Experten beraten über Medizin-Studium in Linz

27. Juni 2012, 13:30

Ärztebedarf noch unklar

Wien- Experten aus Oberösterreich und des Wissenschaftsministeriums beraten ab morgen, Donnerstag, über die mögliche Einrichtung eines Medizin-Studiums in Linz. Oberösterreich fordert seit einigen Jahren eine Medizin-Universität mit dem Argument eines absehbaren Ärztemangels. Die bisherigen Wissenschaftsminister haben diese Initiative aber nicht aufgegriffen - zuletzt hatte Amtsinhaber Karlheinz Töchterle (ÖVP) zumindest erklärt, mittelfristig die Türe zur schrittweisen Entwicklung einer Fakultät mit medizinischer Ausrichtung zu öffnen. Als Beispiele nannte er Fächer wie Medizinmechatronik sowie Gesundheitsökonomie.

Bereits 2010 hat der oberösterreichische Landtag eine "gemeinsame Erklärung aller Fraktionen" mit dem Wunsch nach einer Medizin-Uni an die Bundesregierung und das Parlament verabschiedet. Zuletzt übergaben im April Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP), der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch (SPÖ), der oberösterreichische Ärztekammerpräsident Peter Niedermoser und der Chefredakteur der "Oberösterreichischen Nachrichten", Gerald Mandlbauer, 136.000 Unterschriften für die Errichtung einer Medizin-Uni in Linz. Im Gespräch war zuvor auch eine Medizin-Fakultät an der Uni Linz - eine solche müsste nicht (wie eine eigene Uni) per Bundesgesetz eingerichtet werden.

"Das wichtigste ist der Bedarf"

Die Expertenkommission soll zunächst offene Fragen abarbeiten und sich dafür einen Zeitplan geben. Die wohl wichtigste Frage wird sie aber nicht selbst beantworten: In einer parlamentarischen Anfragebeantwortung hatte Töchterle zuletzt auf die kurz vor der Fertigstellung stehende Ärztebedarfsstudie verwiesen, mit der Österreich bei der EU seine Quotenregelung für das Medizin-Studium (75 Prozent der Studienplätze an Österreicher, Anm.) rechtfertigen will. Falls diese einen zusätzlichen Ärztebedarf ergeben sollte, der von den bestehenden Medizin-Unis nicht gedeckt werden könne, solle "zunächst mit dem Land Oberösterreich in Verhandlung getreten werden". "Eine wichtige Grundlage ist der Bedarf", bestätigte auch der Generalsekretär des Wissenschaftsministerium, Friedrich Faulhammer.

Derzeit gibt es öffentliche medizinische Universitäten in Wien, Graz und Innsbruck. Oberösterreich steht mit seinem Wunsch nach einer Medizin-Uni nicht alleine da. Auch andere Bundesländer wollen Ärzte ausbilden, gehen aber andere Wege. Erst in der Vorwoche wurde eine Gesellschaft gegründet, die mit Unterstützung des Landes Niederösterreich eine Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems gründen will. Auch in Kärnten gibt es ähnliche Überlegungen, Salzburg verfügt bereits über die Paracelsus Medizinische Privatuniversität. (APA, 27.6.2012)

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wenns nach der uni keine zukunft gibt ...

... dann kann man einfach nicht bleiben. wie viele der "vorschreiber" schon angemerkt haben, es ist eigentlich kein problem der österreichischen ausbildungszahlen, viel mehr was nachher passiert. da muss man sich endlich gedanken machen, denn sonst wird das uni projekt in linz genauso enden wie bei den anderen unis .... die fertigen mediziner gehen weg ... da kann man noch 10 unis hinstellen!

ärztemangel

tja, an den ausbildungszahlen kann es nicht liegen, österreich bildet relativ deutlich mehr ärzte aus, als alles umliegenden staaten

aber die gehälter, arbeits- und weiterbildungsbedingungen sind so schlecht, dass der abwanderungsgrad konkurrenzlos hoch ist!

und ja, privatunis werden dieses problem sicher nicht lösen!

Lieber eine öffentliche Uni mit fairen Aufnahmebedingungen als fünf Private...

Die zum einen den Mangel nicht realistisch beheben und zum anderen ein ganz klares (anderes) Ziel haben - den Söhnen und Töchtern der Hochwohlgeborenen Lehensfrauen und -männern der Landeskaiser ihr Wunschstudium abseits von Aufnahmetests und Pöbel zu ermöglichen...

nicht nur das studieren in sozioökonomisch passender umgebung zu ermöglichen sondern dem nachwuchs, der erst nach großzügigen spenden zur renovierung des theresianumodersonstwotraktes im x-ten anlauf dann doch noch die matura geschafft hat einen friktionsfreien weg zum universitären abschluß zu ermöglichen.

In OÖ greift einfach der Ärztemangel um sich,

weshalb man glaubt - was schon an der "Uniklinik" Salzburg mit dem amüsanten Konstrukt einer "Paracelsus Medizin Universität" (reine Studiengebühren: rund 10 000€/Studienjahr, dafür "nur" 5 Jahre zum Arzt brauchen....) überhaupt nicht funktioniert - Frischfleisch am besten mit einem Medizin-Provinzuniversitäterl für lau zu bekommen.

Statt Gehälter, Arbeitsbedingungen, Ausbildung der (Spitals)Ärzte zu verbessern, was freilich Zeit, Hirnschmalz, Geld und Privilegien (vor allem die der Primarärzte und Spitalserhalter, also des Landes und der Konfessionellen) kostete, meint man, mit einem Hyperprojekt ausgesorgt zu haben. Symbolische Politik der kurzen Denk- und Handlungswege. Im übrigen hat Pichlbauer natürlich ebenso recht. Geld regiert uns.

jetzt ist es so weit

....hätte nicht gedacht, daß das jemals passieren wird aber heute muß ich ihnen zu 100% zustimmen

ehre wem ehre gebührt, er macht sich.

