St. Marx: FPÖ ruft Staatsanwalt

  • Dieses Grundstück in St. Marx ist für den ORF reserviert.
    foto: apa/neubauer

    Dieses Grundstück in St. Marx ist für den ORF reserviert.

Die FPÖ will die - teils städtischen - Betreiber des Media Quarter Marx anzeigen. Als ORF-Standort bekommt Wien-Landstraße ein Ablaufdatum - Am 13. September muss der General Neubau oder Küniglberg beantragt haben. Sonst bleibt alles, wie und wo es ist

Wien - "Wenn wir die Entscheidung nicht treffen, trifft sie sich selbst", sagte Alexander Wrabetz zum Standort. Die Aufsichtsräte des ORF legen am Donnerstag den Termin dafür fest. Mit Vorlauf muss der ORF-General in etwa 65 Tagen beantragen, was er will. Und wofür er "breite Mehrheit" erwartet. Ohne die - etwa zwei Drittel der 35 Stiftungsräte - sieht Wrabetz keine Entscheidung über den hunderte Millionen schweren künftigen ORF-Standort.

Am Montag im Finanzausschuss hätte er für St. Marx, Wunsch Wiens und laut Bekunden seiner, nur drei von zwölf Stimmen geschafft, sagen Insider. Die Stimmung unter den Räten und sein Naturell lassen eine Entscheidung erwarten, die "sich selbst trifft".

Neuer Prüfer für Marx Media

Damit behielte der ORF Küniglberg und Funkhaus. Wobei man im ORF schon einen Newsroom für TV, Radio und Online im zentralen Funkhaus überlegt.

Die Betreiber des Media Quarter Marx (MQM), Nachbarn des für den ORF vorgesehenen Areals in 1030 Wien, soll die Staatsanwaltschaft prüfen. Die FP Wien kündigte Anzeige wegen "Verdacht einer kriminellen Vereinigung" an. Obmann Johann Gudenus: "Ich befürchte, dass die Stadt Wien dieses Megaprojekt über Strohmänner abwickelt, ohne zu wissen, wer in Wahrheit hinter deren Geld steckt." Spuren führten nach Kasachstan, in die Ukraine, Schweiz und Karibik. Die städtische Technologieagentur ZIT hält 40 Prozent am MQM. Sie tat kund, dass Consultatio und nicht BDO die MQM-Besitzverhältnisse erforschen. BDO gab den Auftrag ab, weil sie auch den ORF prüft.

Unvereinbarkeit beschäftigen auch den Stiftungsrat: Er diskutiert, wie lang nach der Mitgliedschaft dort etwa Anwälte keine ORF-Aufträge annehmen dürfen. Stiftungsräte sollen erst zwei Jahre nach Generalswahlen aus dem Gremium ORF-Jobs annehmen können, mit denen gewählte ORF-Chefs wie zuletzt schon oft für Stimmen dankten. (APA/fid, DER STANDARD, 28.6.2012)

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