Das meiste Salz steckt in Semmeln

28. Juni 2012, 10:55
  • Anders als in Italien ist das Weißbrot in Österreich gesalzen.
    foto: standard/matthias cremer

    Anders als in Italien ist das Weißbrot in Österreich gesalzen.

In Österreich wird gerne Brot und Gebäck gegessen - Die Salzaufnahme ist dementsprechend hoch

Wien - Zu viel Salz ist bekanntlich ungesund. Doch wie lässt sich Salzkonsum einschränken, wenn doch allein 80 Prozent des Salzes, das wir zu uns nehmen, aus verarbeiteten Lebensmitteln stammt und der Kochsalzgehalt erst ab 2016 auf dem Etikett angegeben werden muss? Welche verarbeiteten Lebensmittel enthalten viel Salz?

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat den Kochsalzgehalt von 32 Lebensmitteln im Labor analysiert und einige Überraschungen erlebt. So finden sich unter den größten "Salzsündern" nicht nur übliche Verdächtige wie etwa die Salami-Pizza oder generell Fertiggerichte. Gerechnet an der täglichen Verzehrmenge wird das meiste Salz über Brot und Gebäck aufgenommen. Doch auch die vom VKI analysierten Süßigkeiten enthalten Salz. Schokoriegel und Vollkornkekse haben auf die tägliche Salzbilanz aber nur geringen Einfluss.

Freiwillige Beschränkung

Das meiste Salz steckt in Semmeln, gefolgt von Mischbroten. In Österreich wird viel Brot und Gebäck gegessen, dementsprechend hoch ist die Salzaufnahme aus dieser Produktgruppe. Die Bäcker sind sich inzwischen des Problems bewusst und setzen auf eine freiwillige Beschränkung. Betriebe, die den Salzgehalt ihres Gebäcks schrittweise reduzieren, sind auf der Homepage der Bundesinnung der Lebensmittelgewerbe zu finden.

Weniger überraschend war, dass man mit einer Pizza im ungünstigsten Fall 95 Prozent der empfohlenen täglichen Maximalzufuhr an Salz ausschöpft. Dass aber der Salzgehalt von Fertig-Röstgemüse erstaunlich hoch sein kann, klingt neu. Auch der analysierte Buttermilchkäse sorgte für einen Überraschungseffekt: Wer etwas mehr als drei Scheiben davon verspeist (60 g), nimmt gleichzeitig rund 1 Gramm Kochsalz auf.

Dille statt Salz

Nicht mehr als sechs Gramm Salz täglich, oder einen gestrichenen Teelöffel voll, empfehlen Ernährungsgesellschaften. Österreicher konsumieren laut Ernährungsbericht 2008 - im Durchschnitt - aber acht beziehungsweise neun neun Gramm. Einen niedrigen Salzgehalt hatte im Test dagegen Mozzarella.

"Generell raten wir dazu, öfter mal Frisches zu essen - Gemüse, Joghurt oder Frischkäse haben nur einen geringen Salzgehalt - beziehungsweise anders zu würzen: auch Petersilie, Pfeffer, Schnittlauch oder Dill geben den Speisen Aroma", empfiehlt VKI-Ernährungswissenschafterin Katrin Mittl.

Ettikett informiert ab 2016

Wenn das meiste Salz "versteckt" in Lebensmitteln lauert, sollte das Etikett über den Salzgehalt informieren. Doch erst ab 2016 muss der Kochsalzgehalt verpflichtend angegeben werden. Derzeit müssen Hersteller statt des Kochsalzgehaltes lediglich den Natriumgehalt angeben. Diesen müssen Konsumenten aber erst mit 2,5 multiplizieren, um auch den tatsächlichen Kochsalzgehalt zu erhalten. (red, derStandard.at, 28.6.2012)

Weitere Details zum Test gibt es auf www.konsument.at sowie im Juli-KONSUMENT.

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...und vielleicht haben wir 2016 auch einen Nichtraucherschutz...

Es dauert so lang im kleinen Staat Österreich.
Liegt es an der Verwaltung?
Was muss optimiert werden, damit wissenschaftliche Erkenntnisse dem Konsumenten schneller nahe gebracht werden können?

"Zu viel Salz ist bekanntlich ungesund."

Das ist falsch.

Esoterik-Spinnerin.

das ist falsch

es ist egal, wie viel salz man isst, solange es nicht kochsalz ist!

