Fukushima-Betreiber wird verstaatlicht

27. Juni 2012, 09:44

Tepco bekommt zehn Milliarden Euro Kapitalspritze

Tokio - Der Betreiber des japanischen Havarie-Reaktors Fukushima wird verstaatlicht. Die Aktionäre des finanziell angeschlagenen Energieversorgers Tepco stimmten am Mittwoch für eine gut zehn Milliarden Euro (eine Billion Yen) schwere Kapitalspritze der Tokioter Regierung. Sie übernimmt damit die Kontrolle über das Unternehmen, das nach der Atomkatastrophe im März 2011 in Schieflage geraten war.

Ein Erdbeben und ein anschließender Tsunami hatten in Fukushima einen Super-GAU verursacht. In der Folge mussten Zehntausende Menschen ihre Heimat verlassen. Es war die schwerste Atomkatastrophe seit dem Reaktor-Unglück im ukrainischen Tschernobyl im Jahr 1986. Die Gesamtkosten werden auf über 100 Milliarden Dollar geschätzt. (APA, 27.6.2012)

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Na dann, auf zu nächten Atomkraftunfall

Aber dann nicht im hintersten Eck von Japan, sondern dort wo es richtig teuer ist.
Z.B. bei einer US Großstadt. Das schau ich mir an wenn die LA, Chikago etc. evakuieren.

kernenergie sollte weltweit verstaatlich werden.

???

sie sollte weltweit abgeschafft werden.

ja, das seh ich auch so. aber das wirds so schnell nicht spielen. bis dahin sollte sie verstaatlicht sein. es kann nicht sein, dass die gewinne die energiekonzerne machen und die bevoelkerung fuer die schaeden bezahlt.

Sehr gut.

Jetzt sind die schrottigen Ami- Meiler gleich viiiiel sicherer geworden </ätz> :-)

Es waer interessant anzudenken,

die Aktionaere an den Folgekosten der Aufraeumarbeiten von Fukushima zu beteiligen. Schliesslich haben sie von den Stromverkaeufen profitiert, warum soll man sie jetzt, wo tonnenweise Land und Wasser dekontaminiert werden muss, und Menschen, die an den Spaetfolgen der Strahlungsbelastung zu Leiden haben Entschaedigungen einklagen werden, aus der Pflicht entlassen.

Geh, welche Mennschen "leiden" den an den "Spätfolgen"

der dortigen Strahlenbelastung?? -Wenn ich mal davon ausgehe, dass die Bauern die jetzt 2-3Jahre ihre Felder und Heuwiesen nicht nutzen dürfen nur sehr bedingt leiden, weil diese zu 100% entschädigt werden, fallen mir da auf die schnelle mal nur die (deutschsprachigen) Bobos ein die sich 1000ende km entfernt vor lauter künstlicher Aufregung "einen Ast" ableiden!
Zur Info: dort wurde RECHTZEITIG evakuiert und die Leute wurden RECHTZEITIG aufgefordert bei vorbeiziehender Strahlungswolke im Haus zu bleiben. Es ist so wenig Strahlung auf die Bevölkerung niedergegangen dass mit KEINEN zusätzlichen Krebskranken gerechnet zu werden braucht!

Sie haben im Umland von Fukushima erhoehte Strahlenbelastung als Folge des Unfalls, das wird ueber Jahrzehnte so bleiben, und es ist zu erwarten, dass bestimmte Krankheiten haeufiger auftreten werden.

Das wird vor allem in der Statistik ersichtlich werden, im konkreten Fall wird es immer schwer sein, ein Zusammenhang zu Fukushima nachzuweisen.

>Sie haben im Umland von Fukushima erhoehte
> Strahlenbelastung als Folge des Unfalls,
>das wird ueber Jahrzehnte so bleiben
Stimmt, allerdings ist diese 'erhöhte Belastung' geringer als die natürliche Hintergrundstrahlung in vielen anderen Gegenden :)

>es ist zu erwarten, dass bestimmte Krankheiten
> haeufiger auftreten werden
Nein, das ist es nicht weil die Dosis dazu viel zu niedrig war, was so ja auch in den Medien kam

Uebrigens, zur "natuerlichen" Strahlung - nur weil sie natuerlich ist, ist sie keineswegs harmlos. Z.B. die Strahlungsbelastung durch Radon in manchen Gegenden ist durchaus gesundheitsgefaehrdend, wenn sie nicht entsprechend bauen.

