"Diablo 3" macht den Online-Zwang bei Spielen salonfähig

Trotz Protesten brach Blizzard Verkaufsrekorde und könnte damit einen umstrittenen Trend auslösen

Es ist das schnellst verkaufte PC-Spiel in der Geschichte, bereits nach einer Woche spielten bereits über sechs Millionen Menschen "Diablo 3". Und das, obwohl Schöpfer Blizzard Entertainment auf eine Kopierschutzmaßnahme setzt, die die Spielerschaft bereits wiederholt auf die Barrikaden brachte. Um das Action-Rollenspiel zocken zu können, muss man zu jeder Zeit und ohne Ausnahme mit dem Internet verbunden sein. Eine Maßnahme, die auch den Verbraucherschutz in Deutschland alarmierte und dem Herausgeber eine Abmahnung einhandelte. Und dennoch: Dem Erfolg von "Diablo 3" scheint dies alles keinen Abbruch erteilt zu haben. Hat Blizzard dem Online-Zwang (always-on) bei Videospielen damit nun endgültig den Weg bereitet?

Keine falschen Versprechen

Ob sich der Online-Zwang bei Games durchsetzt oder nicht, wird in erster Linie vom Konsumenten und dessen Kaufentscheidung abhängen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass jedes Studios es darauf ankommen lassen wird. Im Gegenteil, einer Befragung von Eurogamer zufolge, zeigen sich zahlreiche Entwickler skeptisch gegenüber dem Konzept. "Aus Sicht der Spieler gibt es kein Pro für 'always-on'", sagt Chris Delay, Gründer von Introversion. "Das ist nicht etwas für die Spieler, sondern für die Entwickler, um ihr Spiel zu schützen. Blizzard verpackt es mit Features wie Online-Save-Games, Account-Synchronisation oder Achievements. All das ist Nonsense."

Christofer Sundberg, Chef von Avalanche Studios, pflichtet dem bei. "Wenn es nur darum geht, Gebrauchtspielverkäufe und Piraterie zu verhindern, dann ist es eine Einschränkung des Erlebnisses und schlecht für den Konsumenten.

Positive Seiten?

Sundberg kann den Möglichkeiten der permanenten Online-Verbindung jedoch auch Gutes abgewinnen. "Profitieren könnte man von dem System, wenn man etwa eine sich permanent weiterentwickelnde Welt kreieren möchte, die sich auch verändert, wenn man nicht spielt".

Jeremiah Slaczka, CEO von 5th Cell, streicht weitere Vorzüge heraus. "Mit keinen oder weniger Hacks kann ein gerechteres Spielumfeld geschaffen werden, in dem Spieler ihre Charaktere nicht offline aufmotzen können, um dann online Schaden anzurichten." Dies erst öffne die Türen für kontrollierte Echtgeld-Auktionen, wie sie Blizzard kürzlich in "Diablo 3" freigegeben hat. "Funktionen wie diese wären in 'Diablo 2' nie möglich gewesen", so Slacka gegenüber Eurogamer.

Zwang ist problematisch

Alle befragten Entwickler sprechen sich dafür aus, dass der Online-Zugang optional und inhaltlich gerechtfertigt sein sollte. "Ich denke, always-online ist dann ein Problem, wenn es erzwungen wird. Wenn es in den Kontext des Spiels passt, dann ist es fantastisch.", sagt "Assassin's Creed 3"-Creative Director Alex Hutchinson. "Ich denke nur, dass man wirklich vorsichtig hinsichtlich der Wahl der Spiele sein sollte, in die man es implementiert. Damit man nicht unabsichtlich sein Spiel so radikal ändert, dass daraus etwas wird, das deine Fans nicht wollen." Hutchinson zufolge werde man Always-On-Konzepte in Zukunft öfter sehen, vorausgesetzt, sie würden nicht ausschließlich zur Piraterie-Bekämpfung implementiert. Herausgeber Ubisoft entschied sich nach massiven Kundenbeschwerden vergangenes Jahr dazu, Online-Kopierschutzsysteme aus seinen PC-Spielen zu entfernen.

Proteste nicht überbewerten

Wichtig sei, dass man die Vor- und Nachteile gut abwäge. Die oftmals lautstarken Proteste von Spielern in Foren sollte man mit Augenmaß berücksichtigen, Delay zu Bedenken. "Die Gegenreaktionen in den Foren sind immer sehr heftig und eigenen sich für tolle Schlagzeilen, aber das bedeutet gar nichts. Wahrscheinlich haben diejenigen, die sich am lautesten beschwert haben, selbst das Spiel gekauft und deshalb so bestürzt reagiert."

Aus kaufmännischer Sicht habe "Diablo 3" so eine Vorbildwirkung. "Sie haben das Spiel herausgebracht und Rekordverkäufe erzielt. Sie haben die Piraterie bei ihrem Single-Player-Spiel unterbunden. Always on, yay!", sagt Delay.