Das ist falsch. Es ist genau das Natriumchlorid, das wir zum Leben brauchen.

reden wir von nacl oder salz?

hahahaha.

ich bezog mich eher auf den artikel. da wird oft von "salz" gesprochen, aber eigentlich "nacl" gemeint.

nacl ist ein abfallprodukt aus der industrie, welches frei von anderen stoffen ist. alleine ist es giftig. salz hingegen besteht neben nacl aus vielen mineralstoffen, welche dafür sorgen, dass nacl gut verdaut werden kann und nicht nur ungiftig, sondern gesund wird.

ich hoffe, ich habe mich jetzt klarer ausgedrückt.

Ich will aber kein Abfallprodukt aus der Industrie essen! Hilfe! Wo kann ich Gesundheitssalz kaufen, ich zahl auch gern etwas mehr
?! Ich geb doch meinem Körper kein schnödes Natrium und Chlor, Natrium klingt schon so nach Chemie, und Chlor ist fürs Schwimmbecken gedacht. Da kauf ich lieber das Rosarote, da ist ganz viel Himalaya drin. Viel Gutes hört man auch von Flör Düsel und Bobby Luganos Zaubersalz. Mal sehen...

Des is a Bledsinn!

Salz, NaCl, auch reines, ist genau das, was wir brauchen.

Na Quallen!

Wie siehts eigentlich mit höherem Salzbedarf aus, wenn man auf Grund körperlicher Anstrengung, Hitze, etc. schwitzt?
Oder sind diese 6g/Tag der theoretische Bedarf für den theoretischen Durchschnittsmenschen?

Hat die Ernährungswissenschaft in ihrem Dasein als "Wissenschaft" schon ein Hard-Fact zustande gebracht?

Salz ist gesund
Salz ist ungesund
Kaffee ist ungesund
Kaffee ist verhindert Herzinfarkte/Schlaganfälle
Alkohol ist ungesund
Alkoholabstinenz ist ungesund
Wein ist gesund
Wein ist ungesund aber Rotwein ist gesund
Fett ist ungesund / Reis und Getreide sind gesund
Reis und Getreide sind ungesund / hochwertiges Fleisch ist gesund

Es ist nur mehr lächerlich

Würd schon sagen, dass es da Hardfacts gibt. Bei Salz ist die wissenschaftliche Meinung schon so (und zwar seit Jahrhunderten), dass es überlebenswichtig ist und absolut notwendig bis zu einer Menge von 6 Gramm pro Tag. Alles darüber ist nutzlos für den Körper und hat negative Effekte - wie alles andere auf der Liste auch. Besonders Salz, Zucker und Fett ist heute in Lebensmitteln in rauen Mengen vorhanden - als Geschmacksträger oder als Konsverierungsstoff.

Dass Alkoholabstinenz ungesund ist hab ich allerdings noch nicht gehört :)

Ihnen würde ich, wie allen anderer Salzbäschern raten, einmal einen Monat lang täglich nur 6g Salz zu essen. ICH würde mich das nicht trauen.

Genau !!!!!!!!!! Stimmt genau

Die einen sagen das eine... und die anderen wollen Geld verdienen, oder wurden von denen, die Geld verdienen wollen, ausgebildet, oder bezahlt, oder wenigstens massiv beeinflusst.

Mit dem Nicht-Konsumieren all dieser Dinge verdient "leider" niemand.

...Milch haben Sie vergessen. ;-)

die wissenschaft

trifft keine aussagen á la "ist ungesund", sondern eher "könnte (unter diesen und jenen rahmenbedingungen) ungesund sein"

"ist ungesund" ist die verkürzte darstellung in den medien

wie überall

hängt es in erster linie von der menge ab. wird wohl auch beim brot und den semmeln so sein. wenn man jeden tag einen halben leib brot ist wird das auf dauer nicht gesund sein.

Ja eh

aber von der Ernährungswissenschaft muss man schon auch mehr verlangen können, als dass die einzige gefestigte Erkenntnis Paracelsus 16. Jhd. ist.

Das Problem sind die 5 Millionen verschiedenen Meinungen, die um Umlauf sind.

Wie z.B. weiter unten die "Salzmangel"-Fraktion erkennen lässt. Die ist zwar laut, hat aber keinen wissenschaftlichen Hintergrund.
Grundsätzlich ist es im Endeffekt relativ egal, was man zu sich nimmt solange man kein Übergewicht aufbaut oder es mit einer Nahrungsmittelgruppe übertreibt (ausgenommen Gemüse, da heißt es wohl "je mehr desto besser").
Es ist zudem schwierig, allgemeine Empfehlungen auf Individuen umzumünzen. Grundsätzlich sollten wir unseren Fleischkonsum reduzieren - was aber u.U. auf Sie nicht zutrifft weil sie von vornherein nicht viel davon essen.

Wo ist da ein Problem?

Geniesse alles in Maßen, ist ja nichts Neues!

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