Bertelsmann nimmt BRIC-Staaten ins Visier

28. Juni 2012, 11:16

Neue Dependance in Sao Paulo eröffnet - Derzeit 80 Prozent des Umsatzes in Europa

Europas größter Medienkonzern Bertelsmann setzt bei seiner Wachstumsstrategie in den kommenden Jahren verstärkt auf Märkte in den Schwellenländern. Derzeit liege der Umsatzanteil des Unternehmens in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) nur bei 3 Prozent. "Das wollen wir in den kommenden Jahren signifikant erhöhen", sagte Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe bei der Eröffnung der neuen Firmen-Dependance in Sao Paulo.

80 Prozent des Konzernumsatzes generiert Bertelsmann derzeit in Europa. Dort sei aber wegen der demografischen Situation und auch der Schuldenkrise auf absehbare Zeit kein starkes Wachstum mehr zu erwarten. Deshalb sei es wichtig, in den Schwellenländern Fuß zu fassen. In Brasilien sieht Rabe vor allem im Bildungsmarkt Potenzial. Weltweit werde in diesem Segment in den nächsten Jahren mit einem Wachstum von 10 Prozent gerechnet. Der Fernsehmarkt sei in Brasilien dagegen weitgehend besetzt.

Bereits 3.000 Mitarbeiter in Südamerika

Bertelsmann sei aber kein Neuling in Lateinamerika, sagte Rabe, der unter anderem auf Zeitschriften der Verlagsgruppe Gruner + Jahr und TV-Sendungen der Produktionsfirma Fremantle Media in mehreren Ländern der Region verwies. In Brasilien beschäftigt der Gütersloher Konzern rund 1.000 Mitarbeiter, in ganz Südamerika sind es 3.000. Derzeit sei es noch zu früh, über konkrete Investitionen zu sprechen, sagte Rabe. "Wir sind mit einer langfristigen Perspektive hier und wollen den Markt genauer kennenlernen."

Das neue "Corporate Center" in Sao Paulo solle das internationale Bertelsmann-Netzwerk stärken. Auch die digitalen Medien seien ein Wachstumsfeld. Sao Paulos Generalkonsul Matthias von Kummer verwies darauf, dass Brasilien in den kommenden Jahren 100 Millionen Einwohnern den Zugang zum Internet ermöglichen wolle. Zudem sei Brasilien inzwischen weltweit der achtgrößte Buchmarkt. (APA, 28.6.2012)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.