Entscheidende Monate

EEDAR-Analyst Jesse Divnich warnte bereits zum Start von "Diablo 3" Mitte Mai davor, die Situation voreilig zu beurteilen. "Als Industrie sollten wird dem Spiel zumindest drei Monate geben, bevor wir darüber urteilen, wie sich das Kopierschutzsystem auf die Verkäufe und Blizzards Reputation ausgewirkt haben." Zumindest den Einnahmen hat es nicht geschadet. (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 1.7.2012)

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Verkaufsrekorde .... echt traurig ....

Stimmt das mit den Verkaufsrekorden wirklich oder sagt das nur Blizzard? Ich weiß, viele hier haben kein Problem mit dem Online-Zwang. Es geht jedoch ums Prinzip, aber das ist vielen auch egal. Mein Vater sagt immer, dass sich meine Generation zuviel gefallen lässt ... leider stimmt dies.

BTW: Seltsam, dass man bei dem Diablo3-Artikel, wo da der eine Gamer gestorben ist, nicht posten darf ... waren wohl zu viele dumme Postings unterwegs ... hab ich beim Standard.at aber noch nie erlebt, dass ein Forum gesperrt wurde ...

Bei mir macht es das sicher nicht salonfähig.

Solche Blizzard-Spiele werden nicht gekauft, und überhaupt keine Blue Byte-Spiele mehr.

Und da können noch so gute Spiele (Diablo 3 ist ja nicht einmal so eines) rauskommen, mein Geld kriegen die nicht mehr, die Stasis.

Grün! Schön, dass es doch noch ein paar Rebellen gibt :-)

Jahrelang D2 online gezockt,

das einzige Problem welches ich in D3 sehe ist, dass man mit Randomgruppen in Inferno viel zu oft nicht weit kommt.

Auch wenn mit D3 weit nicht so fesselt wie D2 damals, ich geb dem Game noch 1-2 Monate, in denen ich ab und zu mal zocke, sollte es bis dahin wieder eine Motivation geben ist es vielleicht noch nicht ganz tot.

Jo, das sind die gleichen Whiner, die sich hier auch beschweren..

Haben D2 wahrscheinlich nur als Raubkopie gezockt (deswegen offenes Onlinegaming und LAN Gaming, aber kein Battle.net) und nooben jetzt in Inferno rum..

deiner ausdrucksweise nach bist du zu D2 zeiten noch im sackerl rumgschwommen ...

?!

Ich besitze eine legal gekaufte Version von D2 und habe während der letzten Jahre kein einziges Mal das Bedürfnis gehabt, mich ins Battle.net einzuloggen. Warum sollte ich auch, wenn ich Freunde habe, mit denen ich im eigenen LAN spielen kann (allesamt mit *gekaufter* D2-Version!)?
Auch sehe ich keine Vorteile des Battle.net, wenn ich einfach mal alleine durch den Schinderdschungel streifen mag.

Für mich ist jedenfalls der Zwang, *permanent* online sein zu müssen ein gewichtiger Grund, D3 nicht zu kaufen.
Oder um es mit einem berühmten Slogan zu sagen: ich will spielen wann ich will, wo ich will und wie ich will. Ohne auf Blizzards Gnaden angewiesen zu sein.

würdest wohl auch fürs nachladen

zahlen?
http://www.pcgames.de/Battlefie... en-909323/

fanbois

fressen auch scheisse, solange blizzard draufsteht..

Ich sag' mal andersrum: wer RL-Freunde hatte die mit einem Zocken brauchte kein b.net. Nur Nachteile, kein Vorteil.

Kein Cheater, keine manipulierten Gegenstände (gut duppen ging mal) und mehr Missionen..
Ist alles ein Nachteil im Battle.Net... Meine Fresse, habt ihr wirklich D2 gezockt oder regt ihr euch einfach mal wieder auf?

Aha, weil unter Freunden grossartig gecheatet wird :) .

Was bist du doch für ein armer Freak.

an und für sich aus meiner sicht kein problem

wenn das ganze auch funktioniert - aber in der regel gibt es bei diablo 3 aber probleme mit den servern. außerdem kann man damit zB wenn man mit nem notebook unterwegs ist nur eingeschränkt und mitunter sehr teuer telefonieren.

kritisch sehe ich in diesem zusammenhang auch die entwicklung, dass damit die spiele nicht mehr weiterverkaufbar sind. das betrifft dann auch titel die zB über steam aktiviert und gespielt werden müssen (was dann aber zumindest auch offline funktioniert).

aber wie man sieht hat es sich finanziell gelohnt - es stellt sich halt wirklich die frage was es blizzard gekostet hat, dass es anhaltende probleme mit dem spiel gibt.

Bei einem Spiel, das Jahre gespielt und supported werden wird, empfindest du anfängliche 2-3 wöchige Serverprobleme als anhaltend?

