"Wickr": Selbstzerstörende und verschlüsselte Nachrichten am Smartphone

  • Verschlüsselte Nachrichten zerstören sich mit Wickr nach einiger Zeit von selbst
    screenshot: itunes

    Verschlüsselte Nachrichten zerstören sich mit Wickr nach einiger Zeit von selbst

Anwendung verhindert das Weiterleiten und Kopieren von Nachrichten

Auch, wenn man nicht einem Geheimdienst angehört, wünscht man sich hin und wieder, dass geschriebene Nachrichten nach einiger Zeit von selbst verschwinden. Mit einer App namens "Wickr" ist das möglich. Neben dem Selbstzerstörungs-Modus können Nachrichten auch verschlüsselt werden.

Schutz vor Dritten und Beweisvernichtung

"Wickr" wurde am Mittwoch erstmals für iOS im US-AppStore veröffentlicht und verschlüsselt neben Text auch Bilder und Videonachrichten, um sie vor Dritten zu schützen. Diese verschlüsselten Nachrichten löschen sich nach einiger Zeit von selbst. Wann die Selbstzerstörung in Kraft tritt, kann vom Absender gewählt werden. Sekunden, Minuten, Tage oder Stunden sind hier möglich. Entwickler Robert Statica sagt gegenüber Forbes: "Wir wollen es Leuten ermöglichen Nachrichten zu schreiben, die einfach und sicher sind und keine Spuren hinterlassen"

Kein Wiederherstellen der Nachricht möglich

Die App soll nicht nur bei "Sexting" oder in der Gerüchteküche ihre Anwendung finden. Auch der Einsatz im medizinischen Bereich, wo sensible Informationen existieren, wäre denkbar. Apps mit selbstzerstörenden Nachrichten hat es schon vorher gegeben, aber keine dieser Anwendungen hat Text auch verschlüsselt. Zur Verschlüsselung werden AES und RSA verwendet. Das Löschen der Nachricht wird nicht durch eine einfache "Löschen"-Funktion ausgeführt, sondern wird durch sinnlose Inhalte ersetzt. Eine gelöschte Nachricht könnte nämlich durch Tools wie EnCase oder BackTrack wiederhergestellt werden.

Keine Screenshots, kein Copy und Paste

Das Businessmodell sieht vor, Premium Versionen zu verkaufen, die dem Verfasser von Nachrichten mehr Absender erlauben. Eine Android Version soll bald folgen. Als Berater des Start-ups hat der Security-Spezialist und Hacker Dan Kaminsky gedient, der die Verschlüsselung als sicher bezeichnet. Nachrichten, die noch nicht zerstört wurden können in vielen der bestehenden Apps weitergeleitet werden. Copy und Paste ist allerdings in "Wickr" nicht möglich. Das Erstellen eines Screenshots wurde ebenfalls versucht zu verhindern: Während des Abspielen eines Videos oder des Betrachten eines Bildes muss ein Icon gedrückt gehalten werden. Jede Bewegung, auch das Drücken des Home Buttons für einen Screenshot, lässt den Inhalt verschwinden. Ein Datum für den europäischen Launch gibt es noch nicht. (iw, derStandard.at, 28.6.2012)

Links:

Forbes

Wickr

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