Salzburg: Lehrer werden von Eltern für bessere Noten unter Druck gesetzt

27. Juni 2012, 10:39

Noten-Schnitt in Stadt deutlich besser - Landeschulratspräsident Gimpl: "Einser am Land ist mehr wert"

Salzburg - Etliche Eltern in der Stadt Salzburg setzen die Lehrer ihrer Volksschulkinder für bessere Noten unter Druck. Dies bestätigten Landeschulratspräsident Herbert Gimpl (SPÖ) und die Bezirksschulinspektorin Ursula Moser (Bezirk Salzburg Stadt) im APA-Gespräch. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Nur wer Einser und Zweier in Deutsch, Lesen und Mathematik im Zeugnis stehen hat, wird im Gymnasium aufgenommen. In den Landgemeinden dürften sich viele Eltern mit den Hauptschulen als Ausbildungsstätte zufriedengeben, dementsprechend schlechter ist der Notendurchschnitt auf dem Land.

Quantifizieren lassen sich diese Fälle nicht, in denen Eltern Druck auf die Volksschullehrer machen oder gar mit Anwälten drohen, sagte Moser. "Aber etliche Lehrer berichten über unangenehme Gespräche. Der Ehrgeiz in der Stadt, die Kinder in einem Gymnasium unterzubringen, ist spürbar größer." In den Landgemeinden ist es laut Schulverwaltung auch die oft große Entfernung und der entsprechend längere Schulweg in einen Ort mit Gymnasium, der die Eltern veranlasst, ihr Kind in einer Hauptschule anzumelden.

Bessere Noten in der Stadt

Im Fach Mathematik etwa werden die städtischen Viertklässler im Durchschnitt mit der Note 1,8 bewertet, während sich die gleichaltrigen Schüler auf dem Land mit 2,3 zufriedengeben müssen. In Deutsch ist der Unterschied gleich groß, da bekommt das Stadtkind im Schnitt die Note 1,9 und das Landkind die Note 2,4. "An der Leistungsfähigkeit der Kinder liegt das mit Sicherheit nicht. Benotungen sind subjektiv, zu diesem Thema sind bereits Bibliotheken gefüllt worden", sagte Gimpl. "Aber ohne es empirisch beweisen zu können behaupte ich, ein Einser auf dem Land ist schwerer zu erreichen und daher mehr wert. Auch die Hauptschulen auf dem Land sind leistungsorientierter als in der Stadt."

Salzburg ist mit diesem Problem übrigens nicht allein. So wird etwa auch in Wien laut Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) Druck auf Volksschullehrer gemacht, damit diese den Schülern AHS-Reife attestieren.

Aus Sicht der Salzburger Bezirksschulinspektorin Moser wird die Neue Mittelschule (NMS) das Problem lindern, denn zumindest werde das Alter der Kinder, in dem über deren künftigen Bildungsweg entschieden wird, angehoben. Landesschulratspräsident Gimpl hält eine gemeinsame Schule für Zehn- bis 14-Jährige für gesellschaftspolitisch sinnvoll und pädagogisch vorteilhaft. Allerdings sei ein gutes neues Lehrerdienstrecht Voraussetzung für jegliche Reform im Bildungswesen. Die Verhandlungen zur Dienstrechtsreform laufen derzeit, allerdings ist derzeit keine Einigung in Sicht. (APA, 27.6.2012)

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Sicher?

Das mit dem Druck glaube ich, aber diese Aussage nicht: "An der Leistungsfähigkeit der Kinder liegt das mit Sicherheit nicht."

Wenn von "sicher" gesprochen wird, bedeutet das immer, dass man keinen Beleg für die Aussage hat.

Nau mei sind die arm die Lehrer...

die bekommen doch tatsächlich DRUCK!

Liebe Lehrer willkommen im realen Leben. Übrigens kann dort schnell entlassen werden, bei euch nicht

Sind Sie Frauenverächter?

Ich finde seine Aussage ja auch dämlich

aber wie kommen Sie auf Frauenverachter wenn er über Lehrer redet?

Ich kenne die genauen Zahlen über VolksschulpädagogInnen nicht,

aber schätzungseise 95% sind weiblich.

