Eiszeitmenschen könnten warmes Essen gekocht haben

Jäger und Sammler töpferten bereits vor 20.000 Jahren

Jiangxi/Wien - Warum haben die Menschen angefangen zu kochen? Wahrscheinlich wegen der Kälte, legen Tonscherbenfunde aus einer Höhle in Xianrendong in Südostchina nahe. Die ältesten Keramikteile, die Xiaohong Wu von der Universität Peking und sein Team mithilfe der Radiocarbonmethode datierten, waren zwischen 19.000 und 20.000 Jahre alt, berichtet Science. Die Funde belegen, dass während des Höhepunkts der letzten Eiszeit und zumindest 2000 Jahre früher als bisher gedacht mit der Herstellung von Kochtöpfen begonnen wurde.

Damit erscheint endgültig sicher, dass die Menschen nicht, wie lange Zeit angenommen, erst mit dem Beginn der Landwirtschaft vor etwa 10.000 Jahren erste Keramikgefäße hergestellt haben. Erste Schüsseln und Schalen sind demnach bereits von Jägern und Sammlern getöpfert worden. " Die Herstellung von Tongefäßen ist also nicht notwendigerweise mit Landwirtschaft verbunden", sagt Havard-Forscher Ofer Bar-Yosef im New Scientist.

Brandspuren deuten auf Kochgeschirr hin

Die frühen Tontöpfe waren wahrscheinlich etwa 20 cm groß, schlecht gebrannt und sehr zerbrechlich. Brandspuren legen nahe, dass sie bereits zum Kochen verwendet wurden. Motivation der Urmenschen könnte eine von der Eiszeit ausgelöste Nahrungsmittelknappheit gewesen sein. Ton wurde allerdings schon früher, allerdings zu anderen Zwecken, verarbeitet: Die in Tschechien gefundene Keramikfigur Venus von Dolní Vestonice ist älter als 25.000 Jahre. (pum, DER STANDARD, 30.6.2012)

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