Ein Blick in die Online-Redaktion der "Tiroler Tageszeitung"

  • Patricio Hetfleisch ist seit Jänner 2008 Chefredakteur der "Tiroler Tageszeitung Online", davor war er  seit 1998 Printjournalist in der Moser Holding.
    foto: jan hetfleisch

    Patricio Hetfleisch ist seit Jänner 2008 Chefredakteur der "Tiroler Tageszeitung Online", davor war er seit 1998 Printjournalist in der Moser Holding.

  • 13 Redakteure arbeiten in der Online-Redaktion.
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    13 Redakteure arbeiten in der Online-Redaktion.

Focus auf Integration von Print- und Online-Redaktion, "Information first" und Flexibilität zählen bei "TT"

Patricio Hetfleisch, Online-Chefredakteur der "Tiroler Tageszeitung" ("TT"), spricht angesichts einer "historischen Umbruchphase" von "Momentaufnahmen", als er derStandard.at einen Blick in den Newsroom gewährt. "Für das Jahr 2012 gibt es kein Strategiepapier im technischen Entwicklungsbereich, das nicht durch die Realität innerhalb kürzester Zeit unter Druck gerät", bringt er die Geschwindigkeit des digitalen Wandels auf den Punkt, der auch vor der "TT" nicht haltmacht.

Um in Zeiten von Online-Lesekultur und mannigfaltigen Devices als regional orientierte Tageszeitung überlebensfähig zu bleiben, hat die Moser Holding in einen neuen Hauptsitz im Innsbrucker Zentrum investiert, dessen Newsroom im Herbst alle "TT"-Redaktionen gemeinsam beziehen werden. Um die Mitarbeiter auf die neue Arbeitssituation vorzubereiten, "läuft ein Weiterbildungsprogramm gemeinsam mit der Print-Redaktion, das auf die zukünftige vertiefte Integration von Print- und Online-Redaktion im neuen Newsroom fokussiert", sagt Hetfleisch.

Redakteure mit Print-Erfahrung

Bereits jetzt wird die Medienlandschaft integriert mit Inhalten bespielt, die Online-Redaktion mit 13 Redakteuren und fünf Entwicklern ist in die Gesamtredaktion eingebettet. Alle Entwickler und elf der Redakteure sind Vollzeit angestellt, fast die Hälfte verfügt über langjährige Print-Erfahrung. Redaktionelle Verstärkung ist derzeit nicht geplant, Hetfleisch will abwarten, "welche Effekte die gemeinsame Tätigkeit in einem Newsroom auf die Arbeitsabläufe und die Umsetzung der Organisationsziele haben wird".

Grobe Ressortzuordnung

Derzeit arbeiten die "TT"-Onliner nur bedingt in fixen Ressortstrukturen, einzig der Sportkanal wird von zwei Redakteuren exklusiv betreut. "Innerhalb des News-Teams gibt es Zuordnungen nach thematischen Stärken und individuellen Talenten", erklärt Hetfleisch die flexible Aufgabenverteilung. "Politik und Wirtschaft sowie Chronik und Freizeit werden als grobe Ressortzuordnungen innerhalb dieses Teams getroffen. Weiters verfügt die Online-Redaktion über eine Video-Journalistin und einen Foto-Reporter."

Die Verantwortung für die inhaltliche Koordination zwischen Print und Online für die Produkte "TT", "TT am Sonntag", "TT Kompakt", tt.com und aktuell bespielte Infoscreens in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB) tragen die Print-Chefredakteure Mario Zenhäusern und Alois Vahrner sowie der Online-Chefredakteur. 

Regionale Eigengeschichten

Einen prozentuellen Anteil an Eigengeschichten im Online-Bereich kann Hetfleisch aufgrund tagesabhängiger Schwankungen nicht nennen: "Der Einsatz von Redaktions-Ressourcen richtet sich nach Relevanz und insbesondere regionaler Bedeutung. Relevante Geschehnisse werden in der Regel aufwendiger editiert. Lokale und regionale Inhalte werden unter intensiver Zusammenarbeit mit der Print-Redaktion selbst recherchiert und editiert. Sonderformen oder multimediale Erzählformen sind ohnehin nur in Eigenleistung zu erbringen."

Vorbild Nordjyske Medier

Das Medium, das auch auf Facebook, "teilweise auf Twitter, ein bisschen auf Google+" vertreten ist, orientiert sich neben internationalen Vorreitern wie dem "Guardian" am dänischen Medienkonzern Nordjyske Medier. Das regional tätige Medienhaus hat bereits 2004 eine crossmediale Integration wissenschaftlich evaluiert und es geschafft, Radio-, Video-, Internet-, Tageszeitung- und Magazin-Produktion in einem Newsroom erfolgreich miteinander zu verknüpfen.

Vorbildwirkung hat für den Online-Chefredakteur vor allem die Finanzierungsmentalität des traditionsträchtigen Hauses: "Es gibt hier - nach allem, was ich vom Management dort erfahren konnte - keine Glaubenskriege mehr darüber, wer wen finanziert. Hier wird ausschließlich Reichweite vermarktet - was vernünftig ist, denn diese ist unabhängig vom Medienkanal eine global akzeptierte Währung."

Leserbrief-Kultur

Auch die Forenpolitik wird derzeit "nach vielen Versuchen und unter großem Ressourceneinsatz" nach den Prinzipien der Leserbrief-Kultur neu ausgerichtet. Wer seine Meinung im Forum publizieren will, muss Abonnent oder TT-Club-Mitglied sein und sich mit diesen Kundendaten unter Klarnamen authentifizieren. "Allen Kommentierenden muss bewusst sein, dass der Zugang zu einem großen Publikum mit großer Verantwortung einhergeht", sagt der tt.com-Verantwortliche und will künftig noch stärker auf Transparenz setzen.