Also wenn jemand etwas negatives über Volksschullehrer sagt

ist ihr Gedankengang "der hat was gegen Volksschullehrer-> die meisten sind wohl weiblich -> er muss was gegen Frauen haben -> das ist möglicherweise ein Frauenverächter"? Vielleicht hat er ja nur was gegen LehrerInnen?

Ich für meinen Teil finde es ziemlich gefährlich immer überall so viel hineinzuinterpretieren.

OK, ich geb's ja zu:

Ich habe bei meinem ersten Posting, der Inronie-Tag vergessen.

Neue Dienstuniform:

besonders für die Tage rund um Notenschluss:
http://www.allerlei-fulda.de/media/ima... oisses.jpg

Volksschulnoten abschaffen, Trennung nach Volksschule abschaffen, Schule bis 18 und dann erst Berufsentscheidung...

Warum Volksschulnoten nicht komplett abschaffen und mit einer Beschreibung des Kindes ersetzen?
Dann auch das jetzige System mit verschiedenen Schulen aufgeben. Alle gehen auf eine Schule. Z.B. Hauptschule mit Leistungsgruppen. Da kann man dann innerhalb der Klasse bleiben, innerhalb der Schule bleiben und je nach "Können und Wollen" und Fach jedes Semester auf, bzw. absteigen oder bleiben wo man ist.
Weiters sollte die Schulzeit bis 18 erhöht werden. Muss ja nicht jeder in Mathe Deutsch und Englisch maturieren. In irgendeinem Fach ist jeder gut. Und wenn es Werken ist und ein Künstler oder toller Handwerker draus wird auch gut. Die werden dringend benötigt. Es herrscht jetzt schon Facharbeitermangel. Akademikerquten sind nicht alles...

"Es herrscht jetzt schon Facharbeitermangel."

wenn jeder bis 18 in die Schule geht dann kostet das extremst viel und man verliert noch dazu noch mehr Arbeitskräfte.

Lehrlinge sind meist keine Arbeitskräfte. (Kommt auch immer auf die Person und den Betrieb drauf an.) Und sie sind schon gar keine Facharbeiter. Zu diesen werden sie erst mit Erfahrung.

Gemeinsame Schule bis 18...
...um eine Bevölkerung mit breit gefächertem Wissen zu haben.
...um eine bessere Chancengleichheit zu erzielen
...um nicht von Volksschülern bzw. Pubertierenden zu verlangen sich den Beruf fürs Leben auszusuchen. (siehe Umschulungen und unzufriedene Arbeiter/Angestellte)
...um den Einfluss der Eltern auf die Berufswahl zu verringern.

Verlust von Arbeitern?? Wir brauchen die "passenden" Arbeiter und die "passenden" Akademiker.

Geld ist so ne Sache, aber träumen wird man ja wohl noch dürfen :)

Also bei uns in Wien

betteln die Eltern um Herabstufung, damit die Kleinen in die KMS dürfen!

die alte aufnahmsprüfung ..

.. war doch irgendwie fairer offenbar.

Ja, und genau DIE würde ich wieder einführen! Keine Ahnung, warum das nicht schon längst geschehen ist.

Tja, das kommt daher, weil die 68er gewonnen haben und jetzt nicht weiter wissen!
Auch für den Sieg braucht man eine Exit-Strategie!

weil es dann aus ist
1. mit der Notenbettelei und
2. vor allem aus ist mit dem Notenverschenken, damit man dem Kind die Zukunft nicht verbaut.

Bei manchen 1.AHS-Klassen kann man sich gut ausrechnen, wie das gelaufen ist, wenn man sich die Schüler so anschaut...vor allem was sie können und was nicht.

Früher sind die einfach durchgefallen. Heute werden sie wieder unter Nachsicht aller Taxen beurteilt und dann mit ein paar Fetzen irgendwie doch mitgeschleppt .... damit man dem armen Kind nicht die ZUkunft verbaut.