Warum die PUM Salzburg nicht funktioniert:

Die PUM ist kein Flop, sondern ein gelungenes Beispiel einer privaten Spitzenuniversität...

Ganz einfach: die Absolventen der Privat-Meduni haben ein so hohes Niveau, dass sie es sich aussuchen können, ob sie danach in Spitzenzentren in den USA, England, Schweiz oder Skandinavien abreiten wollen !!

Deshalb leidet auch das LKH-Salzburg an Ärztemangel.

Aus der Personalling-Abteilung eines oberösterreichischen Krankenhauses:

"Am besten Innsbrucker, die Grazer sind auch ganz fit. Wiener gehen auch noch, und wenn's wirklich gar nicht mehr anders geht, dann müssen wir halt einen Dr.salz nehmen. Aber gern machen wir das nicht."

Selten solchen Schrott gelesen,

offenbar ist der PMU vor allem eins wichtig: Billigste PR, was sie auch nötig hat !

Mir ist nicht bekannt, daß PMU-Absolventen in "Spitzenzentren" landen, denn um dort zu landen, braucht man entweder eine Uni mit Renommee (jedenfalls NICHT die PMU !) + Empfehlungen von Profs mit internationalem Renommee ( NICHT an der Provinz-PMU) + international vergleichbare wiss. Grundausbildung (NICHT an der PMU !). Daß die in deutschen Provinzpsitälern landen, soll schon öfter vorkommen.

Die "Uniklinik" der PMU, das LKH Salzburg, hat Ärztemangel wegen der üblen Bezahlung und Arbeitsbedingungen sowie der teils extrem provinziellen Primarärzte, von Wissenschaftern würde ich nicht sprechen. PMU=privat ? Gehört dem Land Salzburg, was soll da privat sein?

Ab Ende 2012...

... fährt die Westbahn eine halbe Stunde schneller nach Wien. Da kann man dann schneller zum Studium pendeln.

Den Laendern faellt es leichter ueber's Geldausgeben nachzudenken als darueber, wie man was einsparen koennte.

Vermutlich wird diese tolle Idee auch noch von ein paar Pharma- oder Medizintechnikfirmen gesponsert.

Was leider nichts an der Tatsache ändert, dass die Med Uni Wien kapazitätsmäßig über ihre Grenzen hinaus belastet ist.

nein

von raiffeisen - wirklich

was hat der luigi monetti von einer meduni linz (noch dazu, wo der allgegenwärtige sich in die pense verfügen musste)?

ich gehe

von umwegrentabilität aus! also raika sponsort hier und dafr dafür diverse immo-leasing-geschäfte mit eine OÖ firma, die landnah aber nicht öffentlich ist und daher das vergabegesetz umgehen kann! soirgendwie stell ich mir das vor

Die sollen lieber anderswo Plätze ausbauen wo sie gebraucht werden anstatt überall neue Unis zu bauen.

Anderswo ausbauen geht nur schlecht, weil man für eine Uni auch eine angeschlossene Uniklinik einer gewissen Größe / Student braucht. Da sind zumindest Graz und Innsbruck am Anschlag, Wien nicht weit davon weg. Will man mehr Medizinplätze - worüber man streiten kann - braucht es eine weitere Uni. Linz wäre wegen des entsprechend großen Einzugsgebietes der beste Standort.

ähhh....

..in linz gibt es eine uni

Und eine gute noch dazu :) naja theoretisch sogar mehrere Unis ;))

Unis für jedes Kaff

Stimme Pichlbauer zu und möchte auf die parallelen Pläne für Klagenfurt und Krems verweisen: http://wp.me/p1kfuX-l5
Das hat nichts mit Universität, Bildung oder Ausbildung zu tun und ist nur unwürdig ...

Genau!

Wer braucht auch in Linz eine Med. Uni? Erstens gibts in dem "Kaff" ja fast keine Krankenhäuser (gibt ja nur 5 oder so) und zweitens leben da ja auch noch mehr Leute als in Innsbruck. -.-

Ich halte zumind. eine medizinsche Fakultät an der JKU für überlegenswert (insb. für Medizinmechatronik).

was bitte soll medizinmechatronik sein???

das ist die Anwendung von Mechatronik in der Medizin.
Mecha-tronik ist eine Ingenieurwissenschaft. Dabei werden mecha-nische und elek-tronische Komponenten miteinander als Systemeinheit behandelt. OP-Roboter wären ein klassisches Forschungsgebiet für Medizinmechatronik.

Weil ja "Leute" für eine Universität genügen

Zwischen reden und lehren ist ein kleiner Unterschied und dass sich die Anzahl didaktisch und fachlich geschulter Universitätslehrer vervielfacht haben, wäre mir entgangen.
Wir haben an den bestehenden Unis schon ein international beschähmendes Verhältnis zwischen Studenten und Lehrern, aber das interessiert ja niemand. Mir san Linz beginnt's..

es gibt keinen ärztemangel

die OÖ wollen nur unbedingt eine Uni, damit sie fraisches Geld aus Wien kriegen um ihre Spitäler zu finanzieren! Ich hab das jetzt schon so oft gesagt, dass mir die finger wund sind - hier ein Artikel mit links zu detailanalysen, die halt auf ZDF aufbauen http://www.rezeptblog.at/medizin-u... linz-nein/

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