Falsch. Das wird längst nicht mehr gespielt und war für Blizzard ein gigantischer Reinfall. Einfach den Absturz der Userzahlen nach den ersten Wochen ansehen.

Gloryhunter, das ist kein Diablo. du brauchst es also nicht zu verteidigen, weil alle Diablo-Fans längst von dem Dreck weg sind.

Jetzt hast mich mit deinem Italien Support echt überzeugt, aber jetzt geht es wieder so los.

Wenn du jetzt wieder Xfire ansprichst, das ist lächerlich. Diablo hat Millionen von Spieler, die Whiner sind in der Minderheit.

Auch ich liebe Diablo 2 und es gibt Dinge, die mich am 3er stören, aber es ist trotzdem ein sehr gutes Spiel, das mich mehr als 200 Stunden gefesselt hat.

Und tut man sich Diablo 3 auf Inferno an, ist man vielleicht vieles, aber ein Gloryhunter? Peterle das war jetzt wieder ganz kleines Kino.

Die Spieler gehen off. Hast du die XFire-Statistik richtig gehalten ;) ? Die Kurve stützt nach unten ab.

Und nein, es ist nicht fesselnd, weil alles was Diablo ausmachte weg ist. Es ist ein langweiliges, ewig gleiches Spiel. Das ginge ja noch. Mei, halt ein weiteres schlechtes Spiel. Aber dass du es dann nichtmal spielen darfst und die lags teilweise katastrophal sind (in einem singleplayer-Spiel!!!) ist einfach unverzeihbar für mündige Spieler und hat nun Blizzard für immer zerstört.

Ach, die xfire Statistik.

Diese Statistik sagt aus, dass xfire vor allem Freaks installiert haben, die zum Release 15 STUNDEN PRO TAG Zeit hatten D3 zu spielen.

Weiters sagt diese Statistik aus, dass diese "Freaks" wohl doch nicht alle arbeitslos/Studenten/Schüler sind, sondern vielleicht sogar normale Menschen mit Job/Familie, die halt zum Release Urlaub genommen haben, weil die Nutzungsdauer auf ca. 5h PRO TAG gesunken ist.

Drittens ist 5h pro Tag Nutzungsdauer für ein Spiel sehr gut!

Die meisten Nörgler sind ohnehin lustig. Alle schreiben: "jetzt nach 200h (!) Spielzeit... bla bla bla.. D3 ist schlecht!!!!!!"

Ahso, 140.000 XFire user sind also bei 6 Millionen verkauften Diablo III Lizenzen kein brauchbares sample :) .

Lass es bleiben :) .

Spiele mit 10-15 Freunden aus dem RL und keiner hat xfire.. Die kennen das nichtmal..

Die XFire Statistik ist fürn Hugo².

Du verstehst nicht was ein sample ist, gell?

Das sind 150.000 zufällige user von den 6 Millionen verkauften Kopien. Mehr als jedes sample vor Wahlen.

Aber du bist ein verbohrter Fanboy oder hast keine Ahnung was diese Zahlen eindeutig und ohne jeden Widerspruch darlegen: Das Diablo III zerbricht.

Kunden lassen sich heute nicht mehr unbegrenzt provozieren: Als Apple das Antennagate des iPhone 4 leugnete (obwohl es ausnahmslos jeder iPhone 4-Besitzer im Alltag erlebte) war das der Zeitpunkt als der Marktanteil von Android den des iOS überholte. Und jetzt hat Blizzard seine zahlenden Kunden dermassen offensichtlich gehasst, dass diese Diablo III einfach links liegen liessen und nun wissen das Blizzard erledigt ist.

Genau..
150tsd "zufällige" User die am Anfang >8 Stunden gespielt haben. Soviele stunden habe nichtmal ich am Anfang gezockt..
Die sind sicher extremst aussagekräftig..

Diese XFire Statistik wird im Blizzard Forum genauso zerpflückt (eben weils Null Aussagekraft hat) und nur von Whinern wie dir immer wieder als "D3 ist Tot" gebracht..

Aber hey, wenn für dich/euch D3 tot ist, dann LASST UNS GAMER IN RUHE und kauft euch nichts mehr von Blizzard...

Verstehe nicht warum ihr immer einen Raubritterkreuzzug dann machen müssen..

Euch gefällt es nicht -> schön dann spiel es nicht!
Mir gefällt es und deswegen spiele ich es..

Frag das mal Leute die wegen Serverlagspikes ihre Hardcorchars auf Inferno verloren haben... Der Frust ist enorm... versaut einem den kompletten bisherigen Spielspaß... und ist definitiv etwas, das nicht im eigenen Einflussbereich liegt...

Das ist ärgerlich, keine Frage.

Aber es gibt auch menschliches Versagen, siehe Kungen.

ist mir ziemlich egal was anderen passiert während sie auf den desktop tabben...
das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

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