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Automat und Mensch heißt in Österreich: Jeder Dritte Spieler ist ein pathologischer Spieler oder hat zumindest ein grobes Problem mit dem Spielen.

Michael Heiling hat die erste gesamtösterreichische Schätzung zu den Folgekosten des Automatenglücksspiels vorgelegt.

Arzt Herwig Scholz zum Suchtpotenzial der Automaten: "Wenn Sie überlegen, welche Medikamente süchtig machen, dann sind das jene, die angenehme Effekte erzielen und rasch wirken."

Während in Wien die Konzessionen mit Ende 2014 auslaufen, setzen Oberösterreich und das Burgenland seit kurzem darauf.
Das Glücksspiel lebt von seiner Geschwindigkeit. An Roulettetischen und Spielautomaten suchen Menschen den schnellen Kick, oft mit desaströsen Folgen. Als besonders suchtgefährdend gilt das Automatenglücksspiel, 32.500 pathologisch spielende Österreicher verlieren an den "einarmigen Banditen" nicht nur viel Geld, sondern oft auch ihre Existenz. Bund und Länder glauben daran kräftig mitzuverdienen, in Wirklichkeit scheint es aber ein Nullsummenspiel zu sein. Eine Schätzung beziffert die Kosten für Therapie, Arbeitslosengeld und Co. auf mindestens 60 Millionen Euro.
Steuern gegen Folgekosten
Glücksspiel ist Politik. Eigentlich ist es verboten, der Staat hat ein Monopol darauf. Art und Einsatz der Automaten zu reglementieren, diese Aufgabe kommt den Politikern zu. Damit tun sie sich aber schwer, ist das sogenannte "kleine Glücksspiel" auf den ersten Blick doch ein gutes Geschäft. Vor allem für die Länder. Allein rund 55 Millionen Euro soll Wien pro Jahr über die "Glücksspielabgabe" lukrieren, je ungefähr 20 Millionen Euro sollen die Glücksspiel-Länder Steiermark und Niederösterreich bekommen, 8,4 Millionen Euro entfallen auf das Land Kärnten. So mancher zweifelt allerdings daran, dass dieses Geld zu Gänze in den öffentlichen Kassen liegen bleibt.
Vor allem, wenn man eine Gegenrechnung anstellt. Denn auch wenn Spielsucht ein Randproblem ist und nur zwischen 0,5 und 1,5 Prozent - je nachdem, wen man fragt - der erwachsenen Bevölkerung in Österreich pathologisches Spielverhalten an den Tag legen, wiegen die gesamtökonomischen Folgekosten schwer. Michael Heiling von der Sektion 8 der SPÖ Alsergrund, auf deren Druck hin die Wiener SPÖ auf ein Quasi-Glücksspiel-Verbot in der Bundeshauptstadt einzuschwenken scheint, hat eine Bilanz erstellt. Er kommt zu dem Ergebnis, dass es keinen wirtschaftlichen Gesamtnutzen des kleinen Glücksspiels gebe. Die Steuereinnahmen würden durch die Folgekosten aufgefressen.
Kostenfalle
Zu den Spielsuchtkosten zählen - neben dem erhobenen finanziellen Aufwand für eine Therapie - viele indirekte Kosten. Jene für Arbeitslosigkeit zum Beispiel. Basierend auf Daten der Wiener Spielsuchthilfe geben 22,4 Prozent der hilfesuchenden Spielkranken Arbeitsplatzverlust als Folge ihrer Krankheit an. Auch wenn der Jobverlust sicher mehrere Ursachen hat und nicht ausschließlich der Spielsucht zuzuordnen sein muss, ergeben sich nach vorsichtigen Schätzungen pro Jahr 30 Millionen Euro an Kosten. Aber auch die verbreitete Beschaffungskriminalität und dadurch bedingte Verfahrens- und Strafvollzugskosten schlagen zu Buche. In Heilings Berechnungen stehen den gesamten Einnahmen aus dem kleinen Glücksspiel von mindestens 150 Millionen Euro pro Jahr öffentliche Kosten von - bei defensivster Schätzung - mindestens 60 Millionen Euro gegenüber.
Unterm Strich kommen aber noch weitere, nicht erfasste Kosten hinzu. Zum Beispiel häusliche Gewalt, Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit, nicht geahndete Beschaffungskriminalität, Bildungsabbrüche, aber auch Konsumverzicht oder die Zinslast für Kreditrückzahlungen.