Wie es den eifrigeren Kindern in der Klasse damit geht ist so ziemlich wurscht.

das problem wär gaaanz leicht zu lösen, würden direktorInnen hinter den lehrkräften stehen und nicht beim raunzen von eltern auf die lehrer bashen sondern den eltern erklären, dass sie bitte ihr kind beim lernen unterstützen sollen.

meine schwester erzählt mir hin und wieder, wie das bei ihr abläuft: kind war schlimm, darf nicht mit zum ausflug weil wenns nicht hört, kann das schlecht fürs kind ausgehen.
mutter/vater regen sich auf.
direktorIn bittet zum zamscheissgespräch, dass das nicht so geht.
kind kommt mit und braucht 90% der aufmerksamkeit, damits nicht verloren geht.

erinnert mich ein bissl über die southparkfolge wo alle sporteln müssen, weil cartman zu dick ist.

Wissens, beim Lernen unterstützen ist halt so eine Sache.

WEnn Eltern selbst kaum Lesen und Schreiben können (ausser sms), dann werden die die Kinder nicht unterstützen können, schon gar nicht nach der Volksschule.

Fazit: Fürs Lehren sind die Lehrer da.

Beim Ausflug ist das was anderes. WEr sich nicht benehmen kann, der hat meiner Meinung nach zu Hause zu bleiben. Lehrer sind Lehrer und keine Dompteure oder Schwersterziehbarenwärter.

Und da gibts auch noch die Eltern, die den Kindern, damit nur alles gut geht, die Hausübung diktieren.
Da lernt das Kind nix und bekommt eigentlich (und wenns schlechte Noten sind: genau da) die Noten der Eltern.
Vielleicht sollt ma in diesen Fällen Eltern Zeugnisse ausstellen? Oft hätten da die Kinder die besseren Noten!

Genau an der Hausübung zeigt sich wie absurd die Bewertungen sind...

Aus _MEINER_ Sicht sollten Übungen eben zum Üben da sein. Übungen sollten auch zum experimentieren einladen a la "Kann ich das so versuchen?"

Das beinhaltet Rechenwege in Mathe, Formulierungen in Deutsch, Aufsatzaufbau, ...

Erwarten würde ich mir, dass Lehrer
- bewerten, ob die Hausübung gemacht wurde
- Mitteilen, was falsch war - und warum.

WENN dem so wäre hätten die Kinder echt was von den Übungen. So hingegen wird den Kindern ja jede Experimentierfreude genommen, weil die _Korrektheit_ der Übungen in die Noten einfließt.

Nachdem die Noten insbesondere in der VS entscheidend für den weiteren schulischen Weg sind - bleibt Eltern wohl wenig übrig als "Nachzuverbessern" bevor die Lehrkraft es macht.

Laut Verordnung sollte das auch genau so sein und wird auch oftmals so umgesetzt. Es darf nur bewertet werden, ob die Hausübung erledigt wurde. Die Hausübung ist Teil der Mitarbeitsnote und somit kein gesondertes Kriterium für die Beurteilung.

na geh,

das ist doch nur in salzburg so, in wien und dem rest österreichs ist das gaaanz anders!

Druck ist nicht die Lösung.

Wie sollen die Eltern etwas anderes als DRUCK machen, wenn sie von der Pädagogik von Kindesbeinen an nichts anderes gelerntn haben? Druck löst natürlich kein Problem sondern komprimiert es. Das ist das exakte Gegenteil von Lösung.
Wenn man also in der Pädagogik über den Tag hinaus denken lernen würde, wü+rde man in der Ernte das wiedererkennen, was man gesät hat. Dann könnte man intelligenterweise künftig etwas anderes säen. Wie z.B. in der Ich-kann-Schule. Da ist SOG das Grundprinzip. Sog löst.
Freundlich grüßt.
Franz Josef Neffe

Liebe Volksschullehrer warum ...

dreht Ihr den Spieß nicht einfach um? Gebt doch jedem Schüler überall ein "Sehr Gut". Damit erreicht Ihr, dass jeder ins Gymnasium gehen kann, und die Eltern können sich dann nicht mehr aufregen, dass "Ihre" Kinder die Besten sind und ins Gymnasium gehören.

und

hast du eine idee, was dann in den gymnasien los ist?

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