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"Die Erholungsphase ist wichtig, auch wenn ein Fünfer im Zeugnis steht", sagt Birgit Satke.
In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland werden am Freitag die Zeugnisse verteilt. Nicht bei allen Schülern ist das Anlass zur Freude, nämlich dann, wenn ein Fünfer im Zeugnis steht. Sozialarbeiterin Birgit Satke rät im Interview mit derStandard.at: "Die Erholung soll trotz schlechtem Zeugnis nicht zu kurz kommen."
derStandard.at: Sie schreiben auf Ihrer Website: "Keine Panik vor dem Schulschluss". Wovor fürchten sich die SchülerInnen?
Satke: Meistens zeichnet es sich schon in den Wochen davor ab, dass die Kinder und Jugendlichen Angst haben, einen oder mehrere Fünfer ins Zeugnis zu bekommen. Sie überlegen, wie sie es den Eltern sagen können, und fragen sich, wie die Eltern darauf reagieren werden, wenn sie mit der Nachricht nach Hause kommen.
Die Schüler beschäftigt auch die Frage, wie sie sich am besten für die Wiederholungsprüfung vorbereiten sollen, damit sie sich die Note ausbessern können.
derStandard.at: Wenn es um das Gespräch mit den Eltern geht - was raten Sie Ihren Klienten?
Satke: Man sollte mit dieser Nachricht nicht bis zum Zeugnistag warten. Gerade nicht, wenn man Angst davor hat, dass die Reaktion darauf heftig sein wird. Warten bis zum letzten Moment zahlt sich nicht aus. Eine Möglichkeit ist es, jemanden um Unterstützung zu bitten, der bei dem Gespräch dabei ist. Eine gute Freundin oder eine erwachsenen Bezugsperson, zu der man ein gutes Vertrauensverhältnis hat. Sie kann beim Gespräch dabei sein, wenn man Eltern die schlechte Nachricht überbringt.
derStandard.at: Wie sollen sich die Eltern verhalten?
Satke: Man sollte nicht überreagieren und versuchen, eine vernünftige Lösung für den Sommer zu erarbeiten. Die Erholung soll trotz schlechtem Zeugnis nicht zu kurz kommen. Ferien sind ja generell da, um sich zu regenerieren. Man soll den Urlaub genießen können, auch wenn man für eine Nachprüfung lernen muss.
Die Eltern können gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen einen Lernplan erarbeiten, damit beides möglich ist. Es zahlt sich nicht aus, gleich in der ersten Woche, wenn die Schule aus ist, für die Nachprüfung zu lernen. Die Erholungsphase ist wichtig, auch wenn ein Fünfer im Zeugnis steht. Gemeinsam kann man am besten überlegen, wie man sich auf die Nachprüfung vorbereitet. Hilfreich ist es sicher auch, sich Unterstützung von außen zu holen: Vielleicht gibt es im Bekannten- oder Verwandtenbereich ja jemanden, der mit einem lernen kann.
Wichtig ist es auch, das Kind für gute Noten zu loben. Sie sind niemals selbstverständlich, auch nicht bei vermeintlich einfachen Fächern. Das motiviert, gibt Selbstvertrauen und hilft somit auch in der Vorbereitung auf die Nachprüfung.
derStandard.at: Welche Panikreaktionen tauchen am letzten Schultag auf?
Satke: Meistens wissen es die Eltern ja schon im Vorfeld, wenn die Kinder einen Fünfer im Zeugnis haben. Manche Jugendliche verschweigen es aber und stellen sich am letzten Schultag die Frage: Soll ich mich nach Hause trauen oder nicht? Wir raten den Betroffenen, die Eltern zu informieren und ihnen zu sagen, was Sache ist. Früher oder später werden sie ohnehin draufkommen. Sollte der Druck doch zu groß sein, gibt es ja auch die Möglichkeit, sich bei einer entsprechenden Beratungseinrichtung Hilfe und Unterstützung zu holen.
derStandard.at: Es gibt immer wieder Diskussionen, man solle die Schulnoten abschaffen, weil der Druck auf die Kinder so groß ist. Ist die Erwartungshaltung zu hoch?