"Information first"

In Zukunft gilt es nach Hetfleischs Vorstellung, "flexibel zu bleiben" und den Leser nach dem internen Credo "Information first" über alle Endgeräte hinweg zu begleiten. "Ansonsten bleibt eine gute Story, gut erzählt, das, worum es sich innerhalb unserer Organisation dreht", schließt er, "daran ist der Leser interessiert. Daran orientiert sich unser Schaffen."  (Tatjana Rauth, derStandard.at, 27.6.2012)

ÖWA-Facts im Mai 2012

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Info

Nächsten Dienstag gewährt die Online-Redaktion von "News Networld" einen Blick hinter die Kulissen.

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Als ehemaliger Onlineredaktionspraktikant kann ich sagen, dass das einzige Originelle bei den Online Nachrichten die Texte unter den Bildern sind. Alles andere kommt von APA und REUTERS.

Bei derStandard.at kommt natürlich auch das Forum dazu, wo oft interessantere Informationen stehen, als im Bericht.

die TT- Leser

sind seit 60 Jahren nicht in der Lage, aus den Fakten in Tirol geeignete politische Schlüsse zu ziehen. Da trägt auch eine Online Redaktion nicht viel zur politischen Selbstfindung bei.

Stark

Die Online-Redaktion einer österreichischen Tageszeitung hat als Leitmotiv als "Information first".

Das wäre sich auf Deutsch sicher nicht ausgegangen...

Gähn, wie oft müssen wir noch von der tollen Verschmelzung der Print und Onlinebereiche bei Zeitungen lesen. Der Wahnsinn ist ja eigentlich nur dass es überhaupt noch anders gemacht wird/wurde.

So lange man solche Peinlichkeiten...

nicht korrigiert...

http://www.tt.com/Überblick... echnik.csp

Was wollen Sie,

die Tarroler Tageszeitung (Printausgabe) starrt doch auch, wenn sich die RedakteurInnen auf die ihrer Meinung nach deutsche Sprache beschränken, vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern.
Da wundert es wenig, wenn sie nicht englisch können.
Aber eines können sie, die Vahrners, Zenhäusern und Nindlers: sich bei den ÖVP-Granden und bei TIWAG und Hypo Ezzes abholen, was sie denn schreiben dürften, sollten oder müssten.

siehe:
http://www.dietiwag.org/index.php... Zenhäusern

http://www.dietiwag.org/index.php... ngefüttert

http://www.dietiwag.org/index.php... ed=Vahrner

und hier noch ein Nachtrag:

"Anfüttern" wörtlich:

http://www.dietiwag.org/blog/inde... 2011-10-27

ich finde tt online recht gut und suche die manchmal auf, speziell fuer lokale berichte.

die taeten noch besser wenn sie ihr forum an diesem modelleren wuerden. als of man einen "klarnamen" nicht auch erfinden koennte

Pacman :D

Die Tiroler Tageszeitung

zahlt generell nichts für Redakteure und Fotografen. Siehe die Fotos hier - werden nur gebracht, wenn Sie von der Verwandtschaft kommen.

Kasblattl.

Aber so bringt man es zu Größe in Österreich.

TT - Trottel times als Hofberichterstattung des Landesfürsten ...

Das ORF-Landesstudio und die Tageszeitung sind als gleichgeschaltete Jubelmedien des Landesfürsten nicht zu gebrauchen. Seit der ORF die Foren aus politischer Angst vor Meinungsfreiheit gekappt hat, könnte das Online-Angebot ruhig abgedreht werden.

Allerdings der TT muss man eines lassen: Die Todesanzeigen sind wirklich gut recherchiert. Aber das ist auch schon alles im redaktionellen Teil.

sie sehen das zu eng: auch der wetterbericht ist nicht übel! schon mal biowetter geklickt? sowas von seriös recherchiert!

Z'erscht VÖZ, jetzt TT?

In 9 1/2 Wochen kommt dann endlich der langersehnte Blick in die Online-Redaktion der Gemeindezeitung Mattersburg!

und in china fällt ein sack reis um!

you made my day!

genau das hab ich mir beim lesen des artikels auch gedacht.......

Das mit den echten Namen im Forum finde ich gut.

ich habe gar nicht gewußt, daß es dort überhaupt schon internet gibt.

der schmäh rennt bei ihnen, was?

ja, davon!

Den ganzen Tag abschreiben.

Muss sehr spannend sein.

nur wenn man strg "c" bzw "v" nicht kennt...

Das schöne dort -

im Gegensatz zum Standard schreiben (=/ APA Meldungen kopieren) Redakteure den Inhalt größtenteils noch selbst.

Darunter regelmäßig -subjektiv angereicherte- Artikel über den Iran, Syrien oder Israel - und folgten auch nicht apologetisch (Frey/Föderl-Schmidt) dem "Günther Grass spinnt" Tenor.

Die Moser Holding dahinter ist natürlich ein anderes Thema.

Schwach

Den Internet Auftritt der Tageszeitung würde ich als eher schwach bezeichnen. Da bleiben alte Beiträge auf der ersten Seite, die schon längst überholt sind. Ähnlich uninteressant wie die Printausgabe.

inzwischen und Dank heftiger Bemühungen

ein sehr angenehmes Forum,
wo man ungestört und ungelöscht komplexe Sendschreiben hinterlassen kann.
Mit dem Stehenlassen sind sie dort deutlich tapferer als anderswo.

:-)

Ist auch ein fader Job.

Man sitzt vor zwei Bildschirmen und kopiert vom APA Bildschirm die Meldungen und Bilder auf die eigene Homepage.

Deshalb stehen auch überall diesselben Nachrichten.

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