Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
London - Die britische Großbank Barclays muss den Behörden in den USA und Großbritannien 290 Mio. Pfund (363 Mio. Euro) zahlen, weil sie versucht hat, die Zinsen im Interbanken-Verkehr zu manipulieren. Damit habe sich Barclays günstigere Konditionen verschaffen wollen, teilten die Finanzaufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien sowie das US-Justizministerium am Mittwoch mit.
Die Versuche hätten sowohl den europäischen Zinssatz Euribor wie auch den Londoner Libor betroffen. Mit den Manipulationsversuchen habe Barclays versucht, Vorteile im hochkomplexen Derivatehandel zu erschleichen.
Allein 59,5 Mio. Pfund muss Barclays an den britischen Staat zahlen. Die Untersuchungen der Behörden betreffen die gesamte Bankenbranche. Die Behörden gehen davon aus, dass noch weitere Kreditinstitute in mehreren Ländern betroffen sein könnten.
Einigung mit Aufsicht
Auf die Zahlung der Summe habe sich die Bank mit den Finanzaufsichtsbehörden FSA in Großbritannien, CFTC in den USA sowie mit dem US-Justizministerium geeinigt, teilte Barclays am Mittwoch in London mit. Die Falschangaben hätten bereits 2005 begonnen, teilte die CFTC weiter mit. Zeitweise sei es täglich zu Falschmeldungen gekommen. Während der großen Finanzkrise in den Jahren 2007 bis 2009 habe Barclays auf Weisung des obersten Managements absichtlich niedrige Libor-Meldungen abgegeben, um eine bessere Außenwirkung für die Bank zu erzielen.
Barclays-Vorstandschef Bob Diamond entschuldigte sich für die Vorfälle. "Es tut mir leid, dass einige Leute nicht so gehandelt haben, wie es unsere Unternehmenskultur und unsere Werte vorsehen", sagte Diamond. Weder er selbst noch seine Vorstandskollegen Chris Lucas, Jerry del Missier und Rich Ricci würden für dieses Jahr Manager-Boni annehmen, sagte Diamond. Aufsichtsratschef Marcus Agius sagte, das Gremium nehme die Vorkommnisse extrem ernst.
Die Behörden hatten beim sogenannten Liborsatz - der Zinssatz zu dem sich Banken untereinander Geld leihen - Unregelmäßigkeiten entdeckt. Die britische Finanzaufsicht FSA kam zu dem Schluss, dass die Verfehlungen bei Barclays "ernst und großflächig" gewesen seien. Die Richtigkeit von wichtigen Finanz-Richtmarken wie dem Libor-Satz sei von grundlegender Wichtigkeit für die Finanzmärkte. (APA, 27.6.2012)
Der von einem Skandal erschütterte Referenz-Zinssatz wird wohl durch ein zweigleisiges System abgelöst
US-Richterin weist Schadenersatz-Klagen zum größten Teil ab
Referenz-Zinssätze wie Libor und Euribor sollen auf tatsächlichen Transaktionen am Markt beruhen
Im Libor-Skandal werden immer mehr Details bekannt. Ein britischer Broker soll in die Manipulationen verstrickt sein
Die verstaatlichte britische Großbank einigte sich mit US- und britischen Behörden. Der Manager geht
Sofortmaßnahmen gefordert
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.