"Papo & Yo": Bitterschöne Videospiel-Metapher auf Alkoholismus

28. Juni 2012, 11:47

3D-Geschicklichkeitsspiel mit ernstem Hintergrund erscheint im Sommer

Die Annäherung an ernste soziale Themen ist nicht die Stärke von Videospielmachern. Das Indie-Studio Minority Media versucht es dennoch und hat mit "Papo & Yo" eine gespielte Metapher auf Alkoholmissbrauch geschrieben. Das 3D-Geschicklichkeitsspiel ist ein Genre-Mix, bestehend aus Jump'n'Run, Puzzle und Adventure und versetzt Spieler in eine magische Spielwelt mit herausfordernden Rätseln und Knobeleien rund um zwei gänzlich unterschiedliche Freunde.

Monsterlich

Spieler schlüpfen in die Rolle von Quico. Der südamerikanische Junge hat einen besten Freund namens Monster. Doch weder Monsters gewaltige Erscheinung noch die messerscharfen Zähne können über seine größte Schwäche hinwegtäuschen, seiner unbändigen Sucht nach giftigen Fröschen. Diese Abhängigkeit führt zu Wutausbrüchen, die den sonst gutherzigen Freund zu einem unberechenbaren Biest mutieren lässt. An seiner Seite ist es Quicos Ziel, ein Heilmittel für Monsters Sucht zu finden.

Surreal

Die Abenteurer durchqueren eine surreale Spielwelt, die vielfältige Herausforderungen bereithält. Um die vielen, komplexen Rätsel und Puzzles zu lösen, beschwören sie Objekte herbei oder bewegen riesige Häuser wie von Geisterhand. Ohne Frösche schreiten Quico und Monster durch eine friedvolle Welt. Doch sobald sich Monster eines der kleinen Ungeheuer einverleibt hat, verändert sich seine Stimmung schlagartig. Dann ist die Welt ein dunkler und gefährlicher Ort, wo Monster zu Quicos größtem Feind wird.

Vom Leben inspiriert

Der Studiochef von Minority und Autor von Papo & Yo, Vander Caballero, hat in die Geschichte seine Kindheitserlebnisse eingewoben. Caballero stammt aus einer wohlhabenden, südamerikanischen Familie, litt als Kind jedoch extrem unter seinem alkoholkranken Vater. Statt sorgenfrei aufzuwachsen, ging Caballero, bedingt durch die Alkoholexzesse seines Vaters, zu Hause immer wieder durch die Hölle. "Papo & Yo" kommt ohne Gewaltdarstellung aus, ohne die Gefahren, die von Alkoholismus ausgehen, zu beschönigen.

"Papo & Yo" erscheint im Sommer als Download für PS3. (zw, derStandard.at, 28.6.2012)

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4 Postings

sieht sehr altbacken aus das ganze.

"Die Annäherung an ernste soziale Themen ist nicht die Stärke von Videospielmachern." Fragen Sie sich einmal wer vielleicht überall dazu beiträgt, Herr Wilhelm. Womöglich sind Sie es zeitweise ja ausgiebig selbst -

Und wieder ein Beweis dafür das nicht die Grafik, sondern die Stimmung eines Games am wichtigsten ist ;)

Eine sehr gute Idee. Ob die Spielmechanik noch dazu Spaß macht wird sich ja noch zeigen.

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