Satke: Der Druck ist vorhanden, oft spürbar bei den Jugendlichen, die uns anrufen. Auch während des Schuljahres. Sie klagen darüber, dass sie an einem Tag eine Schularbeit haben, am nächsten gleich einen Vokabeltest. Das System ist auf Noten aufgebaut, und den Druck bekommen die Schüler von mehreren Seiten zu spüren: von den Eltern, den Lehrern, und viele machen sich auch selber Druck. Der Anspruch ist bei manchen sehr hoch. Das ist schon viel, was die Schüler bewältigen müssen. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 29.6.2012)
Birgit Satke (46) ist diplomierte Lebens- und Sozialarbeiterin und leitet die Beratungshotline "Rat auf Draht", rund um die Uhr erreichbar unter der Telefonnummer 147.
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3 Mal Nachprüfungen gehabt.
1.Jahr 1 Nachprüfung das ging gut.
2.Jahr keine Nachprüfung
3.Jahr eine Nachprüfung das ging gut.
4.Jahr 2 Nachprüfungen (lernen und beide Ferialpraktika im Sommer)=>das ging schief.
Dann habe ich Schule gewechselt und die letzten beiden Jahre ohne Nachprüfung geschafft.
Man sollte also weder über noch unterreagieren.
Kennt wer dieses Spielchen?
Verlangst du als Lehrer Leistung, gibt's Fünfer(und zwar nicht wenige).Haben(nicht wenige SchülerInnen)in deinem Gegenstand einen Fünfer, weil du Leistung verlangst, ist nicht SchülerIn schlecht sondern LehrerIn hat als LehrerIn versagt. Der Fünfer des/der SchülersIn verwandelt sich so ratzfatz in einen Fünfer für den/die LehrerIn.
Wie heißt dieses Spielchen?Mega-Verarsche?
Außerdem: Fünfer zu geben wird immer anachronistischer. Auftsteigen mit einem Fünfer? Klauselautomatik, egal wie viele Vierer SchülerIn hat! Aufsteigen mit drei Fünfern wird diskutiert. Sitzenbleiben?Bald tabu!Modulsystem?Warten wir's ab wie das sein wird, wenn SchülerIn ein Mathe und ein Englisch-Modul nachmachen muss...
PS:The show must...
Hier ist einer davon. Das ist eine absolute Pflichtlektüre:
http://www.textbookleague.org/103feyn.htm
Herzlichen Dank für ihren Beitrag.
Sie sollten ihn übersetzen, 1964 durch 2012, "new mathe" durch "kompetenzorientiert" ersetzen, Kalifornien durch Österreich übersetzen und sie haben eineb topaktuellen Bericht über die Situation.
Als kleine Randbemerkung: es gibt keinen Schulbuchverlag, der einen österreichischen Besitzer hat. Da der österreichische Markt gegenüber dem deutschen Markt zu klein ist, kümmert man sich auch nicht mehr wirklich um unsere Schulbücher.
wenn ich mir so die postings in den online-zeitungen ansehe, muss ich eines feststellen: lehrer haben mittlerweile ein ansehen erreicht, welches unter dem von politikern und bankern liegt. lehrer-bashing ist scheinbar modern. woran liegt das? gammeln hier nur gescheiterte existenzen rum? glaubt jeder dass er mitreden kann, nur weil er mal selber ein paar jahre zur schule gegangen ist? posten überall nur teenies, die hier ihren schulfrust abladen? wie mit einem der ehrenwertesten berufe der gesellschaft umgegangen wird, ist schockierend. das ist zutiefst unwürdig! als nichtlehrer! würde ich den lehrern anraten in einen generalstreik zu treten. wenn die lehrer eh alle so schlecht sind, wird es ja keinen unterschied machen.
was erst recht für die lehrerbasher die bestätigung wäre, dass sie nix arbeien wollen, der grund ist der bevölkerung völlig egal. mobbing verschwindet nie durch aufklärung. der dienstgeber müsste endlich eindeutig partei beziehen, der mobbt aber oft munter mit
Ja, das klingt schön.
So gaaaanz unschuldig sind die Lehrer (etliche) aber nicht. Aber auch nicht nur schuldig.
Bis vor wenigen Jahrzehnten waren die Kompetenzen klar abgegrenzt.
Das Elternhaus hatte die sozialen Agenden zu erfüllen, die Lehrer hatten div. Fächer zu unterrichten.
Eines meiner Kinder wird heuer eingeschult. Was glauben Sie, was man da so zu hören bekommen, selbst in einer Privatschule. Allen Ernstes meinte doch die Direktorin:
"Lesen und Schreiben könnten Sie Ihren Kindern ja selbst beibringen. Wir hier in der SChule bringen ihnen soziale Kompetenz bei."
Da kommt dann uU raus, dass die Eltern abends mit den Kindern büffeln dürfen, derweil in den Schulstunden sozialgekompetenzt wird....
