Exoplanet von Röntgenausbruch seiner Sonne "geröstet"

28. Juni 2012, 16:00
  • Die künstlerische Darstellung illustriert Beobachtungen durch das "Hubble" Weltraumteleskop: Der heftige Röntenausbruch hat die Atmosphäre des Planeten HD 189733b in Schwaden fortgeblasen.
    vergrößern 500x285
    foto: nasa, esa, l. calçada

    Die künstlerische Darstellung illustriert Beobachtungen durch das "Hubble" Weltraumteleskop: Der heftige Röntenausbruch hat die Atmosphäre des Planeten HD 189733b in Schwaden fortgeblasen.

Atmosphäre des jupitergroßen Planeten durch dramatischen Strahlungsanstieg teilweise verdampft

Garching - Das "Hubble"-Weltraumteleskop hat einen Exoplaneten erspäht, dessen Atmosphäre von seiner Sonne teilweise verdampft wurde. Der etwa 60 Lichtjahre entfernte Planet HD 189733b sei von seinem Heimatstern mit intensiver Röntgenstrahlung gleichsam "geröstet" worden und habe mindestens 1.000 Tonnen Gas pro Sekunde verloren, berichtete das europäische "Hubble"-Informationszentrum am Donnerstag in Garching bei München. Die Forscher um Alain Lecavelier des Etangs vom französischen Forschungszentrum CNRS stellen ihre Beobachtungen in einer der kommenden Ausgaben des Fachblatts "Astronomy & Astrophysics" vor.

Die Forscher hatten den Stern HD 189733A ins Visier genommen, der von einem etwa jupitergroßen Begleiter alle 53 Stunden eng umkreist wird. Planet und Stern trennen nur rund fünf Millionen Kilometer, das ist dreißigmal weniger als die Distanz der Erde zur Sonne. Der Exoplanet wird dadurch auf mehr als 1.000 Grad Celsius aufgeheizt. Das ist allerdings noch nicht heiß genug, um seine Atmosphäre verdampfen zu lassen. Die ersten Beobachtungen aus dem Jahr 2010 zeigten daher noch keine Auffälligkeiten.

Rekord-Röntgenausbruch

Im Jahr 2011 beobachteten die Forscher jedoch dramatische Veränderungen. Der Heimatstern des fernen Exoplaneten erlebte einen Ausbruch von Röntgenstrahlung, wodurch sich seine Helligkeit im Röntgenlicht vervierfachte. Der Planet bekam dadurch rund drei Millionen Mal soviel Röntgenstrahlung ab wie die Erde von der Sonne, schätzen die Forscher. "Es war der hellste Röntgenausbruch von HD 189733A von mehreren, die bisher beobachtet wurden", erläuterte Peter Wheatley aus dem Forschungsteam in der Mitteilung. "Und es scheint sehr wahrscheinlich, dass die Auswirkungen dieses Ausbruchs zu dem Verdampfen geführt haben, das ein paar Stunden später mit "Hubble" zu sehen war."

Der Planet wandert von der Erde aus gesehen regelmäßig vor seinem Heimatstern vorbei. Dabei durchleuchtet der Stern die Atmosphäre des Exoplaneten, wodurch sich deren Zusammensetzung und Bewegung analysieren lässt. Die Forscher konzentrierten sich auf Wasserstoff als Hauptbestandteil der Planetenatmosphäre und konnten beobachteten, wie große Mengen Wasserstoff aus der Atmosphäre entwichen. (APA/red, derstandard.at, 28.6.2012)

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 49
1 2

Was für ein mieser Artikel.

Ist 30mal weniger = 1/30stel?

Frage an die Runde:

Wie kann eine Atmosphäre, lt. Definition "die gasförmige Hülle um einen Himmelskörper" verdampfen ? :-)

"Verblasen" ist vielleicht nicht politisch korrekt? ;-)

1000 t pro sekunde.

und wieviel ist das nun in fussballfeldern bzw. badewannen?

Gewicht bitte in Elefanten. Danke.

bitte spezifizieren die Frage genauer

Das Gewicht eines Elfanten hängt a) von Alter und Gechlecht und b) der Art ab.

Wenn man es in das Gewicht eines durchschnittlichen Bullen der Art Loxodonta africana (Afrikanischer Elefant) umrechnet (ca 5 t), so sind das ungefähr 200 Elefanten pro Sekunde, die in das Weltall geblasen werden.

und unsere Sonne ?

Und unsere Sonne strahllt also immer konstant oder was ?
Hab in den ganzen Klimastudien noch keinen Hinweis entdeckt der diesen Aspekt untersucht.

Mich würde vor allem der Level des 2,45GHz-Bandes interessieren. ( für alle die es vielleicht noch nicht wissen, das ist die Resonazfrequenz der Wassermoleküle - Mikrowellen-Öfen arbeiten damit )

doch, ist alles schon berücksichtigt worden.

...da sie noch immer nicht "durch" sind...

...wird's ned so arg sein.

... athmosphäre verdampfen ...

blöd gefragt, ist eine athmosphäre nicht eher grundsätzlich gasförmig, wie bei uns? kann ein gas verdampfen?

Ups, Sry ! zu spät gelesen !

1000 Grad heisse Atmosphäre.... da isses ja in meiner Mikrowelle gemütlicher.

wie schwächt sich das in 60 Jahren ab?

hahaha :)

"habe mindestens 1.000 Tonnen Gas pro Sekunde verloren"
i siag se schowida rechnen... so könnt ma unser CO² problem in den griff kriagn :P

Nur fast.

1000t/s mal 31,5 Mio. s/a macht 31,5 Mrd. t Gas pro Jahr.

Die Menschen lassen aber im Jahr 36 Mrd. t CO2 in die Athmosphäre entweichen.

Planet und Stern trennen nur rund fünf Millionen Kilometer, das ist dreißigmal weniger als die Distanz der Erde zur Sonne.

und in Fußballfeldern?

ca. 600000000.

Welche Fussballfelder meinen sie Terrestische oder Galaktische?

HD 189733A - langsam tue ich mir schwer die Namen all der neu entdeckten Planeten zu merken.

"HD 0815 ist die Erde!"

Wohl eher "HD 11:55"

Geh, kennst nicht alle Draper-Nummer auswendig?

"... dessen Atmosphäre von seiner Sonne teilweise verdampft wurde..."

Frage an die Redaktion:
Wie kann etwas gasförmiges verdampfen?

Posting 1 bis 25 von 49
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.