aller Art, eine Alternative. Anti-Aging hingegen sollten alle, die gegen Falten und Schlaffheit mit viel Verve gegensteuern, besser in die Nacht verlegen.

Oil-absorbing

Auch wenn es bei fettig-glänzender Haut trügerisch ist: Feuchtigkeit ist in der warmen Jahreszeit überaus wichtig. Wegen der wässrigen-leichten Konsistenz ausschließlich ein Serum zu verwenden lässt die Haut mangels Fettphase auf lange Sicht austrocknen. "Nur Serum geht gar nicht", sagt Dawid. Die Wasserphase lässt die Haut kurz aufquillen, entzieht ihr aber die Feuchtigkeit, erklärt er.

Ein Zauberwort bei heißen Temperaturen ist neben Feuchtigkeit deshalb auch "oil-absorbing", das von allerlei Mikrokügelchen bewerkstelligt wird. Vielleicht hilft auch ein kurzer Gedankenausflug in den Winter, um die Hitze auf der Haut gerne zu spüren. (Rondo, DER STANDARD, 29.6.2012)

Eine Auswahl
Estée Lauder Advanced Multiprotection SPF 25 (45 Euro) duftet nach Gurke
Vichy Lift activ UV 15 ab Juli in Apotheken (28,95 Euro)
La Roche-Posay Substitiane UV 15 (29,90 Euro)
Absolution Crème Nuit aus Frankreich bei Natural Cosmetics (1010, Postgasse)
Dr. Sebagh Supreme Night Secret (235 Euro)
Lancôme Absolue L'Extrait zur Regeneration (300 Euro)
Guerlain Super Aqua Lotion (40,80 Euro)
Annemarie Börlind Aquanature Creme Sorbet mit Algen (29 Euro)
SBT Cell Culture Balance Care hydro light für empfindliche Haut (70 Euro)
Dr. Brandt Poresolution verfeinert das Hautbild (45 Euro) bei Marionnaud
Skinceuticals Brightening UV Defense schützt vor Pigmentflecken (30 Euro) in Apotheken
Shiseido White Lucency Protective Day Emulsion SPF 15 mit reflektierendem Brightening-Puder (53 Euro)
Clinique Even Better Skin Tone Corrector SPF 20 gegen Sonnenschäden (47,50 Euro)

Die von Shiseido und Clinique angebenen Produkte helfen absolut nicht. Wirkungsloses überteuertes Zeug.

Es ist jedes jahr dasselbe. Man kämpft mit LSF50 gegen Pigmentflecken im Gesicht an, resigniert irgendwann und ab Herbst dann bis zum nächsten Sommer diverse invasive Kosmetikbehandlungen, um die Flecken zu bleichen.

Von Inselbewohnern gelernt.

Morgens in die Sonne - das bräunt
Mittags ist es zu heiß
Nachmittags verbrennt die Haut

Morgens ist der Boden noch angenehm kühl
Mittags steht die Sonne im Zenit und "peng"
am Nachmittag ist auch der Boden heiß.

Also, den Vormittag in der Sonne genießen und dann ab in den Schatten.

Und eine Sonnencreme braucht man dann auch nicht, lediglich der Haut nach dem Sonnebad Feuchtigkeit und Elastizität geben.

selber rühren...

... ist kinderleicht, macht Spaß und ermöglicht es einem, sich ohne großen (finanziellen) Aufwand die perfekte Pflege herzustellen. Ich mach mir seit ca. einem Jahr meine Seifen, Cremes, Lotionen, Duschgels und Shampoos aus den feinsten Ölen, Hydrolaten und pflanzlichen Wirkstoffen selber und habe nicht vor, überhaupt noch einmal Silikon oder Erdölderivate an meine Haut zu lassen. Im Sommer kann ich für die Gesichtshaut übrigens reines Arganöl-Rosenmazerat empfehlen. Kostet nicht viel und ist in jedem guten Selbstrührergeschäft (bei Bedarf einfach "Kosmetik selbst machen" o.ä. googeln - ich will hier keine Werbung machen) erhältlich. Einziger Nachteil: man wird gar bald vom halben Bekanntenkreis belagert... ;)

Oida

Einfach ned zu viel in die Sonne, und gut.

Dann hat man keinen Sonnenbrand, und auch sonst keine Zores.

Schon die Auswahl ist Mumpitz!

Alles Chemiefabriken, die mit Erdölderivaten arbeiten. Teures Zeugs, das man vergessen kann.

"Nur Serum geht gar nicht", sagt Dawid. Die Wasserphase lässt die Haut kurz aufquillen, entzieht ihr aber die Feuchtigkeit"
Gleich der nächste Mumpitz.
Seit Jahrzehnten (!) verwende ich im Sommer nur ein leichtes Gel von Weleda. Was passiert? aufquellen, Feuchtigkeit entziehen? gar nix. Das restliche (!) Jahr über verwende ich eine leichte Feuchtigkeitscreme dieser Firma. Gibt es Frost, kommt ein wenig Fettcreme dazu (im Freien). - Das Ergebnis? glatte Haut, die vom Organismus, und nicht von der Schönheitsindustrie, versorgt wird. - Das Schlimmste überhaupt ist das "Verwöhnen" der Haut mit Erdölderivaten und zu viel Fett.

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