Äpfel genießen trotz Apfelallergie

  • Aus neuen Apfelsorgen werden Polyphenole aufgrund der schnelleren Bräunung herausgezüchtet.
    foto: apa/roland weihrauch

    Aus neuen Apfelsorgen werden Polyphenole aufgrund der schnelleren Bräunung herausgezüchtet.

Alte Sorten können die Lösung sein - Polyphenolegehalt für die Verträglichkeit verantwortlich

Etwa 17 Kilogramm Äpfel isst jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr. Herr und Frau Österreicher verdrücken gar 29 Kilogramm jährlich davon - doch nicht jeder kann sich dieses Obst auch wirklich schmecken lassen: Zahlreiche Menschen in Österreich und Deutschland sind nämlich Apfelallergiker. Thomas Bernert, Student der Lebensmitteltechnologie an der Hochschule OWL, hat in seiner Bachelorarbeit nun gezeigt, warum manche Apfelsorten für Allergiker dennoch bekömmlicher sind als andere.

Äpfel gehören zu den wichtigsten Trägern von Nahrungsmittelallergenen. Neben Reifegrad, Verarbeitung und Zubereitung hat auch die Apfelsorte einen großen Einfluss auf das allergische Potential. Vor allem neu gezüchtete Sorten lösen verstärkt Unverträglichkeitsreaktionen aus, während alte Apfelsorten für Allergiker besonders geeignet sind. Thomas Bernert konnte nun den möglichen Grund hierfür nachweisen: Die Stoffgruppe der Polyphenole - eine aromatische Verbindung, die in neuen Apfelzüchtungen reduziert wurde - hat Auswirkungen auf die bessere Verträglichkeit traditioneller Sorten.

Polypenolegehalt ist entscheidend

„Polyphenole können das eigentliche Apfelallergen inaktivieren und somit verhindern, dass die allergieauslösenden Eiweißstoffe vom Körper aufgenommen werden", resümiert Jürgen Zapp vom Institut für Lebensmitteltechnologie NRW (ILT-NRW) an der Hochschule OWL, der die Abschlussarbeit betreut hat. Mithilfe eines Polyphenol-Screenings, das in Zusammenarbeit mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Lemgo durchgeführt wurde, untersuchte Bernert verschiedene von Allergikern als verträglich und unverträglich eingestuften Sorten auf ihren Polyphenolgehalt.

Das Ergebnis: „Die alten Apfelsorten wie Eifeler Rambur, Roter Boskoop, Goldprämane und Roter Eiserapfel zeichnen sich durch deutlich höhere Gehalte an Polyphenolen im Vergleich zu den untersuchten Neuzüchtungen Braeburn, Golden Delecious oder Granny Smith aus.", so Zapp. In neuen Apfelsorten wurden die Polyphenole aufgrund des säuerlichen Geschmacks und der schnelleren Bräunung nach dem Anschnitt des Apfels weitestgehend herausgezüchtet. (red, 28.6.2012)

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