In Ramsar/Iran dürfte es aber seltsamerweise keine

erhöhte Krebsgefahr geben! Was stimmt ist das sehr hohe Dosen an Radongas sehr schädlich sein können, wie schon aus historischer Zeit von der "Schneeberger" Krankheit bekannt ist. Um sich so einer Gefährdung auszusetzen müssten Sie aber Ihren permanenten Wohnsitz in einen Mühl-/Waldviertler Keller verlegen.
Die natürliche Hintergrundstrahlung in z.b. Mauthausen beträgt ~170nSv, die Belastung mit Cs137 der Böden durch Atomtests und Tschernobyl in Ö teilweise 100kBq/qm. Schäden dadurch sind in Ö nicht bekannt, in Japan strahlt der Boden aber auch kaum wo mehr!

Stimmt, Radon ist gefährlich, aber die Konzentration in den betroffenen Kellerräumen liegt weit über der Hintergundstrahlung

"Stimmt, allerdings ist diese 'erhöhte Belastung' geringer als die natürliche Hintergrundstrahlung in vielen anderen Gegenden :)"

Kommt darauf an, wo - der Unfall hat ja nicht gleichmaessig die Hintergrundstrahlung angehoben, auch im Umland nicht.

Zur niedrigen, aber erhoehten Dosis, der eine grosse Anzahl von Menschen ausgesetzt werden: der Effekt ist natuerlich statistisch, und da ist der Nachweis immer problematisch. Natuerlich wirds eine Diskussion um die Zahlen geben, (es gibt ja auch noch Menschen, die behaupten, Tschernobyl, habe nur drei Todesfaelle gefordert) aber man kann sicher davon ausgehen, dass es einen Effekt gibt.

Techernobyl hat sicher mehr als die 3 oder 10 Toten gefordert

die durch die direkte Strahlenkrankheit umkamen, aber auch sehr viel weniger als die hier und anderswo oft behaupteten 60.000, 200.000 oder gar "Millionen" Toten.
Realisische Schätzungen gehen davon aus dass bis heute(26J) vielleicht 100-300 Menschen durch Strahlenkrankheit, Leukämie, komplikationen bei Schilddrüsenkrebs(fast immer heilbar) und wenige andere Frühindikator-Krebsvarianten verstorben sind.
Das kann man dann mit den Zahlen von Hiroschima und Nagasaki auf die Langzeiteffekte über 60-70Jahre hochrechnen und kommt so auf 1000-3000Tote bie ~2060. Das ist sicher eine Katastrophe aber auch nicht schlimmer als Bophal oder der Titanic-Untergang.
In Fukushima ist im Vergleich dazu aber kaum ein Mensch überhaupt verstrahlt worden!

>und da ist der Nachweis immer problematisch
Er ist nicht führbar da es keine gesundheitlichen Probleme durch Niedrigstrahlung gibt

>man kann sicher davon ausgehen,
>dass es einen Effekt gibt.
Alles was man bisher darüber weiss (und das ist eine Menge, das Thema wird seit 60 Jahren intensiv erforscht) zeigt das gegenteil.
Bei Strahlendosen unter 100mSvn (Einzeldosis!) konnte überhaupt kein negativer Effekt festgestellt werden

Ueber die 100 mSv/ Jahr Grenze gibt es sehr unterschiedliche Ansichten. Im Strahlenschutz lehnt man es auf jeden Fall ab, einen Grenzwert zu ziehen, unter dem Strahlung als ungefaehrlich gesehen werden soll (linear no threshold model).

Aber ich glaube mich zu erinnern, dass wir genau zu diesen Punkt schon einmal Postings gewechselt haben. Offensichtlich hab ich sie damals nicht ueberzeugen koennen, das Thema etwas vorsichtiger anzugehen, es wird mir wohl auch jetzt nicht gelingen :-)

>Ueber die 100 mSv/ Jahr Grenze gibt es sehr >unterschiedliche Ansichten
Ja, aber eine davon (LNT) passt nicht zu den vorhandenen Daten und Beobachtungen.