Die Suche nach der tatsächlichen Höhe der gesamtökonomischen Folgekosten der Spielsucht geht in Österreich also weiter. Besonders erpicht auf genauere Zahlen scheint man nicht zu sein, unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen in diese Richtung sind absolute Mangelware. Für Deutschland hat die Forschungsstelle Glücksspiel im Vorjahr erstmals Zahlen nach den Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhoben. Mit dem Ergebnis: Insgesamt liegen die gesamtökonomischen Folgekosten aus dem Automatenglücksspiel in Deutschland bei rund 250 Millionen Euro pro Jahr. Aus dem Finanzministerium in Wien heißt es, man kenne zwar die deutsche Studie, aber: "Es gibt nichts Vergleichbares in Österreich."
Auf österreichischer Bundesländerebene gibt es nur für die Steiermark eine umfassende Studie. Das bestehende Zahlenmaterial gegeben, ist für Heiling dennoch eines klar: Die Rechnung für den Staat geht nicht wirklich auf. Ein Verbot des kleinen Glücksspiels sei unumgänglich.
Das Verbot und die Illegalität
Genau das sehen andere als das wahre Übel, da es die Illegalität fördere. Der Wiener Spielapparatebeirat, der sich aus Beamten und Vertretern der Automatenwirtschaft, der Wirtschafts- und der Arbeiterkammer zusammensetzt, beurteilt ein Verbot kritisch. "Dann haben Sie die illegalen Automaten", sagt Beiratsvorsitzender Ernst Riedl zu derStandard.at. Das sehe man schon heute in jenen Ländern, in denen das kleine Glücksspiel nicht geregelt ist. "Schätzungen beziffern die Zahl der illegalen Automaten in Salzburg auf 3.000, in Tirol auf 2.500 und in Vorarlberg auf 1.200", betont der Wirtschaftskämmerer. Diese Zahlen sind allerdings äußerst vage: "Ob sie den Tatsachen entsprechen, kann ich Ihnen nicht sagen." Im Vergleich zu den legal aufgestellten Automaten wäre diese Zahl recht hoch. Insgesamt soll es in Wien, Niederösterreich, Kärnten und der Steiermark rund 7.000 Maschinen geben. Mit der nun erfolgten Legalisierung in Oberösterreich und dem Burgenland kommen noch rund 1.400 dazu.
Für die Glücksspiel-kritische Sektion 8 der SPÖ Alsergrund ist das Damoklesschwert Illegalität jedenfalls kein Argument. "Die Kontrollierbarkeit wäre ja um einiges größer, wenn alles, was außerhalb der Casinos steht, illegal ist und bestraft wird", meint Aktivist Heiling.
Geblinke und Getöne
Automatenverbot oder nicht, erst letztes Jahr versorgten Wissenschaftler die Glücksspiel-Kritiker mit neuem Futter. Das Hamburger Zentrum für interdisziplinäre Suchtforschung lieferte die erste repräsentative Studie zum Glücksspielverhalten in Österreich. Obwohl nur knapp zwei Prozent der erwachsenen Österreicher an Automaten zocken, ist die Zahl der Spielsüchtigen unter ihnen überdurchschnittlich hoch. Jeder Dritte ist pathologischer Spieler oder hat zumindest ein grobes Problem mit dem Spielen.
Automaten hätten das größte Gefährdungspotenzial aller angebotenen Glücksspiele. Primar Herwig Scholz, Leiter der Spielsuchtambulanz De la Tour in Villach, kann auch erklären, warum. "Wenn Sie überlegen, welche Medikamente süchtig machen, dann sind das jene, die angenehme Effekte erzielen und sehr rasch wirken", so Scholz im Gespräch mit derStandard.at. Über das Geblinke und Getöne würden die Automaten quasi in Kontakt mit dem Spieler treten. Die Belohnung sei dann zwar rasch da, "aber nicht sehr nachhaltig, wie wir wissen", betont Scholz.
Einer, der das aus eigener leidvoller Erfahrung kennt, ist Günther Wanker. Mehrere hunderttausend Euro hat er beim Zocken an Automaten versenkt. Nach einer langjährigen Therapie hat sich Wanker auch selbst sperren lassen, in Casinos und auch beim Online-Gaming, erzählt er im Gespräch mit derStandard.at. Nun hat er eine Bürgerinitiative gegründet, mit der er die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf das kleine Glücksspiel lenken will. Die Einsätze seien zu hoch, die Spiele zu schnell, das Geld viel zu rasch weg. Und die Automaten entsprächen nicht dem Gesetz.
