Neue Lebensphase für zwei Häuser am Karlsplatz

  • Blick vom Karlsplatz aus: Dem Gebäude in der Bildmitte soll neues Leben eingehaucht werden.
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    foto: putschögl

    Blick vom Karlsplatz aus: Dem Gebäude in der Bildmitte soll neues Leben eingehaucht werden.

  • Derzeit sieht es im Inneren großteils noch so aus wie auf diesem Bild.
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    foto: putschögl

    Derzeit sieht es im Inneren großteils noch so aus wie auf diesem Bild.

  • Um diese Gebäude geht es: Elisabethstraße 3/Karlsplatz (weiß), Elisabethstraße 5/Operngasse (grau).
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    bild: ifa ag

    Um diese Gebäude geht es: Elisabethstraße 3/Karlsplatz (weiß), Elisabethstraße 5/Operngasse (grau).

  • Und diese Herren zeichnen für den Umbau zu Wiens "größtem innerstädtischem Hotel" verantwortlich (v.l.): Christian Lainer (Motel One), Ferdinand Lechner (ifa AG), Martin Kurschel (Immovate).
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    foto: fotodienst/katharina schiffl

    Und diese Herren zeichnen für den Umbau zu Wiens "größtem innerstädtischem Hotel" verantwortlich (v.l.): Christian Lainer (Motel One), Ferdinand Lechner (ifa AG), Martin Kurschel (Immovate).

Ein Gebäudekomplex zwischen Elisabeth- und Friedrichstraße wird von ifa AG und Immovate als Hotel wiederbelebt. 90 Millionen Euro fließen in die Revitalisierung

Einst dienten die beiden Altbauten in der Elisabethstraße 3 und 5 in der Wiener City den ÖBB als Bürogebäude. Seit mehreren Jahren stehen sie leer - dies soll sich nun aber wieder ändern. In zwei Jahren wird hier das dritte Wiener "Motel One" eröffnen, was den ganzen Gebäudeblock am Wiener Karlsplatz, in dem sich auch das bekannte "Café Museum" befindet, entscheidend beleben soll.

Das Hotel wird in dem gesamten L-förmigen Komplex mit den Adressen Elisabethstraße 3 und 5 einziehen, wobei sich das Gebäude auf Nummer 3 durch den ganzen Block zieht und somit auch die Adresse Friedrichstraße 4 (Karlsplatz) aufweist (siehe Grafik links). Dieses Objekt wird vom Linzer Finanzkonzern ifa AG als Bauherrenmodell entwickelt. Die ifa steckt nach Angaben ihres Vorstands Ferdinand Lechner 54 Millionen Euro in den Umbau, private Investoren können sich ab einer jährlichen Eigenkapitalzahlung von 16.250 Euro (für 2012 und 2013) und einer Finanzierung über 100.000 Euro als Kommanditisten beteiligen. Als Lohn winkt eine Rendite von rund 3,6 Prozent pro Jahr, erläuterte Lechner am Donnerstag.

"Schlusspunkt" des Wiener Jugendstils

Das zweite Objekt mit der Adresse Elisabethstraße 5/Operngasse wird von der Immovate Projektentwicklungs GmbH realisiert, die weitere 36 Millionen Euro in den Umbau zum Hotel stecken wird. Anders als das Nachbargebäude steht dieses Objekt nicht unter Denkmalschutz; Immovate-Geschäftsführer Martin Kurschel kündigte trotzdem an, auch hier eng mit dem Bundesdenkmalamt zusammenarbeiten zu wollen.

Das Gebäude in der Elisabethstraße Nr. 3 wurde 1914 erbaut, es handle sich dabei um eine Art "Schlusspunkt" des Wiener Jugendstils, wie Kurschel meinte. Errichtet wurde es einst nach Plänen des Architekten Hans Prutscher. Viele Jahrzehnte lang diente es dann den Bundesbahnen als Bürohaus.

Conwert kaufte und verkaufte wieder

Anfang 2007 wurden beide Objekte vom börsenotierten Altbau-Entwickler Conwert erworben. Geplant war hier ein großangelegtes Development, auf den rund 10.000 Quadratmetern sollten hochwertige Wohnungen, Büros und Gewerbeflächen entstehen. Um die Genehmigung zum Ausbau des Dachgeschoßes zu bekommen, wurde von Conwert im September 2010 eine vielbeachtete Erdbeben-Simulation durchgeführt.

Aus den Plänen wurde aber nichts. Conwert gab 2011 ein ganzes Paket an Wiener Gründerzeithäusern ab, für insgesamt 38 Millionen Euro erwarb die Immovate die beiden Objekte (neben einigen anderen). Ein "schneller Umbau" zur Nutzung als Büro- und Wohnobjekt wäre architektonisch betrachtet auch "der Tod für dieses Haus gewesen", meinte Kurschel. Mit der sachten Modernisierung und der Umnutzung in ein Hotel gebe man dem alten Gebäude nun aber die Chance, "in eine neue Nutzungsphase einzutreten".

ifa AG: 40 Projekte in der Pipeline

Die Vermietung an "Motel One" ist für die ersten 25 Jahre inklusive Kündigungsverzicht von Seiten des Mieters vereinbart. Die Hotelkette mit Sitz in München wird beim Bezug der Flächen im Jahr 2014 eigenen Angaben zufolge zweitgrößter Hotelanbieter in Wien sein (siehe dazu auch Artikel).

Für die ifa AG, die mehrheitlich zur Soravia Gruppe gehört, ist es Bauherrenmodell Nummer 400, wie Vorstand Lechner am Donnerstag stolz verkündete. In die Finanzierung dieser 400 Gebäude flossen in den vergangenen 30 Jahren rund 1,5 Milliarden Euro an Anleger-Geldern. Weitere 40 Objekte sind bereits in Bau oder Bauvorbereitung, dazu zählt beispielsweise auch die Revitalisierung der Sofiensäle. Nochmals 40 Projekte sind laut Lechner in der Planungs-"Pipeline". Die ifa AG investierte 2010 rund 130 Millionen Euro in ihre Anlageprojekte, 2011 waren es 121 Millionen. (Martin Putschögl, derStandard.at, 28.6.2012)

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