9/11-Drahtzieher beschwert sich bei UNO über Folter

  • Khalid Sheikh Mohammed steht derzeit in Guantanamo vor Gericht.
    foto: janet hamlin, pool/ap/dapd

    Khalid Sheikh Mohammed steht derzeit in Guantanamo vor Gericht.

Sonderberichterstatter Méndez soll Vorwürfe prüfen

Washington - Die Anwälte des mutmaßlichen Drahtziehers der Terroranschläge vom 11. September 2001, Khalid Sheikh Mohammed, haben Ermittlungen der UNO zu Foltervorwürfen ihres Mandanten verlangt. Sie hätten bereits Anfang Mai einen Brief an den UN-Sonderberichterstatter für Folter, Juan Méndez, geschickt, teilten sie am Dienstag mit. Darin verlangten sie eine "vollständige, faire and unabhängige Untersuchung" des Falls.

Gegen den Pakistaner Mohammed, der als Chefplaner des inzwischen getöteten Al-Kaida-Anführers Osama bin Laden galt, und vier weitere Hauptverdächtige war Anfang Mai formell die Anklage erhoben worden. Sie müssen sich vor einem US-Militärgericht in Guantanamo auf Kuba wegen Verschwörung, Anschlägen auf Zivilisten, Mords, Flugzeugentführung und Terrorismus verantworten.

Beteiligung gestanden

Mohammed hatte seine Beteiligung an den Anschlägen gestanden, allerdings machte er seine ersten Aussagen unter harschen Verhörmethoden, die als Folter angesehen werden. Er soll in einem Geheimgefängnis der CIA allein 183 Mal dem sogenannten Waterboarding unterzogen worden sein, bei dem die Betroffenen das Gefühl haben zu ertrinken.

Nach dieser "grausamen, unmenschlichen und entwürdigenden Behandlung" sei Mohammed von der US-Regierung "zum Schweigen gebracht worden", klagen seine Anwälte in ihrem Schreiben, das der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Er dürfe mit fast niemanden sprechen, und selbst seine Anwälte müssten jedes Wort als "mutmaßlich streng geheim" behandeln. Die Verteidiger werfen der US-Regierung vor, dieses "schmerzhafte und dunkle Kapitel" endgültig schließen zu wollen, indem Mohammed nach einem "Schauprozess" hingerichtet werden solle.

Bei den Anschlägen mit gekaperten Passagierflugzeugen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington sowie beim Absturz einer Maschine in Pennsylvania waren 2976 Menschen getötet worden. (APA, 27.6.2012)

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