Ein Spiel ist nicht immer ein Spiel
Ob die Spielmaschinen gesetzeskonform sind oder nicht, darüber ist ein Disput zwischen Spielern und Automatenwirtschaft entstanden. Entzündet hat er sich an der Frage, ob ein Spiel nur mit 50 Cent Einsatz möglich ist oder dank eines "Würfelspiel"-artigen Mechanismus 6,50 Euro pro Klickfolge verspielt werden können.
Allerdings könnte dieser Streit in naher Zukunft beigelegt werden. Wurden doch bei der letzten Novelle des Glücksspielgesetzes die Maximaleinsätze beim Automatenspiel angehoben - von ursprünglich 50 Cent pro Spiel auf bis zu zehn Euro. In Wien würde das aber erst nach 2014 gelten. Also dann, wenn die Konzessionen in Wien wider Erwarten nicht auslaufen, sondern neu vergeben würden.
Aber nicht nur mutmaßliche Einsatzmultiplikation und die Schnelligkeit des Automaten-Glücksspiels empfinden Kritiker als problematisch. Mittlerweile sollen auch viele Maschinen so eingestellt sein, dass Gewinne sich nicht in ausgespucktem Geld niederschlagen, sondern stattdessen Bonus- bzw. Freispiele verteilen. Auch in dem Fall kann die Automatenwirtschaft diese Beobachtungen nicht bestätigen. Es sei "unrichtig", dass "Gewinne in Form von Bonusspielen ausbezahlt werden", heißt es vom österreichischen Marktführer Novomatic auf Anfrage von derStandard.at.
Das Gasthaus und sein Automat
Einigen kann man sich zumindest darauf, dass es in Österreich eine große Zahl spielkranker Menschen gibt. Novomatic sieht in der Sucht "eine komplexe Krankheit", die aber nicht nur vom verlockenden Automatenspiel, sondern auch von "persönlichen Eigenschaften des Konsumenten und von der sozialen Umgebung" abhänge. Professionelle Betreuung sei daher nötig.
Diese Art von Therapie liefert Mediziner Scholz in der Kärntner Spielsuchtambulanz, die es seit zweieinhalb Jahren gibt und bei der sich gemeinsam mit der Betreuungsstelle vom Magistrat Klagenfurt bereits mehr als 1.000 Patienten registriert hat. Bis 1997 habe es kaum behandlungssuchende Kärntner gegeben. Mit der Änderung des Landesunterhaltungsgesetzes im selben Jahr wurden Automaten auch in Gasthäusern zugelassen. "Mit einer Verzögerung von zwei bis drei Jahren kam es zu einem lawinenartigen Anstieg von Menschen mit Spielproblemen", so der Leiter der Ambulanz. Scholz sieht dieses Problem auch auf das Burgenland zukommen, in dem der Vergabeprozess gerade läuft. Wie man das in Eisenstadt verhindern will, wird nicht verraten. "Keine Auskünfte" heißt es schriftlich aus dem Büro der dafür zuständigen Landesrätin Michaela Resetar (ÖVP).
Es ist die leichte Verfügbarkeit, im Gasthaus um die Ecke oder im Spielsalon zwei Straßen weiter, die potenziell Spielsüchtige verführt. "Am gscheitesten wäre, man hätte es nicht", fasst AK-Konsumentenschützer Karl Kollmann seinen Standpunkt zusammen. Wenn schon kein Verbot durchzusetzen sei, wonach es nach den Legalisierungen in vielen Bundesländern aussieht, so müssten zumindest die Hürden für Spieler viel höher werden.
Ein Spiel, ein Münzwurf
Ideen, wie das gehen soll, gibt es viele. Zu einem Maximaleinsatz von 50 Cent fordern Kritiker auch, dass die Spieler Münzen oder Jetons jeweils einzeln einwerfen müssen. Derzeit ist das nämlich nicht so, auch große Scheine können in die Automaten geschoben werden. Einmal 100 Euro in die Spielkassa geladen, gehen sich 200 Spiele hintereinander aus. Eine Beschränkung auf Münzeinwurf würde das Spiel hingegen verlangsamen, "vergemütlichen" nennt es Kollmann, und damit auch die Spielsuchtgefahr verringern.