Ja, sicher haben die Schüler einen Druck. Aber das wird sich normalerweise in der Arbeitswelt nicht ändern. Diese Kuschel-Forderungen sind lächerlich. Wer lernt, die Hausübung macht und in den Lektionen aufpasst, so wie es ein jeder Schüler zu tun hat, wird normalerweise keine Probleme in der Schule haben.
Druck ist nicht nur schlecht - er kann vor allem als Motor dienen.
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Die Idee, Noten abzuschaffen, wäre an sich eine Überlegung wert - jedoch hätte ich die Befürchtung, dass unter den Lehrern gewisse "Code-Sätze" entstehen würden, wie bei den Arbeitgebern über die erteilten Arbeitszeugnisse.
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Also: Lohn der Lehrer erhöhen und KEINE Kuschel-Bildung für unsere Schüler. Kuscheln können's zu Hause mit den Haustieren.
ich werd das auch nie verstehen. immer muss alles spaß machen etc. das arbeitsleben ist nicht lustig, und man wird nicht getröstet wenn man was falsch macht oder so.
kinder können gar nicht früh genug lernen zu funktionieren bzw. wie die arbeitswelt funktioniert. es bringt nix die kinder in watte zu packen und am ende der schulzeit lauter verweichlichte jugendliche in die welt zu entlassen.
weil sonst bald niemand mehr da ist, der den ganzen erzeugten ramsch herstellt und kauft, damit sich ein paar reiche dumm un dämlich verdienen. schule ist der ort für die produktion willfähriger wirtschafstsubjekt und dumme konsumenten - ???
Es macht viel SInn, Kinder auf die Welt loszulassen, die dann mit der Einstellung "ARbeit macht keinen Spass, das Leben ist hart" die DInge angehen. Die werden dann so frustriert wie Sie.
Da ist es besser, wenn die Kinder neugierig und mit Begeisterung ins Berufsleben gehen - dann haben's auch eher einen Job der Spass macht.
Es geht auch nicht um "funktionieren" - damit bringens bestenfalls Mittelmass, sondenr um Begeisterung und Freude.
natürlich, der job an sich sollte spaß machen. ich bin auch einer der glücklichen die so einen job gefunden haben. aber wenn man sich so umhört bzw viele umfragen liest, wird man merken, dass die mehrheit nicht so arbeitsbegeistert ist, weil sie ihr job ganz einfach ankotzt.
das leben ist auf jeden fall hart, ich finde das sollte man den kindern vermitteln. man bekommt nichts geschenkt, außer vielleicht von den eltern oder der familie. aber draußen in der echten welt gehts halt mal anders zu. leute die vorbereitet sind können damit sicher besser umgehen. das hab ich gemeint!
Spaß ist nicht alles. Das klingt bloß nach Ferien-Happy-Peppi. Mir gefällt das Wort Freude besser.
Kinder sollten bei ihren Stärken gepackt werden. Das Schulsystem ist momentan jedoch hauptsächlich auf Schwächenkorrektur ausgelegt. Das frisst ungaublich viel Zeit, ist auf Dauer freudlos und hinterlässt generelle Mittelmäßigkeit.
Was bedeutet hier normalerweise? gibts also Schüler die sich anstrengen, lernen und dennoch nicht durchkommen?
Einen Arbeitsplatz kann man wechseln wenn man zu viel Druck verspürt bei der Schule wird das ein bisschen schwieriger.
Ein 5er ist halt ein Stigma und steht bei den meisten Leuten für "du bist faul oder dumm".
Vor 50 Jahren war man auch gegen Kuschelpädagogik etc. ...
da kann es passieren, dass man nicht mithalten kann. Ein Gehbehinderter in eine Sporthauptschule ist genauso fehl am Platz, wie ein vorwiegend musisch begabter in einer HTL (und umgekehrt). Ansonsten: Die Pflichtschule kann nun wirklich jeder schaffen.
Die Schule kann man wechseln. Wie beim Arbeitsplatz ist aber nicht jede Schule gleich weit weg und man kann nur in eine Schule wechseln, wenn Plätze frei sind.
Faul und dumm? Nun ja, es heißt auf jeden Fall nicht fleißig und intelligent.
Vor 50 Jahren war man gegen Kuschelpädagogik? 1962? Klingt nach einem missglücktem Nazi-Vergleich, oder sollte das ein Plädoyer gegen die Kuschelpädagogik sein, deren fehlen uns in der Nachkriegszeit zu einem der reichsten Länder weltweit machte?
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