>das Thema etwas vorsichtiger anzugehen
Was ist daran vorsichtig anzugehen?
Man hat zehntausende Menschen deren Strahlenbelastung man sehr genau kannte Jahrzehntelang beobachtet und regelmässig untersucht.
In keinem der Fälle konnte bei einer Einzeldosis unter 100mSvn ein gesundheitlicher Nachteil festgestellt werden.

Das sind die Fakten, darauf kann man jetzt verschiedene Theorien aufsetzen, aber die LNT kann diese Fakten *nicht* erklären

Der technische Strahlenschutz den Sie meinen

agiert aber nicht auf Basis der tatächlichen Zusammenhänge sondern auf Basis einer "worst case"-Abschätzung die zudem auf dem Wissensstand der 60er Jahre beruht.
Die Mediziniesche Strahlentherapie verwendet diesen "linearisierten" Zusammenhang im Gegensatz dazu aber eben NICHT weil dieser für Anwendungen wo man die Strahlenschäden kontrolliert einsetzt(z.b. Krebsbestrahlungen) viel zu ungenau ist! Dort wird die schon deutlich genauere Linear-quadratische-Näherung verwendet. Diese ist zwar auch nicht "exakt" und berücksichtigt keine Hormesis Effekte, berücksichtigt aber schon eine viel genauere "Treffer-Statistik"(DNA-Doppelbrüche) und gibt damit auch die Gefahr von Niedrigstrahlung als deutlich geringer an als die LNT-Theorie!

Bedenken sie mal dass die Externen Kosten für Nuklear im Schnitt 0,4c/kWh und diese für Kohle/ÖL 4c betragen

Japans Stromerzeugung basierte vor Nuklear hauptsächlich auf Öl&Kohle
Dann bedenken Sie mal wieviel sich der Staat dabei über die letzten 30Jahre erspart hat bei einer Produktion von über 7000TWh. Das sind so ca€250 Milliarden
Dann bedenken Sie noch wieviel sich Japan wegen Nuklear an Öl-&Kohleimporten erspart hat. Diese Energieimporte sind Geld das ins Ausland geflossen wäre und dadurch die Wirtschaft schwächt hätte.
Da ist nichts verwerfliches dabei wenn nun der Staat die Firma vom Bankrott rettet. Ein Bankrott ist niemandem dienlich. Und bedenken Sie auch dass die Aktionäre nichts für dieses Unglück dafür können. Warum sollen die mit einem Totalverlust bestraft werden? Mit Staatshilfe kann wenigstens ein Teil des Kapitals grettet werden.

hab hier noch ein wenig links-linke hetze von den "simple minds" des zdf^^

http://www.zdf.de/ZDFmediat... -L%C3%BCge

andenken kann man es ja ruhig, nur wird es nix bringen, weil's die rechtslage wohl nicht hergibt.

auch: schaut man sich den kursverlauf der aktie der letzten 20 jahre an (und berücksichtigt allenfalls dividenden), haben die aktionäre komischerweise an ihrem investment wohl nicht wirklich verdient.

"komischerweise" deswegen, weil man ja wohl (zumindest auf den ersten blick) konkurrenzlos günstig strom erzeugen konnte. da muss man dann aber auch berücksichtigen, dass tepco mehr oder weniger im staatsnahen bereich angesiedelt (und bis irgendwann in den 50ern oder 60ern sogar im staatseigentum) war. anundfürsich ein gutes beispiel, wie ineffizient staatsnahe unternehmen sind.

Atomstrom ist billig
Atomenergie ist sicher
... und die Erde ist eine Scheibe.

Höhöhö, Privatisierung der Gewinne und Verstaatlichung der Verluste.

Von wegen "Schulden zahlt man zurück". Wenn sie nur groß genug sind, kann man andere erpressen...

Die Meinung halt von einem 'Simple Mind'

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

da gehen wohl die argumente aus, so dass man diffamieren muss.^^

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