Diese Art der Verlangsamung des Spiels hält Wirtschaftskämmerer Riedl indes aus praktischen Überlegungen für sinnlos. Was soll man mit den ganzen Münzen machen, da hätten weder Finanzamt noch die Betreiber eine Freude. "Ich bin ein Gegner, das einzuschränken", so Riedl. Er stellt aber auch den Nutzen für den Spieler in Abrede: "Ich glaube nicht, dass das die Hemmschwelle herabsetzt. Ein richtiger Suchtspieler spielt an mehreren Automaten gleichzeitig." Im Gegensatz zu Riedl, der den Spieler auch in Zukunft größere Beträge hochladen lassen will, nimmt Novomatic keine Position ein. "Für uns hat das geltende Glücksspielgesetz Gültigkeit", heißt es aus dem Unternehmen auf Anfrage.
Mit der im Burgenland, Niederösterreich und Oberösterreich kommenden Spielerkarte soll zumindest das gleichzeitige Bedienen mehrerer Maschinen nicht mehr möglich sein. Um den Spielerschutz effektiv auszubauen müssten die Automaten aber zumindest raus aus den Gasthäusern, das ist der Ansatz des Neurologen Scholz. Außerdem müsse der Jugendschutz massiv verstärkt werden.
Unabhängige Therapie
Und für all jene, die dennoch in die Sucht rutschen, fordert der Primar Hilfsangebote, die nicht von Zahlungen der Automatenwirtschaft abhängen. Die Kärntner Spielsuchtambulanz wird beispielsweise vom Land Kärnten finanziert. Das ist eher die Ausnahme. Üblicherweise sind die Geldgeber der Hilfsstellen die Glücksspielunternehmen selbst. Grundsätzlich hat Herwig Scholz da auch nichts dagegen. Wenn Therapeuten aber Dinge, die der Automatenwirtschaft nicht zupass kommen, sagen, dann dürfe nicht die Therapie selbst am Spiel stehen, bloß, weil sich ein Unternehmen aus der Finanzierung zurückzieht.
Privat oder Staat? Während auch hier Novomatic keine öffentlichen Wünsche hat, spricht sich der Wiener Spielapparatebeirat für eine Mischung aus. Er befürwortet ein Modell, wo über die Wirtschaftskammer ein Betrag pro Automaten eingehoben wird. Dieses Geld soll dann der Betreuung der Spielsüchtigen dienen. Parallel dazu soll Geld von den Ländern fließen. Seitens der Casinos Austria plädiert man für eine Zweckbindung eines Teils der Steuereinnahmen aus dem Glücksspiel generell, die für die Prävention oder die Spielsuchthilfe zur Verfügung stehen sollen. Damit würde die Industrie auch nicht mehr in Verdacht stehen, "scheinheilig Geld abzuliefern" für ein Problem an dem sie mitbeteiligt sind.
Letztendlich geht es in der Frage des kleinen Glücksspiels um ein Gesamtpaket aus Therapie, schwierigerem Zugang zu Angeboten und dem politischen Willen, sich nicht nur auf die steuerliche Haben-Seite zu konzentrieren. Konsumentenschützer Kollmann nimmt die Politik in die Pflicht. Es sei ihre Aufgabe, für ein zufriedenstellendes, gefahrloses Leben der Bürger zu sorgen. "Deswegen gibt es auch eine Beschränkung der Geschwindigkeit in Städten von 50 km/h." (Daniela Rom, Hermann Sussitz, derStandard.at, 2.7.2012)
Wissen
In Österreich waren 2010 ungefähr 32.500 Personen automatenspielsüchtig. Sie stellen mit 84,2 Prozent den Großteil aller Spielkranken aus, wie die Spielsuchthilfe Wien erhoben hat.
Marktführend in Betrieb und Vermietung von Spielautomaten ist die niederösterreichische Novomatic-Gruppe. Mit über 5.300 Automaten im rund 8.500 Maschinen starken legalen Markt führt sie mit großem Abstand vor Konkurrenten wie der Merkur Entertainment AG, an der der Industrielle Frank Stronach und die deutsche Gauselmann-Gruppe beteiligt sind, und der oberösterreichischen Amatic Entertainment AG.
Am meisten Automaten gibt es in Wien (rund 3.150), gefolgt von der Steiermark (2.000), Niederösterreich (1.400), Oberösterreich (1.170) und Kärnten (400). Im Burgenland werden gerade Konzessionen über 236 Automaten ausgeschrieben. In Salzburg, Tirol und Vorarlberg gibt es keine legalen Automaten.
Der Wiener Spielapparatebeirat zertifiziert für die Stadt Wien Spielautomaten (hier eine Liste der Modelle). Er setzt sich u.a. aus Beamten, Angehörigen der Automatenwirtschaft, der Wirtschaftskammer und der Arbeiterkammer zusammen. Die Landesregierung entscheidet, wer im Beirat sitzt.
