Felda Global feiert Mega-Börsegang

28. Juni 2012, 09:12

Die Aktien des Palmölkonzerns Felda Global schossen am ersten Handelstag zur Überraschung der Experten um 20 Prozent nach oben

Kuala Lumpur - Nach dem Facebook-Debakel an der Wall Street ist in Malaysia der weltweit zweitgrößte Börsengang des Jahres geglückt. Die Aktien des staatlichen Palmölkonzerns Felda Global schossen an ihrem ersten Handelstag 20 Prozent in die Höhe. Mit diesem Börsendebüt überraschte Felda  die Experten, die ein Plus von zehn Prozent erwartet hatten.

Weltweit zweitgrößter Börsegang

Der Konzern sammelte bei den Investoren 3,1 Mrd. Dollar (2,5 Mrd. Euro) ein und eroberte damit den Spitzenplatz der diesjährigen Börsengänge in Asien - und den zweiten Platz weltweit nach Facebook. Die Deutsche Bank gehörte zu den Konsortialführern. Die Anleger steigen in einen Boom-Markt ein: Der Preis für Palmöl klettert seit Monaten immer höher.

Malaysia trotzt mit dem erfolgreichen Börsengang seines Palmölproduzenten der Flaute auf den Aktienmärkten. Wegen der Verwerfungen infolge der Euro-Schuldenkrise hatten gerade in Asien zuletzt einige Börsenaspiranten den Sprung aufs Parkett wieder abgesagt. Bei Felda sahen die Investoren aber auch darüber hinweg, dass der Quartalsgewinn zuletzt um mehr als ein Drittel eingebrochen war. Die Aufforstung der Plantagen geht bei Felda ins Geld.

Der Verkauf der Felda-Aktien spült Malaysias Regierung rechtzeitig zum Wahlkampf Geld in die Kassen. Der Sprung aufs Parkett war über Ankerinvestoren und einheimische Anleger abgesichert. Rund ein Fünftel der Erlöse soll an die Landwirte fließen, die dem Börsengang zunächst kritisch gegenüber gestanden waren. Sie bekamen auch vergünstigt Felda-Aktien. Damit vollzieht das südostasiatische Schwellenland einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel: Die künftigen Anteilseigner verdingten sich noch vor wenigen Jahrzehnten als Besitzlose auf den Palmen-Plantagen.

Regierungsnahe Fonds und heimische Pensionsfonds zeichneten massiv Aktien, auch um den Bauern ein gutes Geschäft zu sichern. So konnten sich einige ausländische Investoren wie der französische Agrar-Großhändler Louis Dreyfus weniger Anteile sichern als ihm versprochen worden waren. (APA/Reuters, 28.6.2012)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.