Neun Kasinolizenzen werden hierzulande vergeben. Die Branche ist von Nähe zur Politik geprägt und wird von einigen Playern dominiert
Initiator Sochowsky sieht Grenzen des kleinen Glücksspiels überschritten, Novomatic weiß nichts von einer Klage und zieht seinerseits die VfGH-Beschwerde wegen des Casino-Stadtpakets zurück
Das "Flamingo-Casino" im Intercontinental in der Wiener City will mit Grace-Kelly-Flair punkten
Anbindung an das Bundesrechenzentrum muss nicht schon heuer, sondern erst 2015 erfolgen
Der Glücksspielriese Novomatic hat zwei neue prominente Aufsichtsräte und legt schöne Bilanzzahlen vor
Century Casinos dürften sich um Wien-Lizenz bewerben
Die beiden eng mit der Politik verwobenen Rivalen Novomatic und Casinos Austria treten neuerlich gegeneinander an
Es hilft einmal mit Spielsüchtigen zu reden. Fast allen ist auf einer rationalen Ebene klar, daß ihr Verhalten verrückt und selbstbeschädigend ist. Trotzdem spüren sie einen starken Zwang daran teilzunehmen.
Das liegt nicht nur an dem potentiellem Gewinn, sondern oft vielmehr an dem eigentlichen Akt des Spielens. Die genauen Hintergründe passen nicht in ein Posting.
http://www.sciencedirect.com/science/a... 3411000455
Der Casinobesitzer, Automatenbetreiber und Lotterieanbieter nützt eine offensichtliche Schwäche aus - im Grunde genommen nicht anders als ein Einbrecher, der Schlösser und Alarmanlagen überwindet. Wenn deren Methoden bei einem nicht funktionieren, sollte man sich freuen - und Anderen mit einem Verbot helfen
Wie kann es denn eigentlich sein das in Wien die Automaten immer noch mit einem Pauschalbetrag statt umsatzabhängig besteuert werden?
Darf ich meine Umsätze ab jetzt bitte auch pauschal versteuern oder ist das der Automatenmafia vorbehalten?
Und den Münzeinwurf zwangsweise so gestalten, dass man die Münzen seitlich reinnudeln muss, wie bei manchen Tschickautomaten.
Dazu die Steuern auf die Automaten rauf und Novomatic kann sich brausen gehen ...
Genau umgekehrt sollte es sein! Dann würde sich das Problem von alleine lösen. Also: Wenn sich das Problem nicht politisch durch Abschaffung lösen lässt, dann wenigstens rauf mit den Steuern auf Automaten, dass die Schwarte kracht!
Man sollte in Betracht ziehen was die Glückspielanbieter ausser den Steuern an die Parteien und deren Hofschranzen sonst noch "spenden".
Die 60 Mio trägt die Bevölkerung die Spenden nützen nur wenigen. Aus objektiver Sicht gibt es keinen Grund die Spielanbieter so billig wegkommen zu lassen.
Aber um Objektivität gehts ja in der Politik nicht.
dann würden sie es halt beim roulette oder blackjack tun (casinos austria). so what ?
dann gibt´s ja immer noch diese pferdewetten, sportwetten oder wetten auf irgendeinen anderen schas.
diese leute würden immer was zum zocken finden, die argumentation mit den "bösen automaten" (die ich persönlich für vollkommen unnötig halte) greift nicht wirklich...
Hier noch einmal. Habe das ganze über Jahre beobachten "dürfen".
Es ist etwas anderes, ob man am nachhauseweg zu seiner Familie kurz wo rein geht, und 100 Euro verspielt, oder ob man sich extra an einen Ort begibt, wo man spielt.
Sportwetten sind für ein Glücksspiel extrem langfristig.
Novomatic lügt extrem dreist:
"Es sei 'unrichtig', dass "Gewinne in Form von Bonusspielen ausbezahlt werden"
Lüge! Ich habs x-male gesehen.
Ein anderes Mal in einer Fernsehdiskussionsrunde:
Ex-Spieler:"Man kann bei diesen Automaten in einer Sekunde 8 Euro verspielen"
Novo-Sprecherin: "Das ist nicht möglich (Anm: Lüge! habs gesehen) und wenn sie das noch einmal behaupten hören sie von unseren Anwälten!"
Diese Firma ist kriminell, falsch und